Ein Interview mit dem Graphiker Thomas Hirter 
Neues Erscheinungsbild für den STV

Neues Erscheinungsbild für den STV

Thomas Meyer , 31.08.2016

Ein Interview mit dem Graphiker Thomas Hirter

Der STV erhält ein neues (graphisches) Gesicht, d.h. einen neuen Webauftritt und ein neues Logo. Eine junge Berner Agentur hat die technische Realisierung übernommen. Den visuellen Teil gestaltete der Berner Graphiker Thomas Hirter, der u.a. schon für die Solothurner Literaturtage tätig war. Wir fragten ihn, wie er dabei vorging.

Thomas Hirter, welches sind Ihre ersten Überlegungen, wenn Sie den Auftrag erhalten, für eine Organisation ein neues Logo und eine Website zu gestalten?
Als erstes versuche ich die Organisation kennen zu lernen und mir ein möglichst klares Bild von deren Bedürfnissen zu machen. Wer ist die Zielgruppe, welche Inhalte müssen vermittelt werden, und wie will sich die Organisation zum Beispiel gegenüber der « Konkurrenz » positionieren? Die Anfrage des STV lautete zuerst nur auf eine neue Webseite und eine « Überarbeitung » des Logos. Ich habe aber klar gesagt, dass ich beim Erscheinungsbild rund um das Logo am meisten Handlungsbedarf sehe. Das bestehende Logo mag einst funktioniert haben, ist aber stark in die Jahre gekommen. Ohne eine Neugestaltung des Logos hätte ich den Auftrag nicht annehmen wollen.

Was war Ihr erster Gedanke? War die Versuchung nicht gross, Notenköpfe oder musikalische Symbole zu verwenden?
Der Auftritt des STV erfordert gewissermassen einen Spagat: Einerseits geht es um zeitgenössisches und experimentelles Musikschaffen, da sind sehr freie und abstrakte Gestaltungen möglich; andererseits ist es ein nationaler Berufsverband, der eine gewisse Seriosität ausstrahlen muss. Es ist immer von Vorteil, wenn der Auftraggeber einigermassen weiss, mit welchen Leistungen ich ihn unterstützen kann. In diesem Fall hat Johannes Knapp unter engem Einbezug des Vorstands gute Vorarbeit geleistet und ist mit klaren Zielen an mich gelangt. Es wurde zum Beispiel gewünscht, dass die Abkürzungen STV und ASM beibehalten werden, weil sie im jeweiligen Sprachraum geläufig sind und eine Namensänderung oft mehr Komplikationen als wirkliche Vorteile mit sich bringt.

Wie entwickelte sich das Projekt?
Wir hatten rasch eine gemeinsame Vision für ein neues Erscheinungsbild des STV. Bei der Konzeption ging ich vorrangig von der Typographie aus, was vom Auftraggeber auch explizit gewünscht wurde – schliesslich handelt es sich um eine aus sechs Buchstaben bestehende Wortmarke. Nachdem wir verschiedenste Möglichkeiten geprüft hatten, stellte sich bald ein Logoentwurf als Favorit heraus, auf dessen Verfeinerung ich den Fokus richten konnte.

Welche künstlerischen Überlegungen haben Sie geleitet?
Im Prinzip besteht das neue Logo aus denselben Elementen wie das alte. Ursprünglich waren die sechs Kleinbuchstaben in Kreise gesetzt, weshalb die Lettern rund beschnitten wurden. Im neuen Logo sind die Kreise nun zu sechs Punkten geworden, welche als spielerisches Element einen Bezug zur Musik herstellen. In der Sprache steht der Punkt für einen Abschluss, eine Pause. Durch die unregelmässige Positionierung der Punkte, die scharf zugeschnittenen Buchstaben und die grosszügigen Zwischenräume entsteht im Logo ein Rhythmus und eine Spannung.

Welche wichtigen Funktionen mussten bei der Homepage berücksichtigt werden?
Meiner Meinung nach hat Johannes die alte Webseite gut analysiert und die Inhalte sinnvoll neu strukturiert. Das ist wichtig, damit sie für den Benutzer intuitiv zu finden sind. Die Profis von der Agentur Swiss Digital haben ihrerseits wichtige Inputs gebracht, wie die Benutzerfreundlichkeit erhöht werden kann. Beispielsweise macht die aufklappbare Navigation die ganze Seite schnell überschaubar.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach eine Homepage für das Erscheinungsbild eines Vereins?
Die Präsenz im Web ist sicher zunehmend von Bedeutung, und dabei ist die Homepage ein besonders wichtiges Instrument. Entscheidend ist jedoch, dass die Webseite Teil eines soliden Corporate Designs ist. Ein Erscheinungsbild muss heute sehr anpassungsfähig sein. Im besten Fall ist es ein Spiel zwischen Konstanten und Variablen, die eine Entwicklung und Veränderung zulassen, ohne dass der Wiedererkennungseffekt verloren geht. Beim STV muss die Identifikation sowohl nach innen für seine Mitglieder als auch nach aussen gegenüber Partnerinstitutionen und anderweitigen kulturellen Akteuren stimmen.
 

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