10 Jahre MAS in Musikmanagement 

Erfolgreich im Weiterbildungsmarkt

Niklaus Rüegg, 21.01.2016

Das Nachdiplomstudium «Master of Advanced Studies in Musikmanagement» (MAS) an der Hochschule der Künste in Bern, feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen – keine Selbstverständlichkeit auf dem umkämpften Weiterbildungsmarkt.

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In «Murmelgruppen» bereiteten die Teilnehmenden Fragen an die Referenten vor.

10 Jahre MAS in Musikmanagement

Niklaus Rüegg – Regula Stibi, Leiterin der Weiterbildung an der HKB, brachte die erstaunliche Entwicklung der Nachdiplom-Masters auf den Punkt: «Vor zehn Jahren bedeutete der Begriff MAS noch so viel wie ein spanisches Feriendorf». Heute sind CAS und MAS geläufige Begriffe und für ein berufliches Fortkommen im Berufsmarkt fast schon unverzichtbar geworden.
Mit Freude begrüsste der Leiter des Studiengangs, Felix Bamert, am 27. November, zusammen mit Senior Assistent Christian Schütz ein zahlreiches Publikum zu einem breit angelegten, vielseitigen und informativen Jubiläumssymposium mit interessanten Inputreferaten und vierzehn parallel geführten, thematisch breit gefächerten Workshops, die meisten geleitet von ehemaligen Studierenden.
Seit 2001 ist der Akkordeonist Bamert an der HKB als Dozent für Pädagogik und Didaktik tätig. Seit 2003 ist er Leiter des Studiengangs Master of Arts in Music Pedagogy und ab 2004 zeichnet er verantwortlich für Konzeption, Aufbau und Leitung des Master of Advanced Studies in Musikmanagement. Seit 2006 ist Bamert Vorstandsmitglied im Verband Musikschulen Schweiz (VMS).

Gut abgestütztes Angebot
In seinem Grusswort sprach der Direktor der HKB Bern Thomas Beck von einem «eisigen Wind» auf dem Weiterbildungsmarkt. Es sei schon bemerkenswert, wenn ein Studiengang sich so lange halten könne. Für Beck gibt es einige gute Gründe für diesen Etappenerfolg: Der MAS Musikmanagement sei mehr als ein ökonomisches Produkt, es handle sich um ein gut strukturiertes Angebot, welches sich am Berufsalltag orientiere. Entscheidend für die fortwährende Attraktivität des Studienganges sind sicher auch die hochkarätigen Dozierenden und vor allem auch die Kooperation des Weiterbildungstudiengangs mit dem Verband Musikschulen Schweiz (VMS). Der viersemestrige MAS umfasst die vier Certificates of Advanced Studies (CAS) Selbstmanagement, Leadership, Konzept- und Projektdesign und Praktika. Die Kurse wurden in den zehn vergangenen Jahren von insgesamt 151 Studierenden besucht. Auf Grund von eingereichten Abschlussarbeiten und Prüfungen wurden 38 Master of Advanced Studies-Titel verliehen. Für das erfolgreiche Studium von drei der vier CAS bekommt man das VMS-Schulleiterdiplom. Bisher brachte die HKB 103 ausgebildete Musikschulleitende hervor.

Aspekte des Musikmanagements
Die Breite der Symposiumsthemen, angefangen beim einzelnen Musiker über die Musikschule bis zum Musikmarkt, liess die Vielschichtigkeit des Studiengangs erahnen. Wie der Einladung zu entnehmen war, wollten die Veranstalter einzelne «Schlaglichter auf spezifische Themen» werfen und «Perspektiven aufzuzeigen». Wie immer bei solchen Anlässen waren auch hier Austausch und Networking keine unwesentlichen Komponenten.
Der Ethnologe und Soziologe Johannes Rühl brachte dem Publikum in seinem Referat das seit 2008 von ihm geleitete Festival «Alpentöne» in Uri nahe. Er erläuterte den Erfolg dieses innovativen Anlasses quasi exemplarisch für ein gut gelungenes Musikmanagement-Projekt. Rühl machte deutlich, dass Erfolg nicht planbar sei, doch könne durch die richtigen Zutaten wie ein schlüssiges Konzept, ein treffliches Programm, exzellente Künstler und eine glaubhafte Kommunikation ein Stammpublikum aufgebaut werden.
Die starke Verbindung des MAS-Studienganges mit den Musikschulen kam durch das Referat der VMS-Präsidentin Christine Bouvard Marty zum Ausdruck. Bouvard geht von einem «doppelten Bildungsauftrag» der musikalischen Bildung aus: die Einführung ins Musizieren und das Weitertragen des musikalischen Gedächtnisses. Immer seien diese Aufgaben in Bezug auf die Gesellschaft umzusetzen. Der Wechsel von der «Alternativ- zur Simultangesellschaft» habe grosse Auswirkungen auf die Bildung. In der heutigen «Konfettigesellschaft», in der alles gleichzeitig zu geschehen hat, seien schülerzentrierte Konzepte anzustreben. Die ureigenen Qualitäten der musikalischen Bildung seien modellhaft auch für die Anforderungen im Berufsleben: Selbstmanagement, Kommunikation, Teamwork, Interaktion, Problemlösung, Verbindung von Analyse und Intuition – alles Eigenschaften, die beim Musizieren exemplarisch geschult würden.
Elisa Bortoluzzi Dubach, Dozentin für Sponsoring und Stiftungswesen und Autorin des viel beachteten Buchs «Mäzeninnen», gab einen gelungenen Überblick über das weibliche Mäzenatentum. Es gelang ihr, dem weiblichen Aspekt des Themas Profil zu geben und gleichzeitig ein Stück faszinierende Kulturgeschichte zu skizzieren.
Manch einem Zuhörer dürfte der Zusammenhang zwischen der Aktualität des Themas Mäzenatentum vor dem Hintergrund der knapper werdenden öffentlichen Gelder für Kultur zu denken gegeben haben.
Dem erfolgreichen MAS sind weitere zehn Jahre zu gönnen.

www.hkb.bfh.ch/musik-management

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