An seiner Jahresklausur setzt sich der VMS langfristige Ziele 

An morgen denken

Niklaus Rüegg, 12.10.2016

Am beschaulichen Sempachersee arbeitete der VMS-Vorstand zusammen mit dem DV-Büro die künftige Verbandsstrategie aus. Auf manchen Gebieten zeichnet sich eine auf Jahre hinaus angelegte Arbeit ab.

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Klausurteam 2016 v.l.: Christine Bouvard, Felix Bamert, Andreas Weidmann, Valentin Gloor, Susanne Gilg, Stefanie Dillier, Anne Dinkel, Margot Müller, Letizia Walser, Jovita Tuor

An seiner Jahresklausur setzt sich der VMS langfristige Ziele

Niklaus Rüegg – Das Wetter war sommerlich heiss, die Stimmung gut und Arbeit gab es für den VMS vom 1. bis 3. September in Nottwil in Hülle und Fülle. Präsidentin Christine Bouvard zeigte sich erfreut, Valentin Gloor zu seiner ersten offiziellen Veranstaltung als neues VMS-Vorstandsmitglied begrüssen zu dürfen. Gloor hatte im Sommer die zurückgetretene Helga Loosli ersetzt. Gleichzeitig war es für die Co-Geschäftsführerin Jovita Tuor der letzte gemeinsame Termin mit dem Vorstand. Sie beendete ihre Tätigkeit für den VMS Ende September 2016.
Am ersten Abend ergab sich die Gelegenheit zu einem Arbeitstreffen mit dem Vorstand des Verbandes für die Musikschulen des Kantons Luzern (VML). Die Luzerner Musikschulen sehen sich mit geplanten Einsparungen durch den Kanton konfrontiert. Die Darlegungen von VML-Präsident Franz Grimm deuten auf eine Tendenz hin, dass in manchen Kanton den Musikschulen auf Finanzebene zunehmend Einschränkungen auferlegt werden und damit verbunden auch die Verankerung in den Bildungsgesetzen in Frage gestellt wird. Der VMS zeigt sich bereit, seinen Mitgliederverbänden Unterstützung für politische Wege anzubieten.
Am zweiten Tag stiess das «DV-Büro» mit Anne Dinkel (VD), Susanne Gilg (ZH) und Stefanie Dillier (UW) zum Gremium. Stefanie Dillier, Leiterin Musikschule Alpnach, ersetzt den zurückgetretenen Andreas Schweizer (TG) in diesem eminent wichtigen «Soundingboard» und Bindeglied zur Delegiertenversammlung. Christine Bouvard hiess auch sie herzlich willkommen.

Verbandsarbeit und Projekte
Ausgehend von Vision und Leitbild zog das Klausurteam zunächst eine Bilanz der Arbeit des vergangenen Jahres. An der Klausur 2015 hatte sich der Vorstand die Frage nach der Qualität der Kommunikation mit den Mitgliederverbänden und der Einbindung der DV gestellt. Dazu wurde an der Juni-DV ein aufschlussreicher Workshop durchgeführt. Erste positive Auswirkungen dieses Prozesses sind nach Ansicht des Klausurteams heute zwar schon spürbar, doch werden hier weitere Anstrengungen vonnöten sein. Pluspunkte wurden bei der internen Kommunikation, den Arbeitsgruppen, beim Austausch mit andern Musikverbänden und politischen Instanzen und insbesondere bei den verbandseigenen Projekten (Forum Musikalische Bildung, Arbeitsgruppen, Qualitätsmanagementsystem Quarte open label, Statistik, Jubiläumsfeier, Einbindung der italienischsprachigen Schweiz Best Practice-Wettbewerb, Sicherung der SMZ) geortet.
Einige Arbeitsinstrumente des Vorstands sollen optimiert werden. Dazu gehören unter anderem die webbasierten Informationskanäle, die in den nächsten Jahren im Sinne eines IT-Gesamtkonzepts auf einander abgestimmt werden sollen. Aufgaben, wie etwa die Nachfolgeregelung im Vorstand und damit zusammenhängend die Einbindung der Romandie, die Ausrichtung des FMB 2018, die Zukunft der SMZ, das umfassende Mehrjahresprojekt «Musikschule von morgen» (Mvm) und anderes werden auch im kommenden Verbandsjahr den vollen Einsatz des Vorstands und der Geschäftsstelle erfordern.
Der Projektstand von Mvm wurde erläutert und wegweisende Entscheidungen getroffen. Im Ressort «Public Affairs» ist die Charta zur Zusammenarbeit mit den Laienverbanden erfolgreich abgeschlossen worden. Das Thema «Migration» wird jetzt aufgegleist und soll eine sozialpolitische sowie eine Forschungsschiene erhalten.
Zum Thema zukunftsgerichteter Organisation/Struktur der Musikschulen besteht bereits eine Projektskizze, deren Konkretisierung bevorsteht. Im Ressort Pädagogik wird ein neuer Anlauf genommen. Sämtliche bestehenden Vorarbeiten werden miteinbezogen. .Wo es sinnvoll erscheint, will der VMS neu Forschungskooperationen mit Hochschulen suchen. Das Gesamtprojekt Mvm wird an der nächsten DV als Themenschwerpunkt traktandiert.

Politik
Bei der Umsetzung des Verfassungsartikels 67a gab es für den VMS zwar eine Menge Arbeit, doch nutzbringende Resultate resultierten für die Musikschulen viel zu wenige. Diese Tatsache ist nicht auf fehlendes Engagement unseres Verbands sondern vielmehr auf die Logik der politischen Prozesse zurückzuführen. Die ursprüngliche Idee eines Rahmengesetzes im Bildungssektor über die Teilbereiche schulische musikalische Bildung im obligatorischen Bereich, schulbegleitende musikalische Bildung im freiwilligen Bereich (Musikschulen) und Begabtenförderung blieb bekanntlich auf der Strecke. Der Vorstand beschloss, den Weg zum Rahmengesetz weiterzugehen und kantonale Gesetzesinitiativen, bzw. weitere politische Aktionen anzuregen und zu unterstützen. Die Vernetzung mit dem Parlament und dem BAK soll umgehend weiter geführt werden, damit genügend Zeit bleibt, um bis zur nächsten Kulturbotschaft neue gesetzliche Wege beschreiten zu können. Die Positionierung der Musikschule innerhalb des Programms J+M ist noch immer vage und soll geklärt werden. Dazu wurde ein Papier zu möglichen Schnittstellen J+M/Musikschulen verabschiedet und dem BAK zugestellt. Diese Stellungnahme wird auch vom Verein Jugend und Musik mit seinen 17 Mitgliederverbänden unterstützt – ein Zeichen der gewinnbringenden Vernetzung mit den Partnerorganisationen der musikalischen Bildung.
Die grossen Verbandsaufgaben sind langfristiger Natur – das hat sich an der Klausur klar herausgestellt – und werden einen langen Atem benötigen. Die Kooperationen mit der DV, den Mitgliederverbänden, weiteren Verbänden und Gremien werden für ein erfolgreiches Arbeiten nicht nur wünschenswert sondern ausschlaggebend sein.

Die nächste Klausur des VMS-Vorstandes findet vom 7. bis 9. September 2017 im Tessin statt.

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Die Präsidentin weist den Weg

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