Neue zeitgemässe Ansätze für den Instrumentalunterricht  

Erstes Symposium für Pop-Rock-Jazz-Pädagogik

konsibern, 22.02.2018

Das erste Symposium für Pop-Rock-Jazz-Pädagogik in der Deutschschweiz stellte die spezifischen Bedürfnisse der PRJ-Lehrpersonen in den Mittelpunkt und wartete mit Weiterbildungen und Angeboten zur Schulentwicklung auf.

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kids improvisieren mit Lust und Freude.

Neue zeitgemässe Ansätze für den Instrumentalunterricht

Konsibern – Die eintägige Veranstaltung am 27. Januar 2018 wurde in Zusammenarbeit mit konsibern und dem Verband Bernischer Musikschulen (VBMS) durchgeführt. Neben den Tagungsthemen blieb auch genügend Zeit zum Austausch und zur Vernetzung unter den anwesenden Lehrpersonen und Musikschulleitungen. Über 40 Teilnehmende aus den Kantonen Basel, Bern, Luzern und Zürich haben sich zur ersten Ausgabe am konsibern eingefunden.
Der norwegische Jazzpädagoge Odd André Elveland präsentierte zur Einstimmung eine Band mit drei norwegischen Kindern ab 10 Jahren. Diese improvisierten mit beeindruckender Leichtigkeit und Spielfreude über Jazzstandards, ganz ohne Noten.
Mit seinen Initiativen «Improbasen» und «Kids in jazz» entwickelt Odd André Elveland ein über Norwegen hinauswachsendes Netzwerk, mit dem die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 18 Jahren in der Jazzimprovisation gefördert wird.
Elveland bot den Teilnehmenden einen Einblick in seine Methodik: In der Vermittlung von Blues- und Jazzstücken geht er von Anfang an konsequent vom Gehör aus. Die Kinder und Jugendlichen lernen Melodien und Songformen durch reines Hinhören und Nachspielen, während Elveland am Klavier mit Akkordabfolgen offen und langsam begleitet. Auf die theoretischen Zusammenhänge inklusive Notenlesen wird während der ersten Jahre bewusst verzichtet. Im Zentrum stehen das individuelle Erforschen und die gemeinsame Spielfreude.
Es war sehr berührend, wie die Kinder bereits mit Feinheiten verschiedener Spielformen des Jazz vertraut waren und abwechselnd improvisierten oder spontane Tempo-Veränderungen mitmachten.

Anregungen zum spielerischen Umgang mit Theorie und Gehörbildung im Instrumentalunterricht lieferte am Nachmittag der Saxofonlehrer und Fachdidaktiker Sebastian Piekarek. Er vermittelte anhand einfacher Volkslieder Möglichkeiten der Analyse und einen systematischen Einstieg zur vielseitigen Anwendung der Bluesskala.

Gleichzeitig bot der Jazzpädagoge Klaus Widmer von der Swiss Jazz School eine Einführung in die Anwendung der Web-App «iMPro», die von einem Team der SJS entwickelt wurde. Ausgehend von systematischen Variationsmöglichkeiten einfachster Songs, stärken die App-User ihre technischen Kompetenzen, welche sich mit Leichtigkeit zu Improvisationen entwickeln lassen.

Die Veranstaltung eröffnete den Teilnehmenden Möglichkeiten, eigene Erfahrungen einzubringen und sich untereinander auszutauschen. In kleinen Gruppen wurden Gespräche zu verschiedenen Themen rund um die PRJ-Pädagogik geführt: Dabei ging es unter anderem um die Förderung des Zusammenspiels oder um den neuen Trend zu authentischen Begleitungen, die von der Lehrperson gespielt werden können oder um die Bedeutung der Entwicklung von internen und externen Netzwerken von Musikpädagogen für die Schulentwicklung im 21. Jahrhundert. Mit der Durchführung des ersten Symposiums wurde dazu ein erster Schritt unternommen, der von allen Teilnehmenden begrüsst wurde.

Hier einige Statements zum Anlass:
• -«Das erste Symposium verzeichnete eine erfreuliche Teilnehmerzahl mit einem guten Mix aus Schulleitenden und Lehrpersonen, was die hohe Wichtigkeit der Thematik zeigt. Da sich der Bereich Pop-Rock-Jazz an vielen Musikschulen einerseits wachsender Bedeutung erfreut, andererseits aber einen jungen Zweig darstellt, bietet die Vernetzung und der Austausch ein hohes Potential. Die Vielfalt an individuellen Vermittlungsmethoden zeigten die Inputs der unterschiedlichen Referenten des Symposiums dann auch exemplarisch auf. Mit dem erfolgreichen Start wird hoffentlich ein reger Austausch angestossen, um die individuellen Konzepte und Erfahrungen gemeinsam in neue Impulse umsetzen zu können.“ Michael Giger, Fachbereichsleiter Musikschule Luzern

• «Das Symposium für PRJ-Pädagogik gibt neue Impulse durch die Bestätigung der eigenen Ideen, die man schon immer gehabt hat, sowie durch das Kennenlernen von gänzlich neuen Ideen und Konzepten. Die gehörten Referate tragen dazu bei, den wertvollen Gewinn durch die Improvisation im Musikunterricht fassbarer zu machen. Durch die ermöglichte Selbstreflektion der Teilnehmenden wird der wichtige Beitrag der PRJ-Lehrpersonen an der pädagogischen Arbeit der Musikschulen deutlich gemacht.“ André Müller, Fachbereichsleiter an der Regionalen Musikschule Thun

• -«Ich liess mich inspirieren von Odd André Elvelands pädagogischem Feuer und merkte, dass ich meinen Unterricht noch musikantischer gestalten möchte: weniger schwatzen, weniger Playalongs, weniger Technik, dafür viel, viel zusammen spielen…» Matthias Kielholz, E-Gitarrenlehrer an der Musikschule Konservatorium Zürich

• «Das erste Pop-Rock-Jazz-Symposium brachte Musikschaffende (Künstler, Pädagogen, Schulleiter…) aus der ganzen Schweiz zusammen, um ein Netzwerk aufzubauen und den aktiven Austausch zu fördern. Dieser erste Anlass bot mit den Workshops zum Thema «mehr Kreativität im Instrumentalunterricht» und vor allem mit der Mitwirkung des norwegischen Kollegen einen guten Einblick in die Materie und die Möglichkeiten, die uns im Pop-Rock-Jazz-Bereich zur Verfügung stehen. Ein idealer Einstieg. Ich konnte viele Inputs aufnehmen, mich mit Kollegen austauschen und neue Kontakte knüpfen. Einige interessante Aspekte der «Improbasen» versuche ich auch in den Unterricht bei uns am Konservatorium Winterthur einfliessen zu lassen.» Raffaele Lunardi, Fachbereichsleiter am Konservatorium Winterthur

• «Das erste Symposium PRJ-Pädagogik war ein durchwegs gelungener, anregender und informativer Anlass. Ein längst überfälliger Meilenstein für die Etablierung von PRJ im Musikschul-Alltag. Es ist nun wichtig, dass sich das Symposium im Jahreskalender etablieren kann und hoffentlich in Zukunft noch mehr Musikschulleitungen mobilisiert. Gerne unterstützen wir von der Musikschule Luzern auch zukünftige Durchführungen.» Thomas Limacher, Musikschulleiter der Musikschule Luzern

Das nächste Symposium für PRJ-Pädagogik findet am 19. Januar 2019 wiederum am konsibern statt.

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