Preisträgerkonzert SJMW 2018 

«Die Spitze des Eisbergs»

Niklaus Rüegg, 24.05.2018

339 Erst-Preisträger der Entradas waren für das Finale des SJMW in Zürich qualifiziert. 21 Darbietungen der Spitzenklasse waren am Preisträgerkonzert zu hören.

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Trompeteneinklang aus dem Oberengadin

Niklaus Rüegg – Vom 16. bis 18. März 2018 haben über 1‘000 talentierte Jugendliche aus der ganzen Schweiz an den Entradawettbewerben teilgenommen. Für das Finale vom 3. bis 6. Mai im Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ) konnten sich 231 junge Solistinnen und Solisten sowie 108 Kammermusiktalente qualifizieren.
Am Preisträgerkonzert im grossen Saal des MKZ im Florhof durften sich die zahlreichen Gäste an den Beiträgen von insgesamt 30 KünstlerInnen erfreuen. «Was Sie heute hören, ist nur die Spitze des Eisbergs», drückte sich die neue Stiftungsratspräsidentin Helena Maffli in ihrer Begrüssungsrede aus. Und was für eine Spitze das war! Die Musiktalente brachten mit ihrer intensiven Gestaltung – um beim Bild zu bleiben – das Eis quasi zum Schmelzen. Die vier Stunden Programm, moderiert vom Cellisten Joachim Müller Crepon, vergingen fast wie im Flug. Der Direktor des MKZ, Erich Zumstein, betonte die Freude am Musizieren als Triebkraft für Spitzenleistungen und Gerold Lauber verabschiedete sich als Stadtrat nach zwölf Jahren politischer Verantwortung für die Musikausbildung in Zürich. Verschiedene Ehrungen von Verantwortlichen und Sponsoren fanden ebenso ihren Platz wie die Preisverleihungen aller vier Alterskategorien.

Begeisterung und Rührung
Ausnahmetalent tauchen mitunter mehrere Jahre am Wettbewerb auf: Dazu gehört etwa der Geiger Arthur Traelnes. In seinem Soloauftritt brillierte er mit Variationen von Adam Skoumal, notabene unmittelbar, nachdem er seinen Bruder und Cellisten Emile am Klavier begleitete.
Ein Phänomen ist der elfjährige Geiger Raphael Nussbaumer, der nach 2014 und 2016 auch in diesem Jahr wieder abräumte. Er interpretierte Henryk Wieniawskis anspruchsvolle Variationen in a-Moll technisch und musikalisch souverän.
Einmal mehr gehörten die Ensemblebeiträge zu den Höhepunkten. Das Trompetenensemble Oberengadin begeisterte mit einer barocken Intrada sowie einem subtilen Jazzquartett. Das Quartett «Horn International» sorgte mit einem meisterhaft vorgetragenen Allegretto des Ungaren Frigyes Hidas für ein Highlight, während die Xylophonisten des TAF Trios die Zuhörer mit einem Werk von Lucas Gonseth von den Sitzen rissen.
Dass auch die weniger häufig vorkommenden Streichinstrumente Viola und Kontrabass auf höchstem Niveau gespielt werden, das bewiesen Sarah Strohm bzw. Luzi Niederhauser. Als Vertreter der oft unterschätzten Blockflöte bezauberte Linus Leu mit Markus Zahnhausens «Schlaflied für einen Kolibri».

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