100 Jahre Musikschule Chur 

Leuchtturm der Musikalischen Bildung

Niklaus Rüegg, 16.02.2019

Die Churer Musikschule präsentiert sich an ihrem 100. Geburtstag in bester Verfassung – das war nicht immer so. Vor 45 Jahren stand die Jubiläumsinstitution kurz vor dem Ende.

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Eingesessene Musikschule mit Altstadtflair

Niklaus Rüegg – Am 9. Februar fand im Theater Chur das grosse Jubiläumskonzert statt. Die traditionsreiche Schule zeigte sich von ihrer besten Seite und wird dies das ganze Jahr 2019 über weiterhin tun. Jeden Monat dieses Jahres stellt sich jeweils eine Fachschaft in einem selbst gestalteten Konzert dem Publikum vor.
An der Musikschule Chur, Süsswinkelgasse 5 und 7, werden heute 970 Schülerinnen und Schüler von 46 ausgebildeten Fachlehrpersonen unterrichtet. Pro Jahr werden rund 12'670 Unterrichtsstunden erteilt. Aufgrund der in den letzten Jahren zunehmenden Schülerzahlen mussten weitere Räumlichkeiten dazu gemietet werden. Seit 2003 ist die Musikschule auch für den Instrumental- und Gesangsunterricht der Kantonsschule zuständig, der vor Ort erteilt wird. Das Angebot umfasst eine Vielfalt von Instrumenten und Stilrichtungen, die in Einzel-, Gruppen- oder Ensembleunterricht belegt werden können. Der Ensemble-und Bandunterricht wird gratis angeboten. Das digitale Zeitalter nahm im Frühlingssemester 2017 Einzug ins Bildungsprogramm: im Fach «Digitale Musikproduktion – Homerecording» werden Kenntnisse über Technik, Software, Composing, Arranging und vieles mehr vermittelt.
Seit 1967 ist die Schule als Verein privatrechtlich organisiert und hat heute Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden Haldenstein und Churwalden.
Doch die Bäume wachsen auch im Graubünden nicht in den Himmel. im Jahr 2016 galt es, eine städtische Subventionskürzung bei der ausserschulischen Musikerziehung zu verkraften. Den andern beiden Jugendinstitutionen, der Jugendmusik und der Singschule Chur erging es in den letzten Jahren auch nicht besser: Sie hatten mit Sparmassnahmen zu kämpfen und beklagen zudem, im Gegensatz zur Musikschule, einen markanten Schülerrückgang.

«Das Athen der heutigen Gauner»
Der Pianist und Musikschulleiter Urban Derungs verfasste zum hundertjährigen Bestehen seiner Institution eine höchst informative und gut dokumentierte Jubiläumsschrift. Derungs ist der Schule seit seinem sechsten Lebensjahr eng verbunden, zuerst als Klavierschüler und, nach seinem Musikstudium, ab 1995 als Lehrer und seit 2014 als Leiter. Seinem Schulporträt stellt er augenzwinkernd Schillers Diktum aus den «Räubern» voran: «...reis du ins Graubündner Land, das ist das Athen der heutigen Gauner». Ganz so unkultiviert waren die Bündner aber schon damals nicht mehr. Schon 1710 wurde in Chur ein «Collegium Musicum» gegründet. Ab 1870 gab es einige Versuche, einen Orchesterverein zu etablieren – es fehlte aber jeweils an qualifizierten Musikern. 1912 klappte es endlich. Für ein dauerhaftes und erfolgreiches Bestehen des Orchesters war aber eine Förderung des Nachwuchses notwendig. 1913 kam es zur Gründung einer Orchesterschule. 1919 wurde sie in eine selbständige Musikschule umgewandelt und stiess sogleich auf grosses Interesse. Gestartet wurde mit 75 Schülern und drei Lehrkräften. Ab 1922 wurden nur noch ausgebildete Lehrkräfte mit Konservatoriumsabschluss eingestellt. 1924 unterrichteten sechs Lehrpersonen Streich- und Blasinstrumente, Klavier, Ensemble, Theorie und Musikgeschichte. Die Schülerzahl stieg auf 183.
Die fehlende Finanzierung brach der Musikschule allerdings fast das Genick. Ab 1930 hatte die Institution von der Stadt eine jährliche Subvention von Fr. 1500.00 und vom Kanton Fr. 500.00 bekommen. 1965 waren es gesamthaft immer noch nur 2000 Franken – 1500 Franken davon waren inzwischen allein für die Mieten zu berappen. 1974 ging gar nichts mehr. Nur dank grossen Engagements und viel Idealismus der Lehrkräfte konnte die Schule damals gerettet werden. Ende der Siebzigerjahre trat eine Verbesserung der finanziellen Situation ein. 1984 zählte die Schule über 500 Auszubildende und 38 Lehrpersonen. 1985 und 1989 erreichte man in zwei Volksbegehren eine massive Erhöhung der städtischen Beiträge.

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