Erweiterte Delegiertenversammlung mit Präsidien 

Musiklernen digital

Niklaus Rüegg, 24.04.2019

Die Digitalisierung geht auch an den Musikschulen nicht vorbei. In der spannenden März-DV in Olten wurden Best Practice-Modelle vorgestellt.

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Bekannte und neue Gesichter vereint: v.l. Doris Pamer (Wien), Martin Albrecht (SZ), Klaus Beck (LI), Mengia Demarmels (GR), Michaela Hahn (Wien), Christine Bouvard Marty (VMS)

Niklaus Rüegg – Der VMS organisiert in der Regel alle Jahre eine Frühjahrs-DV mit einem Arbeitsschwerpunkt zu einem aktuellen Thema. Diesmal ging es um das «Digitale Lernen an Musikschulen». Zunächst durfte VMS-Präsidentin Christine Bouvard vier neue Delegierte begrüssen: Zum ersten Mal dabei waren Philippe Régana (GE), Mengia Demarmels (GR), Tobias Loew (NW/OW) und Alexandra Kirchmann (TG). Als Gäste aus Österreich durfte die Präsidentin Michaela Hahn, Professorin, und ihre Assistentin und Doktorandin Doris Pamer, (beide Universität für Musik und darst. Kunst Wien) herzlich willkommen heissen. Aus Anlass des Workshops Digitalisierung stiessen am Nachmittag Thomas Limacher und Michael Giger (MS Luzern), Adrian Meyer (MS Einsiedeln), Cordelia Dal Farra (Präsidentin MS Uri) und Kerstin Wiehe (Vizepräsidentin VZM) hinzu.
Bevor das Thema Digitalisierung an der Reihe war, wurden einige wichtige Verbandsgeschäfte behandelt. Der Leitfaden «Integration durch musikalische Bildung» konnte verabschiedet werden, Vorstandsmitglied Thomas Saxer stellte Konzept und Zeitplan für die Statistik 2020 vor, Christine Bouvard erläuterte die wichtigsten Ergebnisse der Musikschul-Umfrage des Bundesamts für Kultur BAK zur Wirksamkeit der gesetzlichen Umsetzung von VA 67a «Musikalische Bildung» sowie die Begabtenförderungs-Projekte Label «Pre-College Music CH» und «Talent Card Music CH». Die Begabtenförderung soll aller Voraussicht nach in die nächste Kulturbotschaft 2021 bis 2024 Eingang finden. Die geleisteten VMS-Arbeiten ermöglichen eine fundierte Positionierung der Verbandsanliegen.

Begeisterung und Skepsis
Neben grosser Begeisterung sind in Musikschulkreisen auch Ängste gegenüber dem digitalen Lernen zu spüren. Neue didaktische Möglichkeiten in diesem Bereich werden mitunter als Bedrohung für die hergebrachten Unterrichtsformen empfunden. Diesen diffusen Ängsten konnte die Veranstaltung ein Stück weit entgegenwirken.
VMS Vize-Präsident Valentin Gloor kündigte unterschiedliche Einblicke in umfassende Musikschul-ICT-Projekte sowie in bestehende und noch in Entwicklung begriffene Lernprogramme an und begrüsste als erste Michaela Hahn, Professorin für Musikmanagement und EMU-Vorstandsmitglied. Sie berichtete in ihrem Input-Referat über den Einsatz der digitalen Technologie in Österreich anhand von drei Projekten in fünf Einsatzbereichen. Sie betonte, dass die Technologie in der Pädagogik ein Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck sein sollte.

Lernprogramme und ICT-Umgebungen
Einen vielversprechenden Ansatz stellten Thierry Debons und Gaspard Bucher vom Conservatoire cantonal du Valais in Sion mit der App «Sarigama» vor, mit der individuell auf Schülerbedürfnisse und unterschiedliche Lernniveaus angepasste Übungen im Bereich Musiktheorie programmiert werden können. Jan Gazdzicki von der Musik-Akademie Basel beschrieb das noch in der Testphase befindliche, interaktive Programm «The Tony Game», mit dem Lernprozesse im Notenlesen unterstützt und gesteuert werden können.
In eine ähnliche Richtung geht das in Entwicklung begriffene Programm von Daniel Brand «Rocket Learning». Es zielt ab auf die Begleitung des Übeprozesses in der Zeit zwischen den Lektionen.
Sven Häfligers interaktives Konzept des Online-Klavierunterrichts für Erwachsene «Zapiano» gab viel zu diskutieren, präsentierte es der Erfinder doch als echte Alternative zum herkömmlichen Unterrichtsmodell.
Martin Frey und Marie Verstraete stellten den umfassenden Stand der ICT-Umgebung an der Musikschule Zollikon vor, und Dennis Mungo, Leiter der Musikschule Werdenberg, berichtete über die schrittweise Einführung der digitalen Medien an seiner Schule und die ersten Erfahrungen aus der Praxis.
Die Referate wurden von anregenden Diskussionen begleitet, und manche Teilnehmende dürften mit wertvollen Anregungen nach Hause gegangen sein.

Die nächste VMS-DV findet am 14. Juni wieder in Olten statt.

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