Am 1. September 2019 tritt Valentin Gloor die Stelle als Direktor der Hochschule Luzern – Musik an. 

Zusammenwirken mit den Musikschulen

Niklaus Rüegg, 24.04.2019

Am 1. September 2019 tritt Valentin Gloor die Stelle als Direktor der Hochschule Luzern – Musik an.

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Valentin Gloor bringt die besten Voraussetzungen für das anspruchsvolle Amt mit.

Niklaus Rüegg – Valentin Gloor hat in Winterthur und Graz Sologesang studiert und das Lehrdiplom und den Konzertmaster erlangt. Mit einer Dissertation im Bereich Artistic Research wurde er an der Kunstuniversität Graz promoviert. Als Konzertsänger wirkt er in der Schweiz und den europäischen Nachbarländern. Er hat an Musikschulen, Kantonsschulen sowie privat Gesangsunterricht erteilt.
Gloor bildete sich in Management weiter und bekleidete Führungspositionen als Gründungsrektor der Kalaidos Musikhochschule und seit 2014 als Direktor des Konservatoriums Winterthur. Als Vizepräsident des Verbands Musikschulen Schweiz und als Vorstandsmitglied des Verbands Zürcher Musikschulen sammelte er breitgefächerte Erfahrungen in politischen Kontexten.
Das Zusammenwirken von Musikschulen und Hochschule ist ihm ein grosses Anliegen.

Valentin, noch einmal herzlich Gratulation zu deiner Wahl zum Direktor der Hochschule Luzern - Musik! Was reizt dich an dieser neuen Aufgabe besonders?
Die Hochschule Luzern – Musik ist sehr gut aufgestellt: Hervorragende Mitarbeitende und Angebote, hohe Qualität, mehrere Alleinstellungsmerkmale und Schwerpunkte... Zudem hat sie eine starke Vernetzung im Berufsfeld ihrer Absolventinnen und Absolventen und pflegt die Zusammenarbeit mit wichtigen Kultur- und Bildungsträgern in der ganzen, kulturell pulsierenden Region. Dazu kommen erstklassige internationale Kooperationen und eine gute politische Abstützung. Als wäre dies alles nicht genug, darf sie in eineinhalb Jahren auch noch ein neues Gebäude beziehen. Was für eine Ehre, für diese Hochschule arbeiten zu können! Zugleich rollt auf das musikalische und musikpädagogische Berufsfeld eine Welle von Veränderungen zu, von der wir aktuell vermutlich erst das Vorbeben spüren: Digitalisierung, demografischer Wandel, Migration, verändertes Freizeitverhalten, gewandelter Bildungsbegriff… – wenn ich das erwähne, bin ich keineswegs originell. Aber wie unterstützen wir Menschen darin, dass sie einen guten Start in ein bereits hoch dynamisches Berufsfeld schaffen und unter Umständen für die nächsten 40 bis 50 Jahre berufs- und anschlussfähig bleiben? Da mitzugestalten, ist eine anspruchsvolle und absolut begeisternde Aufgabe!

Würde bringt auch Bürde – wo siehst du die grössten Herausforderungen in deinem neuen Amt?
Natürlich gibt es auf der Landkarte der Herausforderungen inhaltliche, finanzielle und politische. Zentral scheint es mir aber, gemeinsam mit dem ganzen Team und den Partnern die Zukunft einer Institution zu gestalten, die Menschen, ihr Engagement und ihre Energie für gemeinsame Ziele zu gewinnen, Zukunftsoptionen herauszudestillieren und zu tragfähigen Realitäten werden zu lassen. Wir, künstlerisch, wissenschaftlich und pädagogisch tätige Menschen, haben höchste Ansprüche an uns selber (und oft auch an andere): Wenn es gelingt, diese Ansprüche zu bündeln, sind grosse Entwicklungen möglich – und solche Entwicklungen werden wir in den nächsten Jahrzehnten brauchen, um in der musikalischen Bildung zukunftsfähig zu bleiben.

Inwiefern sollte die Hochschule die Unterrichtsrealität an den Musikschulen in ihre Ausbildung miteinbeziehen? Gibt es hier Verbesserungspotential?
Musikhochschulen bilden für vielfältige Kontexte des künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Wirkens aus. Nicht all diese Kontexte hängen direkt mit den Musikschulen zusammen. Wo ein Studiengang mit dem Berufsfeld an Musikschulen zu tun hat, scheint mir aber der Einbezug der Musikschulrealität zentral. Und natürlich gibt es immer Verbesserungspotential – nicht zuletzt deshalb, weil sich das Berufsfeld unter dem Einfluss der gesellschaftlichen Veränderungen ständig wandelt: So unterschiedliche Themen wie Gruppen- und Ensembleunterricht, Klassenmusizieren, Integration und Inklusion, Projektformate, Mediennutzung etc. werden Teil des Arbeitsalltags. Weiterentwicklung ist Teil des Systems.

Sollte sich eine Hochschule auch um Themen wie Breitenförderung, neue Unterrichts- und Lernformen kümmern?
Um diese Themen im Sinne der Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung soll sich die Hochschule unbedingt kümmern. Und neue Unterrichts- und Lernformen betreffen ja auch die Hochschullehre ganz direkt. Die Umsetzung der Breitenförderung ist dann allerdings eine Tätigkeit, die bei Partnern der Musikhochschule angesiedelt ist – eben bei Musikschulen und weiteren Kurs- und Unterrichtsanbietern. Ein gutes Beispiel für ein höchst interessantes Kooperationsfeld!

Auf politischem Gebiet arbeiten Hochschulen und Musikschulen seit einigen Jahren gut zusammen. Welches sind die aktuellen Brennpunkte?
Musikschulen und Musikhochschulen bilden gewissermassen eine «natürliche» Partnerschaft, wenn es um Anliegen der musikalischen Bildung geht. Es gibt auch viele Beispiele politischer Zusammenarbeit auf kantonaler oder regionaler Ebene. Durch die Arbeit im VMS bin ich mit der Zusammenarbeit auf nationaler Ebene vertraut. Hier geht es um die nächste Kulturbotschaft des Bundes. Es ist wichtig, dass der Verfassungsartikel 67a «Musikalische Bildung» weiter umgesetzt wird. Aktueller Schwerpunkt der Bemühungen ist die Schaffung stabiler Grundlagen für die Begabtenförderung und die Studienvorbereitung – zur Förderung des musikalischen Nachwuchses. Dafür setzen wir uns schon seit einiger Zeit gemeinsam ein.

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