Die neue Kulturbotschaft bestimmt die VMS-Agenda 

Sommer-DV mit zukunftsträchtigen Schwerpunkten

Niklaus Rüegg, 02.09.2019

An der VMS-Delegiertenversammlung vom 14. Juni wurden zwei gewichtige Projekte auf den Weg gebracht.

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In Gruppen wird über Chancen und Risiken des neuen Labels «Pre-College Music CH» diskutiert.

Niklaus Rüegg – VMS-Präsidentin Christine Bouvard begrüsste die Delegierten zu einer reich befrachteten Sitzung mit zwei Schwerpunkten, die die Verbandsarbeit in den kommenden Jahren entscheidend bestimmen werden. Kurz vor der Sommerpause wurde der Entwurf zur neuen Kulturbotschaft 2021-2024 publiziert. Der Bund sieht darin die Aufnahme der Musikalischen Begabtenförderung vor und vollzieht damit einen weiteren, wesentlichen Schritt der gesetzlichen Umsetzung des Verfassungsartikels 67a. Die Vernehmlassungsfrist läuft noch bis zum 20. September. Weiter präsentierten der Verband Musikschulen Schweiz VMS und die Konferenz Musikhochschulen Schweiz KMHS ihr neues, gemeinsam entwickeltes Label Pre-College Music CH und läuten damit eine enge Zusammenarbeit auf diesem Gebiet ein.
Im statutarischen Teil der DV am Vormittag durften sich die Delegierten an einem prächtigen VMS-Jahresbericht 2018 mit vielen Infos und gut gewählten Fotos erfreuen. Das Thema Mutationen im Vorstand wurde kurz gestreift: Durch die Wahl des Vizepräsidenten Valentin Gloor zum neuen Direktor der Hochschule Luzern Musik wird im Sommer 2020 eine Vakanz entstehen. Die Ausschreibung wird im November erfolgen. Der Vorstand wird bis dahin eine zukunftsorientierte Strategie ausarbeiten, zumal 2022 aufgrund der statutarischen Amtszeitbeschränkung von 12 Jahren auch ein Wechsel im Präsidium ansteht.
Anna Brugnoni (BS) und Martin Albrecht (SZ), beide langjährige und sehr verdiente Delegierte, nahmen zum letzten Mal an der DV teil. Christine Bouvard würdigte ihr wertvolles Wirken für den VMS.
Fast schon Tradition an der VMS-DV sind die Verleihungen der quarte Open Label-Zertifikate. «Inzwischen ist das Dutzend voll», freute sich Vorstandsmitglied Thomas Saxer und durfte den Vertreterinnen und Vertretern der Schulen Conservatoire de musique neuchâtelois ,NE, Cercle Lémanique d'Études Musicales (CLEM), Lutry, VD, Kreismusikschule Seengen, AG, und Regionale Musikschule Oberes Seetal (REMOS), Meisterschwanden, AG, unter herzlichem Applaus der Anwesenden ihre Zertifikate überreichen.

Begabtenförderung wird gesetzlich
Der Bundesrat hat am 29. Mai 2019 die Vernehmlassung zur Kulturbotschaft 2021–2024 eröffnet. Die VMS-Präsidentin gab den Delegierten einen Einblick in die neue Botschaft, welche die bisherigen Handlungsachsen der Kulturpolitik des Bundes «Kulturelle Teilhabe», «gesellschaftlicher Zusammenhalt» und «Innovation und Kreation» vertieft weiterentwickeln soll. Das Strategiepapier des Bundes berücksichtigt alle Bereiche der Kultur, zu denen auch die musikalische Bildung gehört. Nach dem 2016 erfolgreich eingeführten Breitenförderungsprogramm «Jugend und Musik» wird jetzt als weiterer Verfassungsauftrag die Begabtenförderung gesetzlich verankert. Dafür ist ein neuer Gesetzesartikel vorgesehen. In Zusammenarbeit mit den Kantonen und Musikorganisationen soll eine spezifische musikalische Talentförderung eingeführt werden, deren Rahmenkonzept im 2021 gemeinsam erarbeitet werden soll. Vorgesehen ist der Aufbau einer «Talent Card», die eine stufengerechte Förderung von früher Kindheit bis zur Hochschulreife für besonders begabte Kinder und Jugendliche in kantonalen Programmen ermöglichen soll. Rund 1’000 begabte junge Musikerinnen und Musiker sollen gemäss Kulturbotschaftsentwurf von den dafür vorgesehenen Finanzmitteln profitieren können. Die Talent Card soll auf bestehenden Förderprogrammen der Kantone und ihrer Institutionen aufbauen. Für Kantone ohne bestehende Angebote ist eine Anschubfinanzierung vorgesehen. Die Teilnahme der Kantone an den Begabtenförderungsprogrammen ist weiterhin freiwillig.

Mehr Geld für die Musikalische Bildung
Die vom Bundesrat veranschlagten Zusatzmittel für die Musikalische Bildung belaufen sich für die Periode 2021 bis 2024 auf insgesamt 8,4 Millionen Franken, 6 Millionen für die Begabtenförderung und 2,4 Millionen für den Weiterausbau des Programms Jugend und Musik. «Jugend und Musik» soll weiterentwickelt und in den Bereichen der Ausbildung der J+M Leitenden, der Stärkung der Zusammenarbeit mit der Volksschule und der Vereinfachung der Prozesse optimiert werden. Bereits 20'000 Kinder und Jugendliche konnten über das Programm angesprochen werden.
Die umstrittene Formulierung zu den Musikschultarifen (Art 12a) ist im neuen Entwurf unverändert übernommen worden. Die Evaluation der seit der letzten Kulturbotschaft bestehenden Massnahme zur Förderung des chancengerechten Zugangs an die Musikschule über die Tarifierung (Art. 12a KFG) zeigt ein ernüchterndes Ergebnis. In nur 3 Prozent der Musikschulen wurden die Tarife gesenkt, 16 Prozent haben sie erhöht. Der Bund unterstreicht, dass es zur Umsetzung der Forderung des chancengerechten Zugangs noch weiterer Anstrengungen bedürfe.
Der VMS wird sich in seiner Vernehmlassungsantwort zu allen Themen, insbesondere auch zu Art. 12a äussern.
Die Vorlage der Kulturbotschaft, die dazu gehörenden Vernehmlassungsunterlagen sowie der erläuternde Bericht sind auf den admin.ch-Seiten aufgeschaltet.

Kick-off Label Pre-College

Der Kick-off des Labels Pre-College Music CH bildete den Schwerpunkt am Nachmittag der DV. Zahlreiche Verantwortliche der Begabtenförderung an den VMS-Musikschulen wie auch an den KMHS-Musikhochschulen folgten der Einladung. Das neue Label soll an jene anerkannten Institutionen für Begabtenförderung auf der letzten Meile zu einem Hochschulstudium vergeben werden, welche die im Reglement geforderten Kriterien erfüllen. In erster Linie sind dies Mitgliedinstitutionen der beiden Verbände oder deren kantonale Förderprogramme. Eine Zielsetzung ist es, dass auch den besonderen Ausgangslagen der Kantone ohne eigene Musikhochschulen sowie den geographisch abgelegenen Regionen der Schweiz Rechnung getragen wird.
In Gruppen wurde über Chancen und Risiken des Projekts diskutiert. Dabei kamen Aspekte der Bildungspolitik, der Förderangebote und deren Strukturen, der Finanzierung, der Bildungskooperationen wie auch der Zuständigkeiten rege zur Sprache. Die Ergebnisse der Diskussion werden in die Umsetzung des Projekts einfliessen.

Leitfaden, Konzept und Reglement zum Label Pre-College Music CH stehen auf der VMS-Website zum DOWNLOAD  bereit.

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