Conférence romande vom 4. Dezember 2020 
Inspirierende Conférence

Inspirierende Conférence

Anicia Kohler, 26.01.2021

Wie jedes Jahr trafen sich auch 2020 Vertretende aus der Romandie im Dezember zur Conférence Romande – wenn auch nur digital. Es schalteten sich sogar einige Teilnehmende mehr zu als in vergangenen Jahren.

Fast wie in echt fühlte es sich an. Die Conférence Romande startete in ausgesprochen warmer Atmosphäre, obwohl alle vor ihren Bildschirmen sassen. Da wurde laut gelacht, gefrotzelt und gesmalltalkt – richtig gut tat das! Philippe Müller, Vorstandsmitglied des VMS und der AVCEM (Association vaudoise des conservatoires et écoles de musique) begrüsste die zahlreichen Anwesenden zu einer verkürzten und doch wichtigen Regionalkonferenz. Die VMS-Vernetzung von Musikschulleitenden in der Westschweiz funktioniert bereits seit Jahren sehr gut – die „Conférence romande“ fand bereits zum 17. Mal statt.

Zusammenarbeit zwischen Musik- und Volksschulen
Zu Beginn informierte VMS-Präsidentin Christine Bouvard zum Zwischenstand der Kulturbotschaft 2021 - 2024, insbesondere zum Projekt der Talent Card. „Ein Projekt, das uns sehr am Herzen liegt“, sagte sie. (un projekt qui nous tient très à coeur). Anschliessend fanden Workshops zur geplanten Überarbeitung des Berufsprofils und Leitbildes statt. Die Teilnehmenden vertieften die Fragestellungen der künftigen zentralen Handlungsfelder der Musikpädagogen, des Zielpublikums und des Publikationsformats. Für die meisten Schulleitenden umschreibt das aktuelle Dokument nach wie vor die wichtigsten Werte und Kernthemen des Berufs. Gewünscht wird die Aufnahme des Handlungsfelds der Inklusion, welches in seiner vielfältigen Ausprägung das Berufsfeld auch in Zukunft stark prägen wird. Verschiedenste Adressatengruppen sollen sich künftig über auf sie abgestimmte elektronischen Publikationen informieren können. Diese wertvollen Impulse werden von der VMS Arbeitsgruppe zum Berufsbild nun weiter bearbeitet.
Rund die Hälfte der Zeit wurde auf Anregung von Sylvain Jaccard /NE und Théo Gafner/ VD, beide langjährige Mitglieder der Conférence, der Frage gewidmet, wie sich Musikschulen und Volksschule einander annähern könnten. In jedem Westschweizer Kanton gibt es hierzu unterschiedliche Initiativen und Projekte, und jeweils auch spezifische Baustellen. Sehr positiv bewertet wird zum Beispiel das Projekt „Klassenorchester“ (orchestre en classe). Es wird in mehreren Kantonen erfolgreich durchgeführt. Der Wunsch, die Zusammenarbeit mit der Volksschule zu verstärken, und damit auch der chancengerechte Zugang zur musikalischen Bildung, wie im Verfassungsartikel 67a festgehalten, besser umzusetzen, ist deutlich spürbar.

Hohes Engagement
Die Conférence endete mit der Idee eines gemeinsamen Manifests, und der Gründung einer Arbeitsgruppe, die sich damit in den nächsten Monaten befassen möchte. Philippe Müller fühlte sich nach der Sitzung zufrieden – und inspiriert. „Die Energie ist in allen Kantonen bereits seit Jahren sehr hoch“, sagte er. „Sehr interessant ist jeweils die Tatsache, dass diese Konferenz so viele verschiedene Musikschulen aus verschiedenen Systemen zusammenbringt – grosse wie kleine, kantonale wie private.“