Serie rund um die Überarbeitung des Berufsprofils 

Kurzporträts I: Was bedeutet Musik unterrichten?

Anicia Kohler, 26.01.2021

Was tun Instrumental- und Vokalpädagog*innen? Wie gestaltet sich ihr Alltag, wie sehen sie ihren Auftrag? Im Zuge der Überarbeitung der vor rund 15 Jahren entwickelten Dossiers „Berufsprofil“ und „Leitbild“ stellen wir dieses Jahr verschiedene Musiklehrpersonen ganz kurz vor. Die daraus entstehende Serie wird einen ersten Eindruck davon geben, wie vielfältig sich der Beruf gestalten kann. Die Serie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Rückmeldungen und Vorschläge nimmt die Redaktion jederzeit interessiert entgegen!

Lena Girard (*1983)

Lehrdiplom Musikhochschule Basel und Konzertdiplom Consérvatoire de Lausanne
Aktuell unterrichtet Lena 20% an einer Musikschule im Kanton Bern und gibt in selbstständiger Tätigkeit Stunden in Alexandertechnik für Musiker*innen. Ihrem persönlichen künstlerischen Schaffen widmet sie viel Zeit, wie zum Beispiel einer Konzertreihe an ihrem Wohnort. Im „Berufsprofil“ ist ihr Beruf als Doppelberuf beschrieben – der sowohl künstlerische wie auch pädagogische Kompetenzen erfordert. „Das gilt auf jeden Fall“, sagt Lena Girard. Für mich persönlich sind beide Berufe gleichberechtigt. Sie sind füreinander da und bekräftigen sich gegenseitig. Es gibt Phasen, wo die Energie mehr im einen als im anderen liegt – diese wechseln sich jedoch ab.“
www.lenagirard.ch

Bild: ZVG

Yves Theiler (*1987)

Studium an der Zürcher Hochschule der Künste, an der HMT Leipzig sowie an der HSLU Luzern (Pädagogik-Master und Jazz-Konzertdiplom).
Yves ist mit vier Bands im In- und Ausland unterwegs und unterrichtet etwa 75% in den Kantonen Zürich und Zug. Seine Schülerschaft besteht vor allem aus Jugendlichen und Erwachsenen. Auch er sieht seinen Beruf als Doppelberuf. „Das eine ohne das andere geht eigentlich nicht“, sagt er. Eine weitere Aussage im Berufsprofil hält er ebenfalls für elementar – dass Musiklehrpersonen nämlich auch eine kultur- und bildungspolitische Aufgabe verfolgen. Er sieht seine Aufgabe in Zeiten von Youtube, Wikipedia & Co. unter anderem als Kurator. „Jemand muss all diese Informationen für die Schüler ordnen und in einen Zusammenhang stellen“, sagt er. „Das ist vor allem an der Kantonsschule sehr wichtig.“ Er setzt dies ganz konkret um, indem er den Schülern den Musikerberuf in allen seinen Facetten aufzeigt, sie auch mal an seine Konzerte einlädt oder mit ihnen eigene Kompositionen erarbeitet.
www.yvestheiler.com

Bild: Gian-Marco Castelberg