DV vom 12.3.2021 

Digitales Treffen der Delegierten

Anicia Kohler, 25.03.2021

Am 12. März trafen sich die kantonalen Delegierten mit weiteren Interessierten aus den Kantonalverbänden zur Delegiertenversammlung. Sie war vor allem den beiden Themen „Talent Card Music CH“ sowie dem Forschungsprojekt „Musik lernen Schweiz“ gewidmet.

Wie bereits im November fand auch diese Ausgabe der Delegiertenversammlung via Zoom statt. Im Fokus standen mehrere Themen, die die Zukunft der musikalischen Bildung in der Schweiz prägen werden – von der Erneuerung des Berufsprofils über die Studie „Musik lernen Schweiz“ bis zum Start der Begleitgruppe für das Bundesprojekt „Talent Card“.

Erneuerung Leitbild Berufsprofil
In den nächsten 2-3 Jahren wird das Berufsprofil des VMS für Instrumental- und Vokallehrpersonen überarbeitet. Die Arbeitsgruppe ist breit aufgestellt und wird ihre Arbeit im Juni 21 aufnehmen. Diese Kernarbeitsgruppe wird sowohl eine Echogruppe aus der Romandie und dem Tessin sowie weitere, auch internationale, Expert*innen beiziehen. „Das Berufsprofil soll uns erlauben, gemeinsam über die Zukunft des Berufsfeldes nachzudenken – im Kontext der Musikschulen, im Hinblick auf die musikpädagogischen Ausbildungen, aber auch zur bestmöglichen Kommunikation auf politischer Ebene“, so VMS-Vizepräsident Valentin Gloor.

Ersatzwahlen im Vorstand
Christine Bouvard informierte über den Stand der Ersatzwahlen im Vorstand, die im Juni anstehen. Für die Neubesetzung der beiden Ressorts Pädagogik (aktuell: Valentin Gloor) sowie Public Affairs (aktuell: Stefanie Dillier) sind mehrere Bewerbungen eingegangen. Die Hearings finden Mitte März statt. Für das Präsidium soll ebenfalls im Juni eine zusätzliche Person in den Vorstand gewählt werden, damit die aus statutarischen Gründen bevorstehende Amtsübergabe im Sommer 2022 möglichst gut vorbereitet werden kann. Christine Bouvard rief dazu auf, geeignete Personen für dieses Amt zu melden – gesucht wird eine Person mit Erfahrung und nationaler Vision für die musikalische Bildung, mit politischem Gespür und dem Flair für‘s Brückenbauen zwischen den Schweizer Kulturräumen. Christine Bouvard empfahl das Amt mit folgenden Worten: „Es ist ein schönes, verantwortungsvolles Amt, und man kann wirklich etwas anpacken.“

Arbeitsstart für das Bundesprojekt zur Begabtenförderung
Im Januar 2021 startete die Arbeit am Projekt „Talent Card“ des Bundes. Die einberufene BAK-Arbeitsgruppe besteht aus Vertreter*innen des Bundesamtes für Kultur, der Erziehungsdirektorenkonferenz , des Schweizerischen Gemeinde- und des Schweizerischen Städteverbands, des Schweizer Musikrats, der Konferenz der Musikhochschulen Schweiz sowie des VMS. Das Rahmenkonzept soll bis Ende 2021 erstellt sein, darauf aufbauend wird die Verordnung folgen. Orientierungen erfolgen zu gegebener Zeit an der Delegiertenversammlung.

Stand Forschungsprojekt „Musiklernen Schweiz“
Prof. Dr. Marc-Antoine Camp und MA Bastian Hodapp vom Kompetenzzentrum Musikpädagogische Forschung HSLU-Musik stellten den Zwischenstand des Forschungsprojekts „Musiklernen Schweiz “ vor. Der Forschungsbericht wird in den nächsten Monaten veröffentlicht. In mehreren Gruppen diskutierten die rund 40 Anwesenden unter anderem über die Frage, wie Musikschulen auf den angenommenen demographischen Wandel hin zu mehr Unterricht im Erwachsenen- sowie im Frühbereich reagieren könnten. Mehrere Teilnehmende stellten fest, dass bei den Erwachsenen die Finanzierung ein Hindernis sein könnte – und warfen die Frage auf, ob im Rahmen des „Lebenslangen Lernens“, das in aller Munde ist, allenfalls in Zukunft eine Unterrichtssubventionierung für Erwachsene denkbar sein könnte. Andere berichteten von bereits bestehenden und ausbaubaren Kooperationen mit Altersheimen, mit der Pro Senectute und mit Kitas. Ebenfalls als wichtig erachteten viele die Zusammenarbeit von Volksschule und Musikschule. Ganz konkret wurde die Idee genannt, dass die Musikschule in die Tagesstruktur der Volksschule mitgedacht wird – dass Schüler*innen zum Beispiel die Gelegenheit bekommen, in der Tagesschule zu üben. In weiteren Diskussionen wurde über das ganzheitliche Mandat der Musikschulen, als Ort der Bildung und der Kultur, nachgedacht.

Wertvolle Fragen und Inputs
Christine Bouvard entliess die Delegiertenversammlung pünktlich zum Mittagessen. „Es ist für uns sehr erfreulich, dass alle Kantone vertreten waren“, sagte sie. Die Diskussionen in den kleinen Gruppen empfanden alle Vorstandsmitglieder als überaus anregend – sie seien sehr tiefgründig gewesen und hätten neue, inspirierende Fragen aufgeworfen.