Rücktritte von Stefanie Dillier und Valentin Gloor 

Zwei Abschiede

Anicia Kohler, 30.06.2021

Stefanie Dillier und Valentin Gloor treten per Ende Juni aus dem Vorstand des VMS zurück. Sie nennen grosse Themen, die sie auch weiterhin begleiten werden – und berichten von ihren persönlichen Highlights.

Bild: Niklaus Rüegg

Stefanie Dillier war drei Jahre lang Vorstandsmitglied im VMS und zeichnete für das Ressort Public Affairs verantwortlich.

Stefanie, kannst du ein besonderes Highlight aus deiner Vorstandszeit nennen?
Dazu zähle ich ganz klar die jährlichen Klausuren des Vorstands, aber auch die Tätigkeit als Delegierte in der EMU (European Music School Union, Anm. d. Red.), wo ich viele spannende Kontakte knüpfen konnte. teilnehmen durfte. An diesen Anlässen, zum Beispiel während der Reise nach Bulgarien an die Generalversammlung war für mich sehr gut spürbar, dass es rund um die musikalische Bildung in vielen Ländern ähnliche Themen gibt, dass aber die Rahmenbedingungen überall sehr unterschiedlich sind.

Dein Berufsleben ist vielfältig: du unterrichtest Rhythmik und Musik und Bewegung und leitest die Musikschule Alpnach. Dazu kam mit dem VMS auch noch die Arbeit auf nationaler Ebene. War das für dich ein Spagat – oder eine Bereicherung?
Ich habe gemerkt, dass ich im kreativen Bereich Abstriche machen musste. Ich hatte weniger Raum für den Unterricht. Dies trug dazu bei, dass mir der schwierige Entscheid, aus dem Vorstand zurückzutreten, ein bisschen leichter gefallen ist. In meinem Ressort Public Affairs gehörte es zu den Aufgaben, den Kontakt mit den Kantonalverbänden zu pflegen. Dies habe ich sehr geschätzt. Hier wurde mir bewusst, welch grosse und wichtige Aufgaben mit der Vision des VMS - vorausgehen, verbinden, unterstützen – verbunden sind. Im Vorstand war ich indirekt auch das Sprachrohr für die kleineren Musikschulen.

Wirst du dich als Leiterin einer ebensolchen kleineren Musikschule weiterhin für sie stark machen?
Ich bin weiterhin im Vorstand des Kantonalverbands Unterwalden. Dort werde ich mich sehr einsetzen, auch mit dem Wissen, das ich aus meiner Zeit im Vorstand des VMS mitnehmen kann. Den Trend, dass Musikschulen zusammengelegt werden, finde ich nicht nur gut. Es ist wichtig, dass das Angebot von Musikschulen niederschwellig ist, dass sie mitten im Dorf sind. Dass Musikschulen sich nicht zu Burgen entwickeln, die nur Privilegierten offen stehen. Musikschulen sollten nahe bei den Menschen sein – das bleibt für mich ein wichtiges Thema.

 

Bild: Niklaus Rüegg

Valentin Gloor wurde 2016 in den Vorstand gewählt. Er leitete das Ressort „Musikpädagogik und Entwicklung der Musikschulbranche in Praxis und Forschung“ und übernahm auch das Vizepräsidium.

Valentin, was hat dich vor fünf Jahren dazu bewogen, dich im VMS zu engagieren?
Mich hat das Engagement für Musikschulen sehr motiviert – auf einer Ebene, zu der ich sonst keinen Zugang gehabt hätte, nämlich auf der nationalen. Gute Rahmenbedingungen für Musikschulen zu schaffen – in einem hervorragenden Team und im Austausch mit Delegierten aus der ganzen Schweiz – reizte mich sehr. In besonderem Mass hat das Thema Begabtenförderung meine Zeit im VMS begleitet und geprägt. Aber auch ganz generell die Umsetzung des Verfassungsartikels 67a fand und finde ich sehr wichtig – da gibt es noch einige Zukunftsprojekte!

Worin siehst du die Herausforderungen für den VMS in Zukunft?
Ich denke, eine grosse Herausforderung wird es sein, die gute Positionierung mit dem grossen politischen und verbandspolitischen Netzwerk zu halten und weiterzuentwickeln. Und eine zweite wird es immer sein, Projekte zu lancieren und zu Ergebnissen zu bringen, die für möglichst alle Musikschulen und alle Kantonalverbände von Interesse sind und positive Effekte bringen. Das ist extrem anspruchsvoll, weil die Landschaft so heterogen ist.

Was waren für dich die Highlights des Engagements im VMS?
Den zwischenmenschlichen Kontakt im Team habe ich sehr geschätzt, mit meinem Kolleg*innen im Vorstand habe ich sehr gern zusammengearbeitet. Auch zu den Themen, die der VMS bearbeitet, begebe ich mich nur sehr ungern in grössere Distanz – sie bleiben für mich sehr wichtig. Ganz klare Highlights waren die Klausuren. Sie wurden wirklich dafür genutzt, im Team vertieft über strategische Fragen nachzudenken. Und es gab jedesmal klare Resultate, was nicht selbstverständlich ist.