Aus dem Buch "Sanitas Health Forecast" 

Ängstlich, niedergeschlagen und unruhig?

VMS, 01.09.2021

Dass die Pandemie aufs Gemüt schlägt, ist wissenschaftlich belegt – unter anderem dank der Corona-Stress-Studie der Universität Basel.

Vor der Pandemie litt rund jeder dreissigste Mensch in der Schweiz an schweren depressiven Beschwerden – im ersten Lockdown gab jeder zehnte und Ende 2020 sogar jeder fünfte an, unter schweren depressiven Verstimmungen zu leiden. Dies ergab die Schweizer Corona-Stress-Studie, in deren Rahmen bereits drei Befragungsrunden mit 10’000 Beteiligten stattfanden. Laut des Forschungsteams trugen dazu Faktoren wie Stress im Job, allein leben, düstere Zukunftsgedanken oder das eingeschränkte Sozialleben bei. Besonders betroffen waren und sind junge Leute und Personen, die während der Pandemie finanzielle Unsicherheiten erlebten – dazu gehören unter anderem diejenigen, die in der Kultur oder in der Gastronomie tätig sind. Insgesamt ist die Romandie stärker betroffen als die Deutschschweiz und das Tessin.

Niedergeschlagenheit, schlechter Schlaf, Ängste und Unruhe können Zeichen für eine beginnende Depression sein. „Ich rate dringend, sich dann nicht in der Einsamkeit zu verkriechen, sondern zum Arzt zu gehen“, rät Fulvia Rota, Psychiaterin und Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie. Eine Depression lasse sich behandeln, wenn man nicht zu lange warte. Hilfe gibt es zum Beispiel unter der Telefonnummer 143 (www.143.ch), für Kinder und Jugendliche unter der Nummer 147 (www.147.ch) oder bei psychologischen und psychiatrischen Fachpersonen.

Aus dem Sanitas Health Forecast (Edition 2021), erschienen im Verlag Wörterseh. Das umfassende Nachschlagewerk zeigt Trends im Bereich der körperlichen, geistigen und ökologischen Gesundheit auf. Neben einem Kapitel über psychische Gesundheit mit oben erwähnter Reportage über die psychischen Folgen der Pandemie finden sich darin auch Informationen über die Kraft von Mikroorganismen oder die Tatsache, dass wieder mehr Medizinstudierende Hausarzt oder Hausärztin werden möchten.

Weitere Informationen zum Sanitas Health Forecast finden Sie hier