Digitalisierung und Netzwerken 
Conférence romande

Conférence romande

Anicia Kohler, 13.12.2021

Am 3. Dezember 2021 trafen sich kantonale Vertreter:innen sowie Musikschulleiter:innen zur alljährlichen Conférence romande. Gastgeberin war die Ecole de musique de Lausanne.

 „Die Musikschulen leisten hervorragende Arbeit“ – Michael Kinzer, Leiter der Kulturabteilung der Stadt Lausanne eröffnete die 18. Conférence romande mit einem wertschätzenden Grusswort. „Dass der Zugang zur musikalischen Bildung möglichst niederschwellig wird, ist unser gemeinsames Anliegen“, ergänzte er, „Ein proaktives Engagement aller Beteiligten ist der Schlüssel dazu.“
Théodor Gafner, Leiter der Ecole de musique de Lausanne, stellte den rund zwanzig Anwesenden seine Musikschule kurz vor (auf charmante Weise unterstützt von Hündchen Jiji). Mit fast 2000 Schüler:innen, 100 Lehrpersonen und einem vielfältigen Angebot für alle Altersgruppen, vom zwölfmonatigen Baby bis zur Erwachsenen, gehört die Ecole de musique zu den grösseren Musikschulen in der Umgebung.

Nationales Rahmenkonzept „Talentkarte Musik“ für kantonale Programme
Organisator Philippe Müller berichtete von den Aktivitäten des VMS-Vorstands im letzten Jahr, und VMS-Präsidentin Christine Bouvard sprach über den Stand der Arbeiten rund um das Rahmenkonzept “Talentkarte Musik“ des Bundes, welches eben an die Kantone und Interessenskreise zur Vernehmlassung zugestellt wurde. Das Rahmenkonzept bietet in einem nationalen Rahmen die Fördermöglichkeit für junge Talente, komplementär zu bestehenden Förderungen der öffentlichen Hand und Stiftungen. Die unterschiedlichen bestehenden Förderstrukturen in den Kantonen sind zu berücksichtigen. „Die kantonale Diversität gehört zur Identität unseres Landes“, sagte Bouvard, und ermutigte die Anwesenden, auf kantonaler Ebene Inputs einzubringen und Fragen zu stellen.

Digitalisierung: Fragen über Fragen
Nach dem Referat von Marc-Antoine Camp (Hochschule Luzern–Musik) zum Stand des aktuellen Forschungsprojekts regte auch der Input von Dr. Richard Emmanuel Eastes von der Fachhochschule Westschweiz (Haute école spécialisée de Suisse occidentale) zum Nachdenken an. Wie kann sich Musikunterricht in Zeiten der Digitalisierung gestalten, fragte er, und betonte, es gehe bei der Digitalisierung weder darum, aus Prinzip modern zu sein, noch darum, die analoge Welt exakt in eine digitale zu überführen. Die Chance der Digitalisierung bestehe darin, dass sie neue Werkzeuge biete, sagte er, und sprach dann über verschiedene neue und ältere digitale Trends, vom Synthesizer bis zur künstlichen Intelligenz. Zentral ist aber sowohl für ihn als offensichtlich auch für die Anwesenden: Was den Unterricht betrifft, bedingt die Digitalisierung vor allem eine Selbstreflexion der Lehrpersonen, die sich zunehmend als Coach wahrnehmen statt als graue Eminenzen, die man nur einmal pro Woche im Unterrichtsraum antrifft. Die Diskussion gestaltete sich vielseitig und intensiv. Um 16h brachten Philippe Müller und Philippe Krüttli die Conférence romande zum Abschluss.