Delegiertenversammlung November 2021 
In grossen Schritten vorwärts

In grossen Schritten vorwärts

Anicia Kohler, Susanne Weber, 29.11.2021

Den VMS beschäftigen grosse Themen – dazu gehören die Unterstützung der Begabtenförderung auf Bundesebene und die Digitalisierung. Thematisiert wurden sie an der Delegiertenversammlung vom 19. November 2021.

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“ – diese alte chinesische Weisheit stellte VMS-Präsidentin Christine Bouvard an den Beginn der Delegiertenversammlung in Olten. Nebst den bereits geschehenen internen personellen Wechseln mit drei neuen Vorstandsmitgliedern stünden dem VMS auch extern mehrere grosse Veränderungen bevor, darunter das Projekt „Talent Card“ des Bundesamts für Kultur.

Der Mehrjahreszielplan – bis 2026 geplante Projekte
Vize-Präsident Philippe Krüttli stellte den vom VMS-Vorstand an der Klausur 2021 erarbeiteten Mehrjahreszielplan vor. Alle Ressorttätigkeiten des Vorstands laufen nach wie vor unter dem Label „Musikschule in Vernetzung“. Dazu gehören die politische Arbeit im Rahmen der Begabtenförderung zur Umsetzung des Art. 67a BV sowie die Strategie für die Kulturbotschaft 2025 – 2028 in Kooperation mit der Konferenz Musikhochschulen Schweiz (KMHS). Im Ressort Pädagogik steht die Erneuerung des Profils „Musikpädagogin Musikpädagoge“ an. Bei den Forschungsprojekten wiederum geht es um den Abschluss der Studie „Musiklernen CH“ sowie um die Begleitung des Projekts „Netzbasierter Instrumental- und Vokalunterricht“, beides in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Musik. Hohe Priorität hat auch die Entwicklung einer nationalen Digitalisierungsstrategie für die Musikschulen. Diese soll unter Berücksichtigung sich stark unterscheidender Bedürfnisse und Ansprüche sorgfältig erarbeitet werden. „Es geht nicht darum, zwei Welten gegeneinander auszuspielen“, sagte Philippe Krüttli, „Sondern zu zeigen, wie die pädagogische Beziehung interaktiver und reicher werden kann, wenn die digitalen Werkzeuge gekonnt eingesetzt werden.“ Intern stehen in den nächsten Monaten und Jahren das Forum für musikalische Bildung 2023, das langfristige Finanzierungskonzept für den VMS sowie die Überführung der beiden Labels quarte und Pre-College CH in eine unabhängige Struktur auf dem Plan.

Rahmenkonzept Talent Card – 2022 wird es konkret
„Das Bundesprojekt „Talentkarte Musik“ ist ein Projekt von historischer Bedeutung “, sagte Christine Bouvard. Der Verfassungsartikel 67a werde mit der Förderung junger Talente umgesetzt. Das vom Bundesamt für Kultur und der Arbeitsgruppe „Talentkarte Musik“ erarbeitete Rahmenkonzept geht in Vernehmlassung in die Interessenskreise. Es wird im Dezember via VMS an alle Kantonalverbände zur Stellungnahme versandt. Begleitend wird der VMS Umsetzungshilfen entwickeln. Bis März 2022 soll das definitive Rahmenkonzept vorliegen, die entsprechende Verordnung soll im Sommer 2022 vom Bund verabschiedet werden. Ab Frühjahr werden die Kantonalverbände bei der Umsetzung und Anpassung der aktuellen Programme aktiv unterstützt.

Berichte aus den Kantonen
In mehreren Kantonen sind gesundheitliche Probleme ein Thema – Krankentaggelder, Versicherungen und langfristige Krankheitsfälle von Schulleitenden und Lehrpersonen stellen Musikschulen vor Herausforderungen. Zudem beschäftigen viele Kantone grössere politische Themen wie die jeweiligen Musikschulgesetze.

Austausch und Einblick ist hilfreich für den Vorstand
Zum Abschluss der Delegiertenversammlung bedankte sich Christine Bouvard für den fruchtbaren Austausch, den der Tag ermöglichte, sowohl im Plenum, während der Kaffeepausen wie auch beim Mittagessen. Sie schickte die kantonalen Vertreterinnen und Vertreter mit guten Wünschen auf die je nach Kanton kurze oder sehr lange Heimreise.

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quarte Open Label
Im Rahmen der Delegiertenversammlung erhielten zwei Musikschulen ein quarte-Zertifikat: die Ecole de Musique du Jura bernois EMJB (BE) sowie die Musikschule Konservatorium Zürich MKZ (ZH). 

Foto: Margot Müller

vlnr:
Patrick Vogel, Erich Zumstein (beide MKZ), Thomas Saxer (Vorstand), Christine Bouvard (Präsidentin), Julien Annoni, Sandra Oppliger, (EMJB), Philippe Krüttli (EMJB und Vorstand)