Kurzporträt 
Musikschule Engiadina Bassa/Val Müstair

Musikschule Engiadina Bassa/Val Müstair

Anicia Kohler, 23.02.2022

Kennzahlen:
Rund 500 Fachbelegungen, 27 Lehrpersonen, 12 Standorte (vor allem an den Volksschulen)

aufgezeichnet von Anicia Kohler

Jedes Kind soll die Gelegenheit bekommen, ein Instrument zu erlernen – das ist für uns das Wichtigste. Wir sind überall im Unterengadin präsent, meistens dort, wo die Kinder die Schule besuchen. Das bedeutet, dass die Lehrpersonen lange Fahrtwege zu verschiedenen Standorten auf sich nehmen. Unser Hauptstandort liegt in Scuol. Würden wir aber nur dort unterrichten, hätten viele Kinder nicht die Gelegenheit, ihr Wunschinstrument zu erlernen – es wäre schlicht zu weit weg. Dass wir in den Schulen präsent sind, ist ein grosser Vorteil. Wir führen die musikalische Früherziehung durch, und erreichen die Kinder so schon sehr früh. Unser Angebot ist auch dank unserer Dorfkonzerte gut bekannt. Alle Schülerinnen und Schüler treten einmal pro Jahr an ihrem Wohnort auf. Diese Konzerte dauern manchmal nur zwanzig Minuten, gerade in den kleinen Dörfern, aber sie sind für die Kinder etwas ganz Besonderes, und sie gehören fest zum Terminplan der Dorfbevölkerung. Zudem veranstalten wir jedes Jahr einen grösseren Anlass zum Abschluss des Schuljahres, immer in einer anderen Gemeinde. Wir bespielen das ganze Dorf an verschiedenen Orten, im Freien und drinnen, den ganzen Tag lang. Da kommen insgesamt an die 1000 Zuhörerinnen und Zuhörer.

Leider macht es das dezentralisierte Unterrichten schwierig, gleichgesinnte Kinder zusammenzuführen, zum Beispiel in einem Streichorchester. Unsere Schüler*innen sind über das ganze Engadin verteilt, und das macht das Ensemblespiel oder den Theorieunterricht in Gruppen schwierig. Eine Herausforderung sind auch die unterschiedlichen Anstellungsbedingungen. Wenn Lehrpersonen sowohl im Ober- als auch bei uns im Unterengadin unterrichten, sehen sie eine grosse finanzielle Differenz. Aber die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Schulen ist ausserordentlich gut. Wir stossen auf offene Ohren, wenn wir Verbesserungen anstreben möchten, weil man sieht, dass wir viel machen. Auch die Zusammenarbeit mit den Laienvereinen ist sehr gut.

Roberto Donchi, Schulleiter

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