Delegiertenkonferenz vom 17. Juni 2022 
Abschied und Neuanfang

Abschied und Neuanfang

Anicia Kohler, 24.06.2022

Am 17. Juni trafen sich Vertreter*innen aller Kantone zu einer mit wegweisenden Traktanden vollbepackten Delegiertenversammlung. Ins Programm gehörte zum Beispiel die Wahl des neuen VMS-Präsidenten – er übernimmt das Amt von Christine Bouvard.

Die DV begann mit einer erfreulichen Nachricht: An VMS-Schulen sind im Vergleich zu 2021 mehr als 5000 neue Fachbelegungen zu verzeichnen. Laut Christine Bouvard ein Hinweis darauf, dass sich die Musikschulen von den Auswirkungen der Pandemie langsam erholen. Im Zusammenhang mit der Präsentation des Jahresberichts bedankte sie sich entsprechend ausdrücklich bei den Musikschulen, Schulleitenden und Kantonalverbänden, die sich mit hohem Engagement für die musikalische Bildung einsetzen – insbesondere während der letzten beiden Pandemiejahre.

Anpassung der Mitgliederbeiträge 2024
Die Struktur der Mitgliederbeiträge müsse aus zwei Gründen angepasst werden, berichtete anschliessend Thomas Saxer, Verantwortlicher für das Ressort Finanzen und Dienstleistungen. Erstens sorgten vermehrte Fusionen von Musikschulen dazu, dass die Sockelbeiträge langfristig sinken würden, und zweitens nähmen die Beiträge externer Geschäftspartner kontinuierlich ab. Das von der Arbeitsgruppe erstellte neue Konzept wird nun bei den Kantonalverbänden in die Vernehmlassung geschickt und soll danach an der Delegiertenversammlung im November 2022 genehmigt werden.

Nebst der Kompensierung des Wegfalls von Einnahmen aus den beiden oben genannten Gründen würden im neuen Konzept die kleineren Musikschulen entlastet, indem die Belastung ausgeglichener gestaltet werde, sagte Saxer. Entsprechend werde der Sockelbeitrag für die grossen Musikschulen steigen – sie würden allerdings auch weiterhin im Verhältnis zu ihrem Umsatz deutlich weniger bezahlen als die kleinen Schulen.

Gesamterneuerungswahl Vorstand und Präsidium
Die vier Vorstandsmitglieder Eva Crastan, Thomas Saxer, Christian Braun und Philippe Müller wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Auch Philippe Krüttli (BE) wurde einstimmig gewählt – er wird dem VMS während der nächsten vier Jahre als Präsident vorstehen. Er übernimmt das Amt von Christine Bouvard, die 2012 zur Präsidentin gewählt worden war. Christine Bouvard wurde mit einem Fotorückblick sowie mit herzlichen Laudatien von Klaus Beck (Liechtenstein) und Jacques Hurni (VD) verabschiedet, für die sich die sichtlich berührte abgehende Präsidentin herzlich bedankte.

Stand der Jahresprojekte und Labels
Nach diesem emotionalen Intermezzo berichteten Christian Braun und Philippe Müller von den Arbeiten am Berufsbild der Musiklehrpersonen, die 2023 in die Abschlussphase gehen werden, und Philippe Krüttli von der Digitalisierungsstrategie.

Die beiden Labels quarte und Pre-College Music CH sollen ausgelagert und langfristig in einem Verein oder einer Stiftung zusammengeführt werden. Dies schlägt die damit beauftragte Arbeitsgruppe nach intensiven Vorarbeiten (unter anderem der Bachelorarbeit eines FHNW-Studierenden) vor. Das Label Pre-College Music CH konnte bereits an acht Institutionen verliehen werden – die nächste Anmeldefrist für Interessierte läuft am 31. Juli 2022 ab.

Forum Musikalische Bildung FMB 2023
Schliesslich stellte Philippe Krüttli die Referent*innen und Programmpunkte des nächsten – und zehnten – FMB vor. Unter dem Arbeitstitel „Digitale Transformation und Kooperation-Inklusion“ werden interessante Expert*innen referieren, darunter Prof. Dr. Andréa Belliger von der PH Luzern und der renommierte Waldhornist Felix Klieser, der ohne Arme geboren wurde.

Förderprogramm „Junge Talente Musik“
Am Nachmittag stand das Förderprogramm des Bundes („Junge Talente Musik“) im Fokus. David Vitali und Lorenzetta Zaugg vom Bundesamt für Kultur stellten die Grundzüge des Programms vor und präsentierten den vorgesehenen Zeitplan. „Es fehlt eine vernetzte, national koordinierte Förderung musikalisch begabter Kinder und Jugendlicher“, sagte David Vitali. Ziel ist deshalb die Ausgestaltung einer national koordinierten und curricularen musikalischen Begabtenförderung in Form eines Rahmenkonzepts, das auf den bestehenden kantonalen Begabtenförderungsprogrammen aufbaut. Anschliessend stellten Vertretende aus verschiedenen Kantonen ihre Programme vor. „Wir werden gemeinsam Schritt für Schritt für dieses wichtige Thema weitergehen“, meinte Philippe Krüttli zum Schluss. „Die Aussichten sind sehr vielversprechend.“