KTI bewilligt Projekt «Contrabassclarinet Extended»  
HKB tüftelt an neuer Kontrabassklarinette

HKB tüftelt an neuer Kontrabassklarinette

PM/Codex flores, 27.10.2014

Die Schweizer Bundesförderagentur KTI (Kommission für Technologie und Innovation) hat das interdisziplinär angelegte Projekt «Contrabassclarinet Extended» bewilligt. Mit der Firma Segelke+Partners als Praxispartner entwickeln die Hochschule der Künste Bern und das Departement Technik der Berner Fachhochschule eine neue Kontrabassklarinette zu einem serienreifen Prototypen.

Die neue Kontrabassklarinette soll die mangelnde klangliche und technische Qualität des Instrumentes überwinden, und zwar unter einer «radikal neuen Prämisse»: Durch die Ersetzung der traditionellen Mechanik mittels sensorisch-dynamischer Tasten und Motorklappen seien keine Kompromisse hinsichtlich der Setzung der Tonlöcher mehr nötig, schreibt die HKB. Klang und Intonation würden markant verbessert und neue Schnittstellen für Komponisten und Interpreten, ja selbst für Medien-Kunst geschaffen. Das Projekt von Ernesto Molinari wird von Roman Brotbeck geleitet.

Die HKB wurde überdies eingeladen, beim EU-Projekt «Experimentation versus Interpretation: Exploring New Paths in Music Performance in the Twenty-First Century» des European Research Council & Orpheus Institute, Ghent, teilzunehmen. SNF-Förderungsprofessor Kai Köpp wird dabei als ständiger Experte wirken und sich mit einer Untersuchung von historischen Aufnahmen aus dem Schönberg-Kreis beteiligen.

Wie das lange 19. Jahrhundert Beethovens Klavierwerk rezipierte, erforscht ein neues SNF-Projekt, das von Thomas Gartmann, dem Leiter der Forschung an der HKB, erfolgreich eingegeben worden ist: Von beiden Enden her untersuchen zwei eng verzahnte Dissertationen, wie sich nach Beethovens Tod interpretatorische Praktiken verändert und weiterentwickelt haben und damit zu einem massgeblichen Teil noch heute unser Beethoven-Bild prägen.

Leonardo Miucci geht dabei von Ignaz Moscheles’ Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Klavierschulen aus und vergleicht dazu die beiden grossen Beethoven-Editionen, die er in den 1830er Jahren für den englischen und zwanzig Jahre später für den deutschen Markt anfertigte. Manuel Bärtsch wertet Aufnahmen mit Welte-Mignon-Rollen und frühe akustische Einspielungen aus und kontextualisiert sie historisch wie ästhetisch. Im Fokus beider Studien stehen Artikulation, Dynamik, Agogik, Pedalisierung, (Umsetzung von) Vortragsbezeichnungen, Tempo und Metronomisierung.


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