Treffen der Musikuniversitäts-Führungen in Graz 
Österreich fehlt der einheimische Nachwuchs

Österreich fehlt der einheimische Nachwuchs

PM/Codex flores, 29.03.2017

Anlässlich einer Langen Nacht der österreichischen Musikuniversitäten haben sich fünf Leitungspersönlichkeiten der Ausbildungsstätten zu einem Austausch über gemeinsame Themen, Aufgaben und Herausforderungen getroffen. Sorge macht ihnen vor allem der fehlende heimische Nachwuchs.

Die Lange Nacht der österreichischen Musikuniversitäten («Take five») spannte einen Programmbogen zwischen Barockmusik und Georg Friedrich Haas, Schauspiel und Jazz, Tanz und Performance.

Zu Gast an der Kunstuniversität Graz waren am 17. März 2017 auf Einladung von Rektorin Elisabeth Freismuth die Anton Bruckner Privatuniversität aus Linz mit ihrer Rektorin Ursula Brandstätter, die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien mit Rektor Franz Patay, die Universität Mozarteum Salzburg, vertreten durch Vizerektorin Sarah Wedl-Wilson, sowie die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit der Rektorin Ulrike Sych.

Gerade die eindrucksvolle Performance der Studierenden im Rahmen von «Take five» habe die hohe Ausbildungsqualität an österreichischen Musikuniversitäten aufgezeigt, waren sich die Betroffenen einig. Zugleich sei ein auf besorgniserregende Weise wachsender Rückgang des Anteils heimischer Studierender zu beobachten. Um hier nicht den Anschluss zu verlieren, sei es dringend nötig, nachhaltig wirksame Weichenstellungen in der musikalischen Grundausbildung durch Schulen und Musikschulen zu legen.

Ein gelebtes «Musikland Österreich» sei nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, die Kulturnation Österreich habe auch einen international einzigartigen Ruf zu verlieren, meinten die Verantwortlichen der Ausbildungsstätten.


Kommentare

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  • Beno Matthias, Musikdirektor am 15.07.17 - 14:49

    Österreichischer Nachwuchs fehlt

    Nun ich denke es fehlen weitreichende Konzepte, denn nicht jede/r Student/Studentin kann in einem Sinfonieorchester unterkommen. Gerade die Laienausbildung bietet grosse Zukunft doch immer noch werden Amateurorchester - egal welcher Couleur - gerade von den sogenannten Profis belächelt. Ich selbst bin ausgebildeter Klarinettist und Dirigent mit 10 jähriger Orchestererfahrung und arbeite schwerpunktmäßig mit 4 Amateurorchestern und 2 Jugendorchestern hauptsächlich in der Schweiz. Neben Spass und positivem Feedback verdiene ich soviel, dass ich eine Familie gut ernähren kann. Doch ähnlich wie in Deutschland werden auch in Österreich schlechte Gehälter bzw Honorare gezahlt. Wem also soll man empfehlen das Hobby Musik zum Beruf zu machen, wenn doch die finanzielle Sicherheit fehlt. Hier gehört ein Umdenken: gute Arbeit benötigt gute Bezahlung. Dann klappt es auch mit dem notwendigen Nachwuchs.Es gibt genug Länder, in denen das funktioniert: Holland, Schweiz, England, Belgien.