Zeitdokument in Weimar vor dem Zerfall gerettet 
Bedeutender Erstdruck des «Lohengrin» restauriert

Bedeutender Erstdruck des «Lohengrin» restauriert

PM/Codex flores, 03.09.2013

Aus dem Nachlass des 2010 verstorbenen Dirigenten Theodor Hlouschek gelangte eines der wenigen Exemplare des «Lohengrin»-Erstdrucks ins Hochschularchiv / Thüringische Landesmusikarchiv nach Weimar, den Ort der Uraufführung der Oper. Dort musste es allerdings zuerst vor dem Zerfall gerettet werden.

Ursprünglich sollte Richard Wagners Oper in Dresden uraufgeführt werden, doch der steckbrieflich gesuchte Komponist musste 1849 aus der Stadt fliehen. Sein Freund Franz Liszt, Hofkapellmeister in Weimar, sprang ein: Vor 163 Jahren, am 28. August 1850, ging die romantische Oper im Hoftheater erstmals über die Bühne. Nur zwei Jahre später wurde die dreibändige Partitur in kleiner Auflage gedruckt: bis heute besitzt sie Seltenheitswert.

Auf Antrag der neuen Weimarer Musikwissenschaftsprofessorin Christiane Wiesenfeldt erklärten sich die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkassenstiftung Weimar-Weimarer Land bereit, die Restaurierung der Partitur mit insgesamt 4800 Euro zu ermöglichen. Zudem unterstützte der Vorsitzende des Weimarer Wagner-Verbandes, Eberhard Lüdde, das Projekt mit einer Spende. Anlässlich der Lohengrin-Premiere am 7. September 2013 im Deutschen Nationaltheater Weimar wird die restaurierte Partitur erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Landesmusikarchiv kaufte zusätzlich eine handschriftliche Klaviertranskription des Lohengrin «für Clavier allein» von Conrad Götze an, der ab 1826 grossherzoglicher Musikdirektor in Weimar war. Dieses Autograph weist grosse Ähnlichkeit mit einem Lohengrin-Klavierauszug auf, der kurz nach der Uraufführung der Oper in Weimar allerdings unter dem Namen Theodor Uhligs publiziert wurde,


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