PNAS-Artikel gibt wenig Hinweise auf allgemeingültige Strukturmerkmale 
Auf der Suche nach Universalien der Musik

Auf der Suche nach Universalien der Musik

PM/Codex flores, 30.06.2015

Eine Forschergruppe um Patrick Savage von der Universität der Künste in Tokio hat mehrere hundert Musikaufnahmen aus aller Welt analysiert, um allen gemeinsame Strukturmerkmale festzumachen. Die Resultate sind nicht uninteressant, aber doch eher unentschieden.

Musik wird gerne als eine universale Sprache charakterisiert. Bislang ist es jedoch nicht gelungen, in der Musik eindeutige Universalien, also Merkmale, die jeder musikalischen Äusserung in gleicher Art eigen sind, festzumachen. Das Team hat eine weitere Probe aufs Exempel gemacht – mit einer statistischen Analyse von 304 Musikaufnahmen aus aller Welt.

Wie die Autoren schreiben, konnten dabei keine absoluten Universalien festgestellt werden. Allerdings lassen sich statistische Allgemeinheiten angeben, die in allen Beispielen aus insgesamt neun berücksichtigten Weltregionen konsistent sind. Insgesamt identifizieren die Autoren dazu 18 individuelle Eigenschaften und 10 Eigenschaften, die in der Regel miteinander verbunden werden.

Die Eigenschaften umfassen Merkmale der Tonhöhenorganisation und der rhythmischen Struktur, aber auch Aufführungsmerkmale und soziale Kennzeichen. Am ähnlichsten erwiesen sich dabei die Funktionen von Musik als Mittel zur Koordination und zur Stärkung des Zusammenhalts von Gruppen.

Die Autoren der Studie betrachten ihre Resultate als einen guten Ausgangspunkt für weitere Forschungen zum Verständnis des Phänomens Musik unter Berücksichtigung globaler Kulturen.

Originalartikel:
http://www.pnas.org/content/early/2015/06/23/1414495112.abstract?sid=67c8f410-732c-4448-9502-f7b3db999d0a


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