Basler Musikwissenschaftler gehen überraschender Geschichte nach 
Die Schweizer Wurzeln von Lesothos Nationalhymne

Die Schweizer Wurzeln von Lesothos Nationalhymne

PM/Codex flores, 18.06.2018

Dass die Landeshymne von Lesotho Wurzeln in Basel hat, ist hier wie dort kaum bekannt. Musikwissenschaftler der Universität Basel sind nun der überraschenden Geschichte dieses alten Lieds im südlichen Afrika nachgegangen.

Die heutige Nationalhymne Lesothos basiert auf einer Tonfolge, die der Basler Musiklehrer Ferdinand Samuel Laur (1791–1854) vor fast 200 Jahren in Basel aufgeschrieben hat. Es ist eine Allerweltsmelodie, wie sie der Chordirigent damals zu Dutzenden produzierte: eingängig und triumphal, aber auch harmlos und austauschbar. Als Schul-, Trink- und Vaterlandslied mit wechselnden Texten verbreitete sich das Lied zunächst in der Schweiz, dann in Frankreich.

Wie aus diesem gewöhnlichen Stück Musik viel später ein wichtiges Stück nationaler Identität werden konnte, interessiert Matthias Schmidt, Leiter des Fachbereichs Musikwissenschaft, und seinen Assistent Andreas Baumgartner. Sie recherchierten in Archiven Lesothos und dokumentierten, wie einheimische Chöre verschiedene Versionen des Laur’schen Musikstücks sangen. «Die Intensität des Gesangs war eindrücklich, denn Musik ist im Alltag Lesothos noch heute sehr präsent», fassen die Forscher ihre Eindrücke zusammen.

Mehr Infos (mit Videos): 
https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/Uni-Research/Lesothos-Nationalhymne-wurde-in-Basel-komponiert.html

Auf dem Bild zu sehen sind die Basler Musikwissenschaftler Matthias Schmidt und Andreas Baumgartner (aussen) mit dem lesothischen Chor «Black is Beautiful» (Lehlonolo Kele, Lebohang Ntloi, Katleho Tlali, Mathebe Kopo sowie Alain Amstutz vom Swiss TPH).


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