Britische Studie bestätigt komplexes Verhältnis von Musik und Emotion  
Musik hilft, Emotionen besser zu erkennen

Musik hilft, Emotionen besser zu erkennen

PM/Codex flores, 15.06.2020

Ein Team der University of Bath um die Psychologin Karin Petrini hat Hinweise gesammelt, dass Musik hilft, akustisch wahrgenommene Emotionen besser zu erkennen. Die Beobachtenden erleben die wahrgenommenen Emotionen dabei nicht selber.

Musikkompetenz kann laut der Studie die Erkennung von Emotionen von Sprechenden verbessern. Ob sie die Erkennung von Emotionen durch andere Kommunikationsformen wie das Sehen verbessert, ist jedoch unklar. Das Bather Psychologenteam präsentierte Musikern und Nichtmusikern visuelle, auditive und audiovisuelle Clips von Kommunikationen zweier Personen. Die Teilnehmer beurteilten so schnell wie möglich, ob die zum Ausdruck gebrachte Emotion Glück oder Wut war, und gaben anschliessend an, ob sie auch die Emotion fühlten, die sie wahrgenommen hatten.

Musiker erwiesen sich dabei genauer als Nichtmusiker darin, Emotionen nur aufgrund akustischer Information zu erkennen. Obwohl das Musiktraining die Erkennung von Emotionen durch Klang verbessert, beinflusst es die selber gefühlten Emotionen allerdings nicht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die emotionale Verarbeitung in Musik und Sprache überlappende, aber auch unterschiedliche Ressourcen verwenden kann oder dass einige Aspekte der emotionalen Verarbeitung weniger auf Musiktraining reagieren als andere.   

Originalartikel:
https://online.ucpress.edu/mp/article/37/4/323/106221/Musicianship-Enhances-Perception-But-Not-Feeling

Link zum Bild: Johnny Cohen / Unsplash


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