Studie des Frankfurter Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik 
Wie wir Sprache und Musik unterscheiden

Wie wir Sprache und Musik unterscheiden

PM/SMZ_WB, 14.07.2021

Ein Team des Frankfurter Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik, des Max Planck NYU Center for Language, Music, and Emotion (CLaME) und der Arizona State University ist der Frage nachgegangen, wie wir Sprache und Musik unterscheiden

Schon mehrfach wurde verglichen, wie Menschen Sprache beziehungsweise Musik wahrnehmen. Die Unterschiede sind jedoch schwer zu erfassen – vor allem, wenn es Überschneidungen gibt, wie bei Reimen oder in der Rap-Musik. Um die Grenzen besser abstecken zu können, initiierte das internationale Forschungsteam eine Online-Studie mit mehr als hundert Personen mit insgesamt 15 verschiedenen muttersprachlichen Hintergründen.

Im Fokus der Studie stand die Dùndún-Trommel. Diese wird im Südwesten Nigerias als Musikinstrument verwendet, aber auch zur Kommunikation eingesetzt. Die Trommel imitiert die tonale Sprache der Yorùbá, wodurch ein sogenanntes Sprachsurrogat entsteht. Das Team verglich die akustischen Eigenschaften sprachlicher und musikalischer Dùndún-Aufnahmen. Dann baten sie die Versuchspersonen, dieselben Aufnahmen anzuhören und anzugeben, ob sie Sprache oder Musik hörten.

Mithilfe der erhobenen Daten entwickelten die Forscherinnen ein statistisches Modell, anhand dessen vorhergesagt werden kann, wann ein Klangbeispiel als musikähnlich oder sprachähnlich wahrgenommen wird. Lautstärke, Tonhöhe, Klangfarbe und Timing erwiesen sich dabei als massgeblich. Ein regelmässiger Rhythmus und häufige Änderungen in der Klangfarbe lassen eine Sequenz beispielsweise eher musikähnlich klingen, während eine geringere Intensität und weniger Änderungen in der Tonhöhe sprachähnlich anmuten.

Originalartikel:
Durojaye, C., Fink, L., Roeske, T., Wald-Fuhrmann, M. und Larrouy-Maestri, P. (2021). Perception of Nigerian Dùndún Talking Drum Performances as Speech-Like vs. Music-Like: The Role of Familiarity and Acoustic Cues. Frontiers in Psychology 12:652673.
https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.652673


 


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