Studie des Frankfurter Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik 
Nicht alle Musik gefällt

Nicht alle Musik gefällt

PM/SMZ_WB, 17.02.2022

In einer aktuellen Studie zeigt ein Team des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main, welche Gründe hinter der Ablehnung bestimmter Arten von Musik stecken können.

Bis auf wenige Ausnahmen standen bei den bisherigen Forschungen zum Musikgeschmack die Vorlieben für bestimmte Musik im Fokus. Das Forschungsteam konzentrierte sich bei seinen Untersuchungen nun erstmals explizit auf die Ablehnung von Musik. In ausführlichen Interviews mit 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus fünf Altersgruppen erfragten sie die spezifischen Gründe, die hinter deren individuellen musikalischen Ablehnungen steckten.

Die Forscherinnen ordneten die Gründe für die Ablehnung drei Kategorien zu: erstens objektbezogene Gründe, wie Komposition oder Text, zweitens subjektbezogene Gründe, wie emotionale Wirkungen oder Diskrepanzen zum Selbstbild, und drittens soziale Gründe, die sich auf das eigene soziale Umfeld und die dort üblichen Geschmacksurteile beziehen (in-group) oder auf andere Gruppen, denen sich die Teilnehmer nicht zugehörig fühlen (out-group).

Abgesehen von den Gründen für die Ablehnung gegen bestimmte Arten von Musik beschrieben die Befragten auch persönliche Reaktionen, die eintreten, wenn sie mit der von ihnen abgelehnten Musik konfrontiert werden. Dazu zählten unter anderem emotionale, körperliche und soziale Reaktionen, die vom Verlassen des Raumes bis zum Abbruch sozialer Kontakte reichten.

Während frühere Forschungsergebnisse bereits zeigen, dass musikalische Ablehnungen wichtige soziale Funktionen erfüllen, erweitert die aktuelle Studie die Begründungen um musikbezogene und persönliche Aspekte. So dienen musikalische Ablehnungen beispielsweise auch dem Erhalt guter Laune, sind Teil des Identitätsausdrucks oder helfen bei der sozialen Abgrenzung. Damit erfüllen sie ähnliche Funktionen wie musikalische Vorlieben, allerdings werden sie weniger offen und eher indirekt geäussert.

Originalartikel:
https://www.aesthetics.mpg.de/newsroom/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detail/article/ungeliebte-musik-was-steckt-dahinter.html


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