Streaming treibt Entwicklung an - keine gute Nachricht für die Musikschaffenden 
Deutscher Musikmarkt wächst weiter

Deutscher Musikmarkt wächst weiter

PM/Codex flores, 19.07.2016

Der deutsche Musikmarkt ist in der ersten Jahreshälfte 2016 weiter gewachsen. Die Einnahmen aus den Verkäufen von CDs, Schallplatten, Downloads und aus der Nutzung von Streamingdiensten legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um insgesamt 3,6 Prozent zu.

Die Erlöse aus Premium-Abonnements und werbefinanzierten Zugängen bei Diensten wie Spotify, Apple Music, Deezer, Napster & Co nahmen um 88 Prozent zu; mit einem Marktanteil von zusammen 24,4 Prozent liegen die Umsätze in diesem Bereich jetzt erstmals deutlich vor den Downloads, die für einen Anteil von 14 Prozent am Gesamtumsatz stehen, schreibt der Bundesverband Musikindustrie (BVMI).

Ein Plus von 46,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum beschert der Schallplatte einen Anteil am Gesamtumsatz von 4,3 Prozent (erstes Halbjahr 2015: 3,1 Prozent). Das Rückgrat des deutschen Musikmarktes, die CD, bleibt mit 52,3 Prozent Umsatzanteil zwar weiter Spitzenreiter unter den Musiknutzungsmedien, ist im ersten Halbjahr 2016 aber um 9,6 Prozent zurückgegangen. Insgesamt ergibt sich damit jetzt eine Marktaufteilung von 60,4 Prozent aus physischen und 39,6 Prozent aus digitalen Musikverkäufen.

Laut Dieter Gorny, dem Vorstandvorsitzenden des BVMI deuten die Zahlen an, dass der Wandel noch schneller erfolgt, als als bisher angenommen. Es sei deshalb wichtiger denn je, die Rahmenbedingungen für die Kreativen und ihre Partner schnellstmöglich zu klären und der Realität anzupassen.

Vor wenigen Wochen hat der offene Brief an die EU-Kommission, unterzeichnet von mehr als 1100 Betroffenen gezeigt, dass nicht zuletzt die Künstler ernsthafte Sorgen haben, weil die neuen Distributionsformen für sie kaum noch substantielle Einnahmen bedeuten. Die Entwicklung könnte «eine deutliche Einschränkung professionellen Musikschaffens zur Folge haben».


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