Entscheid zu Kosten kultureller und sportlicher Aktivitäten in der Schule 
Freiburger Konsequenzen aus Bundesgerichtsentscheid

Freiburger Konsequenzen aus Bundesgerichtsentscheid

PM/Codex flores, 31.01.2018

Ein Bundesgerichtsentscheid zu einer Beschwerde Thurgauer Eltern hat zur Folge, dass auch die Freiburger Gemeinden die Kosten des Schulmaterials sowie die Kosten der kulturellen und sportlichen Aktivitäten, welche die Schulen den Schülerinnen und Schülern anbieten, alleine tragen.

Aufgrund einer Beschwerde von Eltern gegen eine Bestimmung des Volksschulgesetzes des Kantons Thurgau hat das Bundesgericht kürzlich klargestellt, wie die in Artikel 19 der Bundesverfassung verankerte Unentgeltlichkeit des Grundschulunterrichts auszulegen ist. So hat es unterstrichen, dass alle notwendigen und unmittelbar dem Unterrichtszweck dienenden Mittel den Schülerinnen und Schülern unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden müssen.

Für den Kanton Freiburg bedeutet dies laut seiner Mitteilung, dass die Gemeinden künftig die gesamten Kosten des Schulmaterials sowie sämtliche Kosten für Exkursionen, kulturelle Besichtigungen, Sporttage, Projektwochen und die im Rahmen der schulischen Aktivitäten organisierten Schullager übernehmen müssen. Lediglich die Verpflegungskosten dürfen künftig den Eltern in Rechnung gestellt werden und zwar auch nur höchstens 16 Franken pro Tag.

Nebst Schullagern sind auch sämtliche kulturellen Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler betroffen: Besuche von Museen, Ausstellungen, Denkmälern, Aufführungen, Theaterstücken, Filmvorführungen oder Konzerten, kreative gestalterische Aktivitäten, da die damit verbundenen Kosten (Transport, Betreuung, Eintritt, benötigtes Material und so weiter) künftig ausschliesslich von den Gemeinden getragen werden müssen.

  • Peter Toth am 07.02.18 - 01:44

    vermehrte kulturelle Armut in Landsgemeinden

    Das wäre ja grundsätzlich begrüssenswert, wenn es nicht in der Konsequenz dazu führen wird, dass die ländlichen Gemeinden noch kulturärmer werden, Theater und Museum wird gestrichen, statt Bücher nur noch fleddrige, schlechte Kopien, etc... Einmal mehr ein Eigengoal in der Bildung! Wenn ich mit früher vergleiche, da wurde uns viel mehr und besseres Material zur Verfügung gestellt. Es ist eine gesellschaftliche Todsünde, wenn der Staat in der Sparwut sich an der Bildung vergreift!


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