Schäden wegen «Coronakrise» gemeinam verhindern oder abmildern 
Der Schweizer Kultursektor steht zusammen

Der Schweizer Kultursektor steht zusammen

PM/SMZ, 13.03.2020

Der Kultur- und Veranstaltungssektor hat sich in Bern mit dem Bundesamt für Kultur und Pro Helvetia getroffen. Er erwartet rasche und griffige Massnahmen wegen Covid-19.

In einer Medienmitteilung teilt der Schweizer Musikrat mit Sonart - Musikschaffende Schweiz und vielen andern Verbänden mit, der Kultur- und Versammlungssektor zeige sich «erfreut über den konstruktiven Austausch mit den Bundesbehörden» am 12. März.

Gemeinsames Ziel sei, die vielfältige Schweizer Kulturlandschaft sowie ihre Orte, Veranstalter und Arbeitsplätze zu erhalten. Dafür müssten und wollten alle Akteurinnen und Akteure am gleichen Strick ziehen. Schnell greifende Massnahmen seien nötig, um Schäden wegen der «Coronakrise» zu verhindern oder zumindest abzumildern, die die Branche im Speziellen, aber auch die wirtschaftliche Entwicklung des ganzen Landes nachhaltig treffen können.

Die Forderungen lauten:

«1. Temporäre ALV im Kulturbereich für Selbstständigerwerbende und alle, bei denen die Kurzarbeit jetzt nicht greifen würde (z.B. EinzelunternehmerInnen, Freischaffende, Geschäftsleitungen, InhaberInnen sowie TeilhaberInnen)
2. Unkomplizierter Zugang zu Kurzarbeit für alle KMU im Bereich Kultur
3. Kompensation für ausgefallene Veranstaltungen, inkl. Künstlerentschädigung
4. Notfallkasse für existentiell bedrohte Kulturschaffende und -Betriebe
5. Öffentliche Gelder in Kultur müssen weiterfliessen, Kulturförderer (auch private) sollen sich koordinieren
6. Weiterhin direkter Einbezug der Organisationen von Kulturschaffenden und VeranstalterInnen bei Ausgestaltung und Umsetzung der konkreten Massnahmen»

Weiter wird ausgeführt:
«Für uns Vertreterinnen und Vertreter des Kultur- und Veranstaltungssektors ist klar, dass wir aufgrund unserer speziellen Arbeitssituation besonders betroffen sind. Obwohl die Situation derzeit schwierig ist, tragen wir die Massnahmen des Bundes wie auch der Kantone mit und übernehmen unsere Verantwortung im Umgang mit Covid-19. Wenn der Kultur- und Veranstaltungsbetrieb momentan unter schwierigen Bedingungen weiterläuft, dann nicht zuletzt, weil wir darum besorgt sind, dass das soziale Leben mit einem höchstmöglichen Mass an Normalität weitergehen kann und unser Land “in Betrieb” bleibt.

Darüber, dass die Kultur- und Veranstaltungsbranche ein bedeutender Wirtschaftszweig ist, bestehen keine Zweifel. Allerdings zeigt die aktuelle Situation auch auf, dass nur wenig konkrete Daten zu tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen eines plötzlichen Wegfalls von Teilen dieser Branche vorhanden sind. Die seit Jahrzehnten vorgetragene Forderung nach statistischer und volkswirtschaftlicher Erfassung des Kultur- und Veranstaltungssektors hat in den letzten zwei Wochen eine plötzliche Dringlichkeit erhalten.

Ebenfalls zeigen die Entwicklungen der letzten zwei Wochen erneut auf, wie viele Arbeitnehmende im Kultur- und Veranstaltungsbereich in prekären und unterversicherten Arbeitsverhältnissen agieren müssen. Der Anteil der Selbstständigerwerbenden, Freischaffenden und Einzelunternehmern, die weder vom Instrument der Kurzarbeit erfasst werden können noch durch die Arbeitslosenversicherung abgesichert sind, ist ungleich höher als in den meisten anderen Branchen.

Hier müssen kurzfristige Massnahmen getroffen werden, um eine nachhaltige Schädigung der Branche zu verhindern. Gleichzeitig müssen die Lehren aus den aktuellen Ereignissen gezogen werden, um mittelfristig notwendige Änderungen insbesondere im Bereich der Sozialversicherungen anzugehen.»
 


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