Vollständiger Briefwechsel mit biografischen Zusätzen 
Lieber Schoeck – lieber Hesse

Lieber Schoeck – lieber Hesse

Katrin Spelinova, 20.10.2016

Die Korrespondenz aus den Jahren 1911 bis 1956 wurde erstmals vollständig ediert.

Katrin Spelinova — «(…) und so tue ich halt, was mir so schlecht liegt, ich ‹ergreife die Feder› um Dir endlich, endlich für alles zu danken, was mir am 1. September von Dir ins Haus & ins Herz kam!» (Schoeck an Hesse, 27. September 1936) Der Komponist pflegte direkte persönliche Kontakte gerne ausgiebig, das Briefeschreiben hingegen mochte er nicht. Wie viele andere Passagen aus der Korrespondenz zwischen Othmar Schoeck (1886–1957) und Hermann Hesse (1877–1962) ist auch dieses Zitat aus der Schoeck-Literatur bekannt, es erscheint nun aber erstmals im Gesamtzusammenhang. Chris Walton und Martin Germann haben die Briefe vollständig ediert und biografisch verknüpft, weil, wie sie in der Einleitung schreiben, der Briefwechsel mit Hesse der bei Weitem inhaltlich interessanteste sei, den Schoeck geführt habe (S. 9). In der Reihe der Schwyzer Hefte bildet er nun den 105. Band. In chronologischer Reihenfolge berichten die Briefe in erster Linie aus dem künstlerischen Alltag, politisches Zeitgeschehen wird kaum gestreift. Sie sind übersichtlich angeordnet, mit Fussnoten und erklärenden Texten kommentiert sowie stellenweise ergänzt durch einschlägige Erinnerungen von Personen aus dem Freundeskreis. Zusammen mit den 34 sorgfältig reproduzierten Abbildungen (Fotos, Illustration und Faksimiles) zeichnen sie diese Künstlerfreundschaft in vielen Einzelheiten nach. Abgerundet wird der Band mit einigen Texten Hesses über Schoeck, Schoecks öffentlich publiziertem Gruss zum 75. Geburtstag Hesses sowie Fritz Bruns Erinnerungen an die Umbrienreise 1911. Der Band ist eine Art leicht zu lesende aufschlussreiche Schoeck-Hesse-Geschichte. Literaturverzeichnis, Dokumentation und Register lassen ihn auch als praktisches Nachschlagewerk nutzen.

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Chris Walton, Martin Germann (Hg.), Hermann Hesse und Othmar Schoeck. Der Briefwechsel, 135 S., 34 Abb.,
Fr. 25.-, Schwyzer Hefte, Band 105, Theiler Druck AG Wollerau 2016, ISBN 978-3-909102-67-9, ISSN 1010-3694


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