Rezension: Zeitgenössische Techniken für Fagottduo 
Instruktives und Unterhaltsames

Instruktives und Unterhaltsames

Matthias Arter, 05.06.2013

Leicht fassliche, aber nicht zu unterschätzende Stücke für zwei junge Fagottspieler – und eine Zugabe mit Kontrabass.

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Das Fagott spielt in der modernen Musik gegenüber der Klarinette, der Flöte oder auch der Oboe noch immer eine etwas untergeordnete Rolle. Um dem abzuhelfen, sollen bereits junge Leute mit zeitgenössichen Techniken in Berührung kommen, und genau dies ist das Ziel der vorliegenden Sammlung von Fagottduos für den Unterricht.

Als zeitgenössische Techniken werden Mehrklänge, Vierteltöne, Slap-tones, Glissandi, Klappengeräusche, Flatterzunge sowie Einbezug der Stimme behandelt. Wo veränderte Griffe vonnöten sind, finden sich diese immer gleich im Notentext, wodurch Grifftabellen oder Zeichenerklärungen überflüssig werden. Stilistisch bewegen sich die Stücke in einem fasslichen und unkomplizierten Rahmen, sie sind häufig tonal, dabei auch tänzerisch oder liedhaft. Die Schwierigkeit der meisten Stücke sollte nicht unterschätzt werden, wobei nicht unbedingt die zeitgenössischen Techniken, sondern vielmehr grundlegende Zusammenspiel- und Konditionsanforderungen dagegen sprechen, allzu kleine Kinder mit den Stücken zu konfrontieren, obwohl einige Werktitel wie Dicke Schlange im Baum und ihre vermeintliche Beute auf junge Spielende hinweisen.

Nicht weniger als 23 Stücke von acht Komponistinnen und Komponisten sind in der Sammlung enthalten, und einige davon sind zweifellos bis hin zum Hochschulniveau interessant. Musikalisch beeindruckend sind im Besonderen die Fünf Allegorien von Friedrich Schenker und Ein Hauch von Blues von Hermann Keller.

Zeitgenössische Musik für zwei Fagotte (Stücke von Bernd Casper, Georg Katzer, Hermann Keller, Friedrich Schenker, Mia Schmidt, Takehito Shimazu, H. Johannes Wallmann, Helga Warner-Buhlmann), hg. von Dieter Hähnchen, FH 3423, € 24.80, Friedrich Hofmeister, Leipzig 2012

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Eine charmante Zugabe für Fagott und Kontrabass ist Low Agenda von Gernot Wolfgang. Dem Jazz- und Rockidiom verbunden, zeigen sich beide Instrumente in abwechslungsreichem und farbigem Licht. Fantasievolle Interpretinnen und Interpreten werden die Soli noch reicher ausgestalten wollen und sich Freiräume zu schaffen wissen, aber auch schon eine notengetreue Wiedergabe wird grossen Effekt machen!

Gernot Wolfgang, Low Agenda, für Fagott und Kontrabass, Partitur und Stimmen, D 06714, € 16.95, Doblinger, Wien 2011


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