Violinstücke grosser Komponisten  
Neues Unterrichtsmaterial für Klein und Gross

Neues Unterrichtsmaterial für Klein und Gross

Walter Amadeus Ammann, 25.01.2018

Bekannte und unbekannte Stücke berühmter Komponisten, die den Unterricht beleben, in neuen Ausgaben.

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Ist es nicht schön, wenn man als Rezensent ein Heft zum Besprechen in die Hände bekommt, das man schon vor 30 Jahren positiv bewertet hat? Es wurde jetzt Teil der Heftserie Ready to Play, die Klavier, Streich- und Blasinstrumentalisten in Duobesetzungen zu erfülltem Musizieren führt. István Nagy bietet in Introduction to the Great Composers mit 15 unbekannten Stücken eine Übersicht über barockes bis romantisches Komponieren. Die fördernde Vielfalt von Charakteren, Rhythmen, Gesanglichem und Beweglichem ist gross. Einige Stücke können in der 1. Lage gespielt werden, einige fordern 2. und 3. Lage. Die Bogeneinteilung ist klar eingezeichnet.

 

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In der Edition Walhall ist eine schöne Urtextausgabe des von Suzuki und Galamian geförderten Violinkonzertes g-Moll op. 12/1 von Vivaldi erschienen, basierend auf der Erstausgabe von 1729 des niederländischen Verlags Roger & Le Cène. Sie genügt zum Studium vollständig, da im mehrheitlich in der 1. Lage stehenden Stück kaum Lagenwechsel nötig sind und sich die Bogenstriche fast von selbst ergeben. Die dritten Seiten der Ecksätze sind zur Vermeidung des Wendens auf einem Zusatzblatt der Violinstimme beigefügt. Das Vorwort erzählt spannend, wieso Vivaldi nach der Drucklegung von Opus 12 auf weitere Drucke verzichtete: Raubkopien! Die Klavierstimme ist leicht spielbar und es gibt dazu auch das Orchestermaterial.
 

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Die wertvollen Konzerte von Charles-Auguste de Bériot (1802–1870), dem Leiter der Violinklasse des Konservatoriums Brüssel und Begründer der Franco-Belgischen Violinschule, haben eine vorbildliche Neuausgabe durch den in Cincinnati wirkenden Pädagogen Kurt Sassmannshaus erhalten. Die modernen Fingersätze berücksichtigen oft auch den Stil des 19. Jahrhunderts mit schleifenden Lagenwechseln desselben Fingers. Die Bogenstrichangaben sind perfekt. Die melodiöse, an rhythmischen Finessen reiche „Scène de Ballet“ sollte auf der Oberstufe nicht fehlen und auch das virtuose, etwas ungarisch anmutende Konzert in a-Moll lohnt sich zu spielen.

 

Introduction to the Great Composers, für Geige und Klavier, hg. von István Nagy, BA 10633,
€ 11.95, Bärenreiter, Kassel 2016

Antonio Vivaldi: Konzert g-Moll op. 12, Nr. 1 RV 317 für Violine solo und Streichorchester,
hg. von Daniel Ivo de Oliveira; Partitur, EW 992, € 19.80; Klavierauszug, EW 932, € 16.80; Edition Walhall, Magdeburg 2016

Charles-Auguste Bériot: Scène de Ballet op. 100, arr. für Violine und Klavier, hg. von Kurt Sassmannshaus, BA 10695, € 13.95, Bärenreiter, Kassel 2016

Id., Konzert Nr. 9 in a-Moll op. 104, arr. für Violine und Klavier, BA 10696, € 13.95

 


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