Traditionelle und neue Klezmer-Stücke für zwei Flöten 
Spritzige und lyrische Duette

Spritzige und lyrische Duette

Claudia Weissbarth, 21.02.2019

Michael Lötsch hat traditionelle Klezmer-Stücke für zwei Flöten bearbeitet und eine Reihe von neuen Kompositionen hinzugefügt

Das in der Reihe World Music erschienene Heft für zwei Flöten enthält eine Sammlung von bekannten Stücken der Klezmer-Literatur, bearbeitet vom Herausgeber Michael Lötsch, sowie Eigenkompositionen. Die Bezeichnung Klezmer kommt aus dem hebräischen und bezog sich ursprünglich auf die Musiker. Unter Klezmer versteht man heutzutage vorwiegend instrumentale Musik, deren Repertoire vor allem aus Stücken zur Begleitung von Hochzeiten und anderen Festen besteht. Die Melodien, welche, wie es Michael Lötsch im Vorwort beschreibt, «zugleich Melancholie und Ausgelassenheit vermitteln», sind in ihrer Machart äusserst vielfältig und lassen daher auch bei der Interpretation grössere Freiheiten bezüglich Tempo, Phrasierung und Interpretation zu.

Klezmeron ist eine bekannte Melodie in d-Moll, die sich dann zu einem helleren F-Dur-Teil wendet und wieder nach Moll zurückgeht. Tish Nigun hat eher einen ruhigen Charakter und klingt sehr lyrisch. Die Eigenkompositionen von Michael Lötsch stehen den Originalen kaum nach. Revenge ist ein spritziges Stück, bei dem beide Stimmen in Terzen geführt sind, was den besonderen klanglichen Charme ausmacht. Auch die einfallsreiche Klezmer Fantasy beinhaltet ein prägnantes Thema, welches nach Zwischenteilen immer wieder aufgenommen wird. Seven Steps pulsiert durch seine dauernden Wechsel zwischen 7/8- und 4/4-Takt.

Die Duette, bei denen das thematische Material und die Begleitung auf beide Stimmen verteilt sind, bewegen sich weitgehend in der mittleren bis höheren Lage, sind für fortgeschrittene Flötistinnen und Flötisten gut spielbar und eignen sich auch für den Unterricht.
 

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Klezmer Flute Duets, 13 Stücke für zwei Flöten bearb. von Michael Lötsch, UE 33044, € 14.95, Universal Edition, Wien 2017

 

 

 

 

 

 

Jüdische Musiker in Prag, 1741. Aus The prague ghetto, 1902, von Hermann, J. Telge, und Z. Winter. Foto eines Exponats im Diaspora Museum, Tel Aviv. wikimedia commons


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