klapparat lotet die Klangpalette des Saxofons aus 
Frisch-freche Ehrung

Frisch-freche Ehrung

Markus Ganz, 02.10.2014

Das mit einem Schlagzeuger erweiterte Saxofonquintett klapparat zollt dem Erfinder des Instruments mit einem quirligen Album Tribut.

Hommagen enden oft in steifem Respekt. Nicht so das Album A Tribute To Adolphe Sax der Gruppe klapparat, wie schon deren Name vermuten lässt. Mit Humor, Stilvielfalt und mitreissendem Zusammenspiel ehrt das 2011 gegründete und seit 2012 mit einem Schlagzeuger erweiterte Saxofonquintett den vor 200 Jahren geborenen Erfinder des Saxofons. Die sechs Musiker, die auch in bekannten Bands wie Picason, Traktorkestar und Hildegard lernt fliegen spielen, zeigen mit verschiedenen Varianten bis zum Subkontrabass-Saxofon Tubax die vielen Ausdrucksmöglichkeiten dieses Instruments auf. Im Interesse der musikalischen Zugänglichkeit sind sie aber nicht stur und setzen neben dem Schlagzeug vereinzelt auch noch Flöte, Klarinette und Xylofon ein.

Die stilistische Vielfalt des Albums widerspiegelt den Hintergrund der Musiker von Jazz und klassischer Musik bis zu Folklore, Rock und kubanischen Stilen wie Rumba. Damit wird klapparat auch der modernen Geschichte des 1840 erfundenen Instruments gerecht. So wagt die Band eine Kurzversion von Maurice Ravels Boléro aus dem Jahr 1928, der zwar schon im Original Variationen mit Saxofon enthält, seine Spannung aber eigentlich zu einem guten Teil aus der wechselnden Instrumentierung erhält; umso mehr beeindruckt das kurzweilige und klanglich spannungsvolle Arrangement von Daniel Zumofen. Mit einer Interpretation von Sidney Bechets Petite Fleur unterstreicht klapparat auch, dass das Saxofon mit dem Aufkommen des Jazz zum unentbehrlichen Instrument dieses Genres wurde und es bis heute prägt.

Mit zwei Kompositionen des kubanischen Komponisten und Pianisten Ernesto Burgos macht klapparat nicht nur auf die Bedeutung des Saxofons in afro-karibischen Stilen aufmerksam, sondern weist auf die Anfänge der Band zurück, als diese vor allem Stücke von Burgos und Marcos A. Fer­nandez spielte. Die beiden Stücke Arrabiata und Blubber sind Kompositionen von Mitgliedern der Band und deuten mit ungewohnten Ansätzen einiges Potential für eine eigenständige Weiterentwicklung auf.

Image

klapparat: A Tribute To Adolphe Sax. ­Erwin Brünisholz, Michel Duc, Ivo Prato, Matthias Wenger und Daniel Zumofen, ­Saxofone; Philippe Ducommun, Schlagzeug.

www.klapparat.ch

 

 

 

Afrosensual
Half Way Round' The World
Arrabiata

Konzerte:
20.09.14 (18.00 h) ‒ Reformierte Kirche, Rheinfelden
28.09.14 (11.00 h) ‒ Autogarage Fluri, Utzenstorf
06.11.14 (20.00 h) ‒ BeJazz Club, Bern
08.11.14 ‒ Rest. Schöngrün, Biel
22.11.14 (21.30 h) ‒ Club Culturale Privato, Croglio
27.11.14 (20.00 h) ‒ Lebewohlfabrik, Zürich
07.01.15 (19.30 h) ‒ Treibhauskultur, Zollikofen
 


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