Seit Ende Juni ist Apple Music auf dem Markt 
Audiostreaming-Dienste im Vergleich

Audiostreaming-Dienste im Vergleich

chip, 07.08.2015

Apple Music, der neue Audiostreaming-Dienst des iTunes-Betreibers, soll die etablierte Konkurrenz namens Spotify, Deezer, Rdio und Co. unter Druck setzen. Das Computermagazin «Chip» hat Angebot, Funktionsumfang und Bedienkomfort getestet.

Voraussetzung für das Streamingkonzept sind umfangreiche Musikbibliotheken. In der Regel enttäuscht hier kein Dienst. Bei ihrem Stichprobentest fanden die Chip-Experten bis zu 85 Prozent aller gesuchten Alben und rund 95 Prozent der Singles – Chart-Musik, Indie-Tracks und alternative Titel inklusive. Akustische Leerstellen lassen sich jedoch oft nirgends ausgleichen, da manche Künstler das Streamingmodell ablehnen oder Exklusivverträge mit einzelnen Anbietern schließen.

Preismodelle und Qualität
Die Kostenstruktur der Anbieter unterscheidet sich kaum: Für einen durchgängigen Abo-Preis von 10 Euro monatlich spielen Nutzer nicht nur endlos Dateien per PC und Handy ab, sondern speichern Favoriten gleichzeitig auf ihrem Mobilgerät. Musik lässt sich so ohne Netzverbindung oder -belastung von unterwegs anhören. Qualitativ leisten sich die Dienste keine Schwäche. Mit bis zu 320 Kilobit pro Sekunde gibt es eine sehr gute Klangqualität auf die Ohren, die kaum vom CD-Sound zu unterscheiden ist.

Benutzeroberfläche, Empfehlungen und Bedienung
Das Moll vom Dur trennt sich bei Benutzeroberfläche und Musikempfehlungskonzept – sofern vorhanden. Ein Negativbeispiel: Xbox Music, das Microsoft zum Start von Windows 10 in Groove Music umbenennt. Der Dienst ist zwar übersichtlich, wirkt allerdings ziemlich lieblos. Microsoft führt nur Neuerscheinungen und Top-Alben beziehungsweise Top-Songs auf. Gepflegte Playlisten oder redaktionelle Empfehlungen wie bei Spotify und Deezer suchen Hörer hier vergeblich.

Schwächen zeigen sich außerdem in der Bedienung. Juke macht aufgrund der vielen kleinteiligen Bedienelemente nur wenig Spaß. Zudem ist die Benutzeroberfläche überladen und insgesamt unansehnlich. Auch Napster und Apple Music über iTunes in Windows glänzen im Test nicht mit ihrer Nutzerführung. Künstler- oder Albumseiten aus Playlisten heraus zu öffnen, erfordert bei Apple Music den Umweg über ein Kontextmenü. Erst an dieser Stelle finden Nutzer den entsprechenden weiterführenden Eintrag.

«Apples Musikempfehlungssystem fällt in die Kategorie solide, aber ausbaufähig. Nutzer geben bei der Einrichtung des Dienstes ihre Favoriten an und bekommen im Gegenzug Empfehlungen», bilanziert Josef Reitberger, Chefredakteur Chip. «Ein Alleinstellungsmerkmal ist der moderierte Live-Radiosender Beats 1, den Apple-User sogar kostenlos empfangen. Eine sinnvolle Vernetzung der Hörer für den Austausch von Playlisten fehlt dagegen.» Den besten Funktionsumfang bietet derzeit Spotify. Es ist ansehnlich, gut zu bedienen und reagiert sehr schnell. Passende neue Musik ist einfach zu finden. Auf Platz zwei von neun im CHIP-Test: Deezer, gefolgt von Rdio.

Der komplette Artikel mit dem gesamten Testergebnis findet sich in der Chip 09/2015. Das Magazin ist ab 7. August im Handel sowie im Chip-Kiosk erhältlich.


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