Der Teamchor Jona führt ein Chorwerk von James Whitbourn auf 
«Annelies» – ein Oratorium, das Emotionen weckt

«Annelies» – ein Oratorium, das Emotionen weckt

Teamchor Jona, 27.01.2016

Die Lust, ein aussergewöhnliches Werk zu entdecken und durch die Aufführungen bekannt zu machen, stand bei Max Aeberli, dem Leiter des Teamchors Jona, im Vordergrund. Die Suche führte zum Oratorium «Annelies» von James Whitbourn.

«Das Werk Annelies geht unter die Haut», hält Max Aeberli im Gespräch fest, «aber trotz aller Tragik hat das Oratorium sehr viele helle und berührende Momente.» Nach dem Motto «schauʼn mer mal» habe er, notabene mit einem grossen Wissensvorsprung, das Notenmaterial den rund 80 Sängerinnen und Sängern des Teamchores inkl. ad-hoc-Chor vorgelegt. Von der vertonten Zitatensammlung aus dem Tagebuch der Anne Frank sei der Chor zwar von Beginn an sehr ergriffen gewesen, dennoch müssen vor allem Thematik und Aussagen laufend mental verarbeitet werden. «Es bringt mich zum Nachdenken, wie Menschen, gerade in grösster Not, nicht aufgeben, aus dem kleinsten Hoffnungsschimmer Kraft schöpfen, im Glauben Halt finden», führt Aeberli aus und zieht Parallelen zu den derzeitigen Flüchtlingsströmen und den Anschlägen auf unbescholtene Bürger rund um den Erdball. Gleichzeitig spielt er auf die musikalischen Sequenzen an, die das Leben der Menschen während des Holocaust im Schlimmen wie im Guten widerspiegeln.

Anspruchsvoller Part für den Chor
Max Aeberli ist sich bewusst, dass der Titel «Annelies» im ersten Moment irritiert, andererseits soll er aber neugierig darauf machen, was sich dahinter verbirgt. Der Chorleiter spricht von einem glücklichen Zufall, dass er auf das Werk gestossen ist. Vom englischen Komponisten James Whitbourn (geb. 1963) habe er im Rahmen seiner Arbeit mit dem Festivalchor Arosa eine kleine Tondichtung aufgeführt. Im Internet sei er daraufhin unter dessen Namen auf Annelies gestossen. Nach Aussage von Aeberli ist der Bekanntheitsgrad des Oratoriums hierzulande noch gering, was sich aber mit der Schweizer Erstaufführung am 19. März in der katholischen Kirche in Jona gewiss ändern wird. «Der Komponist versteht es hervorragend, die düstere Thematik zeitgenössisch zu vertonen. Annelies ist für die Singenden und Hörenden anspruchsvoll, weckt bei allen garantiert Emotionen und wird nachhaltig Gedanken anstossen.» Er spricht von einer an Vielstimmigkeit gekoppelten Schlichtheit mit wenigen Dissonanzen, die sich immer wieder aufs Schönste auflösen. Grundsätzlich wird das Werk in englischer Sprache gesungen, es beinhaltet jedoch auch wenige deutsche Passagen, wie zum Beispiel das Volkslied Der Winter ist vergangen, ich sehʼ des Maien Schein.

Solistin Arianna Zukerman – ein Glücksfall
Neben der Sinfonietta Vorarlberg und der Pianistin Claudia Dischl, mit der Max Aeberli und der Teamchor Jona schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeiten, konnte die namhafte amerikanerische Sopranistin Arianna Zukerman für den Solopart verpflichtet werden. «Das ist ein weiterer Glücksfall», kommentiert Aeberli dieses Engagement. Einerseits bringe sie durch ihr familiäres Umfeld den notwenigen Tiefgang für die Thematik mit, «auf der anderen Seite stammt sie aus einer bekannten Musikerfamilie und wurde in Amerika für die Rolle in Annelies bereits mit dem Grammy ausgezeichnet», fügt Aeberli hinzu. Nicht ohne Stolz in der Stimme bemerkt er, dass sich die Sängerin fast zwei Wochen vor Ort aufhalten wird. Sie steht am 22. März um 20 Uhr im Schloss Rapperswil auch zusammen mit dem Komponisten James Whitbourn für ein Künstlergespräch zur Verfügung, wird Kontakte zum Teamchor knüpfen und wahrscheinlich die eine oder andere Sightseeingtour unternehmen. «Normalerweise verschwinden engagierte Künstler gleich nach ihrem Auftritt wieder, mit Arianna Zukerman dürfen wir eine Sängerin von einer ganz anderen Seite kennen lernen.»
Das Gesamtpaket mit der Schweizer Erstaufführung des Oratoriums Annelies und sämtlichen themenspezifischen Veranstaltungen im Vorfeld seien für ihn das Highlight dieses Projektes, erklärt Aeberli. «Die Vorbereitungen haben Zeit beansprucht, der Lohn dafür waren die Zusagen, die Zusammenarbeit mit all den Angefragten und Beteiligten.»


 

Tickets für die Konzerte gibt es ab 1. Februar 2016 unter

www.teamchor.ch

Auf der gleichen Website finden sich auch Hinweise zu den Begleitveranstaltungen und laufend neue Informationen zum Projekt. 


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