Internationales Symposium der Universität und der Hochschule der Künste Bern 
Authentizität versus Improvisation?

Authentizität versus Improvisation?

HKB/UniBE, 01.05.2017

Die interdisziplinäre Tagung «Authenticity versus Improvisation in der Philosophie über Musik?» fragt nach dem Wesen und dem Wechselverhältnis von Improvisation und Authentizität.

Die Begriffe Improvisation und Authentizität werden oft gebraucht, um musikalische Aufführungen zu klassifizieren und zu bewerten. Eine genauere philosophische Reflexion bringt aber Probleme an den Tag. So evoziert der Begriff der Improvisation die Vorstellung grenzenloser Spontaneität und Freiheit. Diese bleibt aber unerreichbar, denn in der Praxis ist der Rekurs auf bestehende Muster und Regeln unvermeidbar. Was die Authentizität angeht, so kann zwischen einer subjektiven und einer objektiven Spielart unterschieden werden. Erstere zielt darauf, dass die Interpretinnen und Interpreten authentisch sich selbst ausdrücken. Objektive Authentizität strebt hingegen zum wahren Ursprung oder einer vermeintlichen Intention eines musikalischen Werks zurück, um die «Originalfassung» und/oder die hinter ihr liegende Erfahrung zu vergegenwärtigen. In beiden Fällen fragt sich aber, inwiefern volle Authentizität realisier- oder überhaupt denkbar ist.

Die Konferenz hat das Ziel, genauer zu verstehen, was Improvisation und Authentizität sein könnten und wie sich ihr Wechselverhältnis beschreiben lässt. Beide Begriffe sollen insbesondere dazu verwendet werden, ein Licht auf den musikalischen Werkbegriff zu werfen. Die Konferenz ist interdisziplinär und bringt Philosophie und Musikwissenschaft ins Gespräch.

In dieser Hinsicht werden in den Konferenzbeiträgen u.a. die folgenden Fragen behandelt:
- Wie lässt sich eine Improvisation von anderen musikalischen Praktiken unterscheiden?
- Was meinen wir, wenn wir von einer mehr oder weniger authentischen Improvisation reden?
- Inwiefern können auch Ton-Aufnahmen authentisch sein?
- Was kann der Werkbegriff im Zusammenhang der Improvisation leisten?
- Welche Begriffe von Improvisation können wir aus konkreten Musikpraktiken sowie aus verschiedenen Musiktheorien gewinnen?
- Was bedeutet Freiheit der Improvisation?

Diese Fragen werden sowohl anhand theoretischer Argumente als auch konkreter Beispiele untersucht. Im interdisziplinären Dialog sollen dabei nicht nur die Kenntnisse unterschiedlicher Fächer zusammenfliessen, sondern auch verschiedene Perspektiven einander befruchten. Eingeladene Hauptvorträge werden von Julian Dodd (Manchester University), Roger Pouivet (Université de Lorraine) und Bastien Gallet (HEAR, Strasbourg/Mulhouse) gehalten. Praktisch erprobt werden diese Fragen in einem Workshop mit dem Improvisationstrio Inniger-daSilva-Spitzenstaetter der HKB.
 

Symposium an der Universität Bern, 19. bis 20.5.2017
Bern, Hauptgebäude Universität, Hochschulstr. 4, Raum 304 (19. Mai)
Bern, UniS, Schanzeneckstr. 1, Raum A-119 (20. Mai)
Konzert-Workshop: Hallerstrasse 12, Raum 002


philosophie.unibe.ch/impro2017


Aktualisiert am 30. Juni 2017:
Link zum Symposiumsbericht von Nemanja Radivojevic (auf Französisch)
 


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