Herkulesaufgabe 
Wolfgang Böhler

Wolfgang Böhler

31.03.2021

Wolfgang Böhler, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Musik-Medizin SMM, beantwortet die Fragen der Schweizer Musikzeitung.

Wie geht es Ihnen und der SMM nach diesem Jahr?

Bei der Schweizerischen Gesellschaft für Musik-Medizin trafen ein Präsidiumswechsel und die Pandemie zusammen. Wir mussten unser jährliches Symposium absagen und waren mit einer erhöhten Zahl von Anfragen wegen Verunsicherungen, Zukunftsängsten und Depressionen konfrontiert. Nach der Pandemie werden wir die Netzwerke der Gesellschaft revitalisieren müssen, weil alle kleineren und grösseren Treffen weggefallen sind.

Mir persönlich geht es gut. Ich bin es gewohnt, mich im Homeoffice selber zu organisieren und dank diversifizierten Einnahmequellen materielle Krisen immer wieder einigermassen durchzustehen.
 

Was ist für Sie besonders einschneidend an der Corona-Zeit?

Für mich persönlich war die Situation in Manaus sehr belastend. Ich habe dort Familie und baue eine Kulturwerkstatt als Versöhnungsprojekt auf. Die brasilianische Urwaldmetropole ist ein globaler Hotspot der Pandemie. Wir beklagen unter Freunden und Familie etliche Todesfälle. Die meisten Musiker sind verzweifelt oder materiell in lebensbedrohlicher Situation.

Wie verändert die Corona-Zeit Ihrer Meinung nach den Musikerberuf und Ihren Verband?

Ich vermute, dass viele Junge weniger selbstverständlich eine Musikkarriere anstreben werden als bisher. Zudem dürfte das Bewusstsein dafür wachsen, welche psychischen Belastungen der Musikerberuf mit sich bringt. Es kann dazu führen, dass die Bedeutung unserer Therapeutinnen und Therapeuten für das psychische und physische Wohlergehen im musikalischen Berufsalltag besser wahrgenommen wird.

Welche Frage möchten Sie dem Bundesrat stellen oder was wünschen Sie sich von ihm, damit die Musikszene wieder auflebt?

Ich hätte mir vom Bundesrat erhofft, dass er besser erklärt, was die Eigenart grossflächiger Massnahmen ist. Globale Massnahmen können in den Details sinnlos oder widersprüchlich wirken. Die Kritik am Bundesrat hat sich ja immer an konkreten, kleinräumigen, scheinbar absurden Konsequenzen entzündet. Es ist ein Zeichen politischer Reife, im Interesse des grossen Ganzen Massnahmen auch dann zu akzeptieren, wenn sie im Detail sinnlos scheinen. Die Kulturschaffenden sind da meines Erachtens weitaus kooperativer und einsichtiger als andere wirtschaftliche Interessensvertreter. Es wäre schön, wenn das anerkannt würde.


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Zur Geschichte der Schweizer Musikzeitung

1998 fusionierten sechs Verbandsorgane zur Schweizer Musikzeitung

Musikzeitschriften gibt es in der Schweiz seit dem 19. Jahrhundert; sie stehen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Chorgesang. Nach einer Periode der Zersplitterung entstand 1998 aus der Fusion von sechs Verbandsorganen die Schweizer Musikzeitung.

2008 feierte die Schweizer Musikzeitung ihr 10-jähriges Bestehen. Dies war der Anlass, einen Blick auf ihre lange Vorgeschichte zu werfen. Siehe Artikel Vom Sängerblatt zur SMZ in: SMZ 1/2008, S. 5 ff.

Im Januar 2013 wurde die Schweizer Musikzeitung neu gestaltet und inhaltlich erweitert. Relaunch

Wir danken der Fondation Suisa, der Schweizerischen Interpretenstiftung, der Stiftung Phonoproduzierende und der Pro Helvetia für die Unterstützung dieses Neuauftritts.

Am 28. November 2014 beschloss die ausserordentliche Delegiertenversammlung des Vereins Schweizer Musikzeitung, die NZZ Fachmedien AG ab 1. Januar 2015 als Verlegerin und Herausgeberin der Schweizer Musikzeitung einzusetzen und den Verein Schweizer Musikzeitung zu liquidieren. Siehe Nachricht.

Seit dem 1. Januar 2020 gehört die Schweizer Musikzeitung zur CH Regionalmedien AG.

Per 1. Oktober 2020 wird die Schweizer Musikzeitung von der Galledia AG übernommen. Siehe Mitteilung der CH Media.