Adrienne Soós und Ivo Haag

Adrienne Soós und Ivo Haag

Interview: SMZ, 07.01.2013

Klavierduo

Werdegang: Das Duo (www.klavierduo.ch) formierte sich während der gemeinsamen Studienjahre der beiden Pianisten an der Liszt-Akademie Budapest in den Klassen von Péter Solymos (Klavier) und Ferenc Rados (Kammermusik). Wichtige Anregungen erhielten sie von György Kurtág und András Schiff. Das Duo Soós-Haag hat Werke von Rudolf Kelterborn, Michel Roth, Dieter Ammann, Krzysztof Meyer und vielen anderen Komponisten zur Uraufführung gebracht.

Was würden Sie als Urknall in Ihrem Musikerleben bezeichnen?
Adrienne Soós: Von der ersten Klavierstunde an nahm mich die Musik und das Instrument vollkommen gefangen. Ich verbrachte von Anfang an Stunde um Stunde glücklich am Klavier. Daran erinnere ich mich bis zum heutigen Tag sehr lebhaft! Deshalb war für mich die Berufswahl eigentlich nie ein grosses Thema.
Ivo Haag: Ich denke da zum Beispiel an meine erste Matthäus-Passion, die ich im Alter von ungefähr 14 Jahren hörte, oder an meinen Auftritt mit Orchester im Rahmen eines Amateursolisten-Konzertes mit dem ZKO unter Edmond de Stoutz. Beide Erlebnisse waren eine Art Urknall und haben mich tagelang in Trance versetzt. Letzteres hat auch meine Berufswahl entscheidend mitbestimmt!
Beide: In Bezug auf unsere allerersten Anfänge als Duo gab es das weniger. Die waren eher von kontinuierlicher Aufbauarbeit geprägt. Das liegt wohl auch an der Besetzung. Im Klavierduo ist auf die Schnelle nichts zu erreichen. Es gab aber in den ersten Konzerten bereits Momente, wo wir fanden: Das ist es, da müssen wir ansetzen! Das ist bis heute so geblieben.

Wie würden Sie dieses Phänomen erklären?

Solche Urknall-Erlebnisse gehören wohl zur Kunst. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass sie bei uns häufiger auftreten als – sagen wir – in der Finanzbranche…

Erwarten Sie, dass Ihnen nochmals etwas Ähnliches passiert?
Aber natürlich, das geschieht auch immer wieder. An diesen Erlebnissen, wenn einem schlagartig etwas klar wird, entwickelt man sich!

Konnten Sie ein solches Phänomen auch bei anderen beobachten?
Bei allen, die brennen für eine Sache!

Haben Sie derartige «Initialzündungen» im Zusammenspiel mit anderen erlebt?
In den letzten Jahren haben wir uns vor allem auf das Klavierduo konzentriert, vorher gab es das Gefühl blinder Übereinstimmung aber auch bei anderen Partnern.

Gibt es ein Musikstück, das bei Ihnen einschlug wie ein Urknall?
Jedes Mal, wenn wir ein besonders anspruchsvolles Stück im Konzert spielen und nachher das Gefühl haben: «Das war es!, jetzt gehört das Stück uns, jetzt fühlen wir uns darin zu Hause», ist das eine Art Urknall-Erlebnis. Meistens entdecken wir aber bald darauf wieder Neues, das wir bis anhin für unmöglich hielten … Man ist nie zu Ende mit den Meisterwerken!
 


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