Schweizer Musikzeitung https://www.musikzeitung.ch/ Die führende spartenübergreifende Monatszeitung in der Schweiz für musikalische Fragen. Mon, 21 Sep 2026 06:00:28 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.1 https://www.musikzeitung.ch/wp-content/uploads/2023/01/cropped-favicon_musikzeitung-32x32.png Schweizer Musikzeitung https://www.musikzeitung.ch/ 32 32 Thurgauer Regierungsrat erhöht Kulturausgaben https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/thurgauer-regierungsrat-erhoeht-kulturausgaben Mon, 21 Sep 2026 04:40:35 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75759

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat das überarbeitete Kulturkonzept 2027-2030 genehmigt. Er lässt der Kultur jährlich rund vier Millionen Franken mehr aus dem Lotteriefonds zufliessen.

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Rathaus Frauenfeld. Bild: PD

Die nächsten vier Jahre legt der Kanton Thurgau laut Medienmitteilung den Fokus auf vier kulturpolitische Handlungsfelder. Sie umfassen die Förderung von Strukturen und Projekten, die Weiterentwicklung der kantonalen Museen und der Museumslandschaft des Kantons, die kulturelle Teilhabe sowie die enge Zusammenarbeit mit weiteren Kulturakteurinnen und -akteuren. Insgesamt erhöhen sich die geplanten Förderbeiträge und Entnahmen aus dem Lotteriefonds für die Jahre 2027 bis 2030 von bisher jährlich 13,2 Millionen Franken auf neu 17,2 Millionen Franken.

Leistungsvereinbarungen trifft der Kanton in der Musik mit dem Kulturverein Kaff, der Stiftung Kartause Ittingen/Ittinger Pfingstkonzerte, dem Thurgauer Kantonal-Musikverband, dem Symphonischen Blasorchester Kreuzlingen, dem Jugendorchester Thurgau, dem Kulturverein Presswerk, dem Sinfonischen Orchester Arbon, dem Vokalensemble Cantemus, dem Konzertchor Ostschweiz, dem Thurgauer Kantonalgesangverband, dem Verein Förderkreis Kammermusik Schweiz, dem Stadtorchester Frauenfeld, dem Kammerorchester Amriswil, dem Frauenfelder Oratorienchor  und dem Oratorienchor Kreuzlingen.

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Viele Schweizer Musiker sind erwerbslos – warum eigentlich? https://www.musikzeitung.ch/politik/2026/09/viele-schweizer-musiker-sind-erwerbslos-warum-eigentlich Fri, 18 Sep 2026 16:34:10 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75713

Gemäss einer neuen Erhebung befinden sich viele Musikerinnen und Musiker ein Jahr nach Studienabschluss in einer schwierigen Lage. Derweil haben Musikschulen oft Mühe, offene Stellen zu besetzen.

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Als Strassenmusiker müssen sich nur wenige verdingen, doch Probleme auf dem Arbeitsmarkt sind recht häufig. Foto: georgesheldon / depositphotos.com

Musizieren ist erfüllend, aber nicht unbedingt einträglich. Letzteres geht aus Zahlen hervor, die das Bundesamt für Statistik (BfS) Ende August publizierte. Die BfS-Erhebung beleuchtet die berufliche Situation von Hochschulabsolventinnen und -absolventen des Abschlussjahrgangs 2024 ein Jahr nach dem Ende des Studiums. Unter allen Fachrichtungen weist dabei die Sparte «Musik, Theater und andere Künste» mit 10,8 Prozent die höchste Erwerbslosenquote auf, zumindest auf Stufe FH-Bachelor. Auf Stufe FH-Master sieht es nicht viel besser aus, wenngleich hier mit 8,2 Prozent «nur» der zweithöchste Wert erreicht wird (hinter der Sparte Design).

Ändert sich das Bild, wenn man alleine die Musikberufe betrachtet, also losgelöst vom Bereich Theater und andere Künste? Die BfS-Publikation enthält hierzu keine separaten Zahlen; das Amt hat sie jedoch auf Anfrage der Schweizer Musikzeitung errechnet. Demnach beträgt die Erwerbslosenquote für Musikberufe bei Bachelors 5,4 und bei Master-Berufen 9,0 Prozent. Die Zahlen seien aufgrund breiter Vertrauensintervalle mit Vorsicht zu betrachten, gibt das BfS zu bedenken.

Insgesamt jedenfalls scheint die Lage für die Musikerinnen und Musiker schwieriger zu sein als für den Durchschnitt aller Fachholschulabsolventen. Dort liegen die Quoten bei 4,9 (Bachelor) respektive 6,2 Prozent (Master).

Oft gesucht: Klavierlehrer auf dem Land

Die BfS-Befunde sind insofern erklärungsbedürftig, als es an offenen Stellen für Musiklehrinnen und -lehrer eigentlich nicht mangelt. In Medienberichten der letzten Jahre war gar von Wartelisten für musikbegeisterte Kinder die Rede, da mancherorts Lehrkräfte fehlten. «Vor allem für ländliche Musikschulen ist es schwierig, insbesondere in begehrten Fächern wie Klavier und Gitarre», sagt Philippe Krüttli, Präsident des Verbands Musikschulen Schweiz (VMS).

Die Gründe dafür sind komplex. Oft fehlt es nicht an Bewerbungen, sondern an der nötigen Qualifikation: «Viele Kandidierende stammen aus ursprünglich aus dem Ausland und beherrschen die Landessprachen zu wenig», sagt Krüttli. Hinzu komme, dass junge Musiker gerne zunächst den schwierigen Weg einer Konzertkarriere anpeilten und an den Hochschulen die entsprechenden Ausbildungsgänge wählten. Krüttli sieht aber auch die eigene Branche in der Pflicht: Musik zu unterrichten, müsse als Beruf insgesamt attraktiver werden – sei es beim Zeitfenster, bei der Jobsicherheit oder bei den Pensen.

Tatsächlich sind manche Musikschulen schon von sich aus initiativ geworden. «In Graubünden arbeiten wir unter den Musikschulen gut zusammen», sagt Urban Derungs, Leiter der Musikschule Chur. So habe man sich erfolgreich koordiniert, um Lehrkräften von selten gewählten Instrumenten ein in der Summe attraktives Pensum anbieten zu können.

«Lebenslanges Lernen» soll einfacher werden

Valentin Gloor, der die Konferenz Musikhochschulen Schweiz (KMHS) präsidiert, sieht in einem laufenden gemeinsamen Projekt von VMS und KMHS «zielführende Handlungsansätze». Das «lebenslange Lernen», sagt Gloor, müsse «vereinfacht werden für spätere Zusatzqualifikationen». Aber auch ausgebildete Musikerinnen und Musiker, die sich erst in einer späteren Phase für den pädagogischen Weg entschieden, «benötigen Möglichkeiten via Nachqualifikationen». Beide Themen sowie eine Verbesserung der Praktika-Situationen würden gegenwärtig in einer Kooperation der beiden Verbände bearbeitet. Was die Sprachkompetenzen der ausländischen Studierenden betrifft, weist Gloor darauf hin, dass man kürzlich zusammen mit dem VMS Mindeststandards für die Kenntnisse der Landessprachen definiert habe.

Fest steht, dass die anstehenden Pensionierungswellen das Fachkräfteproblem in den kommenden Jahren eher verschärfen dürften. Oder wenn man es positiv formulieren will: Für Musikerinnen und Musiker auf Stellensuche wird der Arbeitsmarkt tendenziell attraktiver.

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Sonart kritisiert Radioverkauf durch die SRG https://www.musikzeitung.ch/politik/2026/09/sonart-kritisiert-radioverkauf-durch-die-srg Fri, 18 Sep 2026 13:05:17 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75749

Dass die SRG drei Musiksender veräussert, stösst beim Verband der Schweizer Musikschaffenden auf Kritik. Er stösst sich insbesondere daran, dass die Verpflichtung, 50 Prozent Schweizer Musik zu senden, für die neuen Eigentümer nur zwei Jahre gilt.

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Der SRG-Sitz an der Schwarztorstrasse im Bern. Foto: Wikimedia Commons

Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz wechseln den Besitzer: Der erstgenannte Sender geht an CH Media, die anderen zwei an Digris, wie die SRG diese Woche bekannt gab. Die neuen Eigentümer verpflichten sich, die bisherige musikalische und inhaltliche Ausrichtung der Sender beizubehalten – allerdings nur für zwei Jahre.

Für Sonart, den Verband der Schweizer Musikschaffenden, ist das eine herbe Enttäuschung. «Nur wenige Monate nachdem sich Musikschaffende mit grossem Engagement gegen die Halbierungsinitiative und für eine starke SRG eingesetzt haben, müssen sie erneut einen Abbau ausgerechnet bei der Schweizer Musik hinnehmen», schreibt Sonart in einem Mediencommuniqué. Zwei Jahre seien keine nachhaltige Absicherung – sie würden die Unsicherheit lediglich vertagen. «Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz sind wichtige Plattformen für die Sichtbarkeit Schweizer Musik», betont Sonart. Die Sender würden via Suisa und Swissperform auch direkte Einnahmen für Musikschaffende generieren.

Sonart fordert von CH Media und Digris, den bisher geltenden Anteil von mindestens 50 Prozent Schweizer Musik auch über die zweijährige Garantie hinaus beizubehalten. Von der SRG wiederum erwarte man, dass sie «den Verlust dieser wichtigen Plattformen in ihren verbleibenden Radio-, TV- und digitalen Angeboten konkret kompensiert und zusätzliche, dauerhafte Sichtbarkeit für Schweizer Musik schafft».

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Enrico Bassi gewinnt ARD-Musikwettbewerb https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/enrico-bassi-gewinnt-ard-musikwettbewerb Fri, 18 Sep 2026 04:20:17 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75741

Enrico Bassi, Absolvent des Master Specialized Performance Solist an der Zürcher Hochschule der Künste, hat beim diesjährigen ARD-Musikwettbewerb den ersten Preis im Fach Fagott gewonnen..

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Enrico Bassi. Bild: ARD-Musikwettbewerb

Enrico Bassi setzte sich im hochkarätig besetzten Fagott-Wettbewerb gegen seine internationale Konkurrenz durch und wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15’000 Euro dotiert.

2001 in Parma geboren, begann Bassi seine musikalische Ausbildung am Conservatorio «Arrigo Boito» in seiner Heimatstadt. 2024 schloss er den Master Specialized Performance Solist an der Zürcher Hochschule der Künste bei Matthias Rácz erfolgreich ab. Im gleichen Jahr hat er, begleitet vom Orchester Argovia Philharmonic, den Wettbewerb «The Muri Competition» gewonnen.

Der Internationale Musikwettbewerb der ARD zählt zu den renommiertesten und grössten Wettbewerben für klassische Musik weltweit. In seinem 75. Jubiläumsjahr traten junge Musiker aus aller Welt in den Kategorien Fagott, Orgel, Schlagzeug und Streichquartett an.

 

 

 

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Gotthelfs Spinne singt, tanzt und feiert https://www.musikzeitung.ch/berichte/2026/09/gotthelfs-spinne-singt-tanzt-und-feiert Thu, 17 Sep 2026 17:34:05 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75734

«Codewort: Spider» des Jungen Theaters Biel bringt Laien und Profis, Senioren und Kinder zusammen. Die Premiere am Mittwoch sorgte für Begeisterung.

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Mal gruselig, mal makaber-heiter: die Tanzeinlagen in «Codeword: Spider». Foto: Joel Schweizer

Es geht los, bevor es losgeht. Ein verfremdetes Dies Irae und eine Installation, die mit Motiven der Spinnen-Thematik arbeitet, nehmen den Besucher vor der Spielstätte in Empfang. Es folgen, immer noch auf der Terrasse vor dem Eingang, kleine, fragmentiert wirkende Einlagen und Performances, dargeboten durch eine Kindergruppe, ein Ländler-Duo, Schauspieler in Gruselkostümen, einen jungen Mann mit Behinderung – alles mit und ohne Musik, live und aus Lautsprechern. Der Ton von Codeword: Spider ist damit buchstäblich gesetzt.

«Community Opera» nennt sich die Produktion, die am Mittwoch in der «Manufacture: TOBS!» in Biel Premiere feierte. Sie ist das Resultat einer Kooperation des Jungen Theaters Biel und der Hochschule der Künste Bern, mit Isabelle Freymond als Regisseurin, Pascal Viglino als musikalischem Leiter und Leo Dick als Gesamtleiter und Komponist. Unter einer «Community Opera» versteht man für gewöhnlich ein von Laien und Profis gemeinsam aufgeführtes Werk; das Team von Codeword: Spider geht darüber noch deutlich hinaus. Es bringt, wie im Pressetext treffend festgehalten ist, «Menschen zusammen, die sich im Alltag oft nicht begegnen würden»: solche mit und ohne Behinderung, ein Laienorchester aus Senioren, Hobby-Schauspieler jeden Alters, darunter mehrere Kinder, einige Profi-Bühnenkünstler und -Instrumentalsolisten.

Musik aus Folklore, Moderne, Mittelalter und Film

Grösstmögliche Heterogenität also – der die Musik von Leo Dick durchaus Rechnung trägt. Sie kombiniert folkloristische Elemente unterschiedlicher Provenienz mit Anklängen aus der Moderne, aus dem Mittelalter und aus der Filmmusik. Für das einigende Element sorgt das Dorffest aus Die Schwarze Spinne von Jeremias Gotthelf. In der Novelle liefert das Fest lediglich die erzählerische Klammer für die Binnenhandlung, die den Hauptteil des Buches ausmacht. In Codewort: Spider hingegen schafft es das Setting für eine längere Reihe von Darbietungen, die Theater, Oper und Tanz vereinigen. Als eine Klimax fungiert dabei der sechste Akt Präsentation Dorftheater, in dem – sozusagen als Theater im Theater – ein guter Teil der Handlung aus der Gotthelf-Novelle nacherzählt wird.

Codeword: Spider besteht aus insgesamt acht Akten, die das Publikum in aufgelisteter Form das ganze Stück über auf der Bühne vor Augen hat: ein gelungener Regieeinfall, der die Orientierung in dem doch sehr collagenartig strukturierten Werk erheblich erleichtert. Für die Einheitlichkeit sorgt aber, trotz oder gerade wegen seiner Heterogenität, das überragende Ensemble. Eine besondere Erwähnung verdienen die beteiligten Kinder, die nicht nur darstellerisch glänzen, sondern auch mühelos vom Französischen ins Deutsche und wieder retour wechseln. Der begeisterte Applaus des Premierenpublikums dürfte, mehr noch als den individuellen Leistungen, der Virtuosität gegolten haben, mit der hier Alters-, Ausbildungs- und sonstige Grenzen überwunden wurden.

Weitere Aufführungen am 18., 19. und 20. September.

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Radio Swiss Pop, Classic und Jazz werden verkauft https://www.musikzeitung.ch/basis/smr/2026/09/radio-swiss-pop-classic-und-jazz-werden-verkauft Thu, 17 Sep 2026 12:35:41 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75722

Die SRG verkauft ihre drei Swiss Satellite Radios an zwei private Unternehmen. Radio Swiss Pop geht an CH Media, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz werden von der Digris AG übernommen. Der bisherige Programmcharakter und ein Anteil von mindestens 50 Prozent Schweizer Musik sind für zwei Jahre zugesichert.

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Die drei Musiksender Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz erhalten neue Eigentümerinnen. Wie die SRG am 17. September bekannt gab, übernimmt CH Media Radio Swiss Pop ab Januar 2027. Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz werden ab Juli 2027 von der Digris AG weitergeführt. Der Verwaltungsrat der SRG hat dem Verkauf am 16. September zugestimmt. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Veräusserung erfolgt im Rahmen des Transformationsprojekts «Enavant», mit dem sich die SRG unter veränderten finanziellen Rahmenbedingungen neu aufstellt. Dazu gehört auch eine Überprüfung ihrer Angebotsstrategie. Nach Einschätzung der SRG können die drei reinen Musiksender ebenso von privaten Medienunternehmen betrieben werden; sie gehörten nicht zum Auftrag gemäss SRG-Konzession.

Schweizer Musikanteil bleibt vorerst bestehen

Die neuen Eigentümerinnen haben sich verpflichtet, die bisherige musikalische und inhaltliche Ausrichtung der Sender während mindestens zwei Jahren beizubehalten. Die Programme sollen weiterhin ohne Moderation und mit zurückhaltenden Werbeanteilen ausgestrahlt werden. Auch der Anteil Schweizer Musik von mindestens 50 Prozent bleibt während dieser Zeit bestehen.

Gesichert ist zudem die weitere Verbreitung über DAB+, Streaming- und Drittplattformen sowie über Kabelnetze. Nach Ablauf der zweijährigen Frist können CH Media und Digris jedoch selbstständig über die Programmgestaltung, Verbreitung und Vermarktung der Sender entscheiden.

CH Media gehört zu den grössten privaten Medienhäusern der Schweiz und betreibt bereits mehrere Radioangebote. Die Digris AG ist insbesondere als Betreiberin von DAB+-Netzen tätig und führt seit 2011 auch das nicht kommerzielle Radio «open broadcast».

Offene Fragen nach Ablauf der Übergangsfrist

Die SRG betont, dass sie sich auch nach dem Verkauf weiterhin im Rahmen der «Charta der Schweizer Musik» für Schweizer Musik und Schweizer Künstlerinnen und Künstler engagieren werde. Für die drei verkauften Sender endet die verbindliche Zusicherung eines Schweizer Musikanteils von mindestens 50 Prozent allerdings nach zwei Jahren.

Damit wird es zu einer wichtigen Aufgabe des Schweizer Musikrats, SONART, SMV, orchester.ch und weiteren Verbänden, die Umsetzung der vereinbarten Vorgaben aufmerksam zu begleiten. Ebenso wird darauf hinzuwirken sein, dass der hohe Anteil Schweizer Musik nach Ablauf der zweijährigen Verpflichtung nicht reduziert, sondern möglichst dauerhaft gesichert wird. Gerade für Schweizer Musikerinnen und Musiker sind reichweitenstarke Radioprogramme, die einheimisches Schaffen konsequent berücksichtigen, ein bedeutendes Schaufenster.

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Numa Bischof beendet Luzerner Intendanz https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/numa-bischof-beendet-luzerner-intendanz Thu, 17 Sep 2026 06:57:19 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75703

Numa Bischof Ullmann beendet seine Intendanz beim Luzerner Sinfonieorchester im Sommer 2028. Das Klavierfestival Le Piano Symphonique wird er als Künstlerischer Leiter weiterführen.

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Numa Bischof Ullmann. Bild: Marco Borgreve

Unter der Leitung von Numa Bischof Ullmann sei das Orchester umfassend weiterentwickelt und ausgebaut worden, schreibt das Ensemble. Mit «einer klaren künstlerischen Vision, konsequenter Internationalisierung und strukturellem Ausbau» habe er es als eines der führenden Schweizer Orchester mit internationaler Ausstrahlung etabliert. Seine Intendanz endet nach 25 Jahren per Ende Juni 2028. Der Verein Luzerner Sinfonieorchester (LSO) wird «den Prozess zur Neubesetzung der Intendanz zeitnah einleiten».

Zu den wesentlichen Meilensteinen von Bischofs Intendanz zählen der Ausbau des Klangkörpers auf die heutige Orchestergrösse, die Gastspiele in über 30 Ländern, zahlreiche Tonträgerproduktionen und Kompositionsaufträge, die Gründung und der Aufbau der Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester, die Finanzierung des Orchesterhauses sowie die Initiierung und künstlerische Leitung des Klavierfestivals Le Piano Symphonique.

Nach dem Ende seiner Intendanz wird Bischof dem Luzerner Sinfonieorchester verbunden bleiben. Er wird das Klavierfestival Le Piano Symphonique als Künstlerischer Leiter weiterführen und die Geschäftsführung der Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester verantworten.

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Kultursektor wächst schneller als Gesamtwirtschaft https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/kultursektor-waechst-schneller-als-gesamtwirtschaft Wed, 16 Sep 2026 04:50:42 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75690

2024 wurde mit fast 70'000 Kulturunternehmen in der Schweiz ein Höchstwert erreicht. Die Kulturuntenehmen werden aber immer kleiner und haben weniger Beschäftigte.

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Beflaggte Fassade des Bundeshauses in Bern. Foto: william87/depositphotos.com

Die Anzahl der Kulturunternehmen belief sich 2024 laut der Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik auf 69 441. Dies ist eine Zunahme um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ein neuer Höhepunkt seit dem ersten Statistikjahr 2011. Gegenüber 2019, also vor der Covid-19-Pandemie, zählte die Schweiz 7,2 Prozent mehr Kulturunternehmen – und ein Viertel mehr als 2011. In der Gesamtwirtschaft stieg die Anzahl Unternehmen demgegenüber seit 2011 um nur 15,6 Prozent. Der Anteil an Kulturunternehmen nimmt dabei zu: Stellten sie 2011 noch 9,8 Prozent aller Firmen, waren es 2019 10,5 Prozent und 2024 10,7 Prozent.

Die Zunahme zwischen 2023 und 2024 war im Sektor Kulturerbe und in den Darstellenden Künsten deutlich, in den Kreativbereichen Audiovision und Multimedia sowie Werbung sogar markant. Im Kunsthandwerk ging die Anzahl Unternehmen leicht zurück, während sie im Bereich Buch und Presse deutlich abfiel. In Letzterem zählte man 2024 sogar 12,3 Prozent weniger Unternehmen als noch 2019, wobei dieser Wert bereits seit 2015 kontinuierlich sank.

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft, in der die Anzahl Beschäftigte seit 2011 stärker zunahm, beobachtet man eine langsame Schrumpfung des Kultur-Anteils: 2011 stellte der Kultursektor noch 4,7 Prozent aller Beschäftigten, 2019 waren es 4,4 Prozent, und 2024 4,2 Prozent, trotz steigender Anzahl Kulturunternehmen. Die immer zahlreicheren Unternehmen im Kultursektor werden somit immer kleiner.

Mehr Infos: https://www.bfs.admin.ch/news/de/2026-0198

 

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Schweizer Blasmusikverband verleiht Dirigierpreise https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/schweizer-blasmusikverband-verleiht-dirigierpreise Tue, 15 Sep 2026 04:49:43 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75653

An der 11. Conducting Competition des Schweizer Blasmusikverbandes (SBV) hat die Jury je einen zweiten Preis an Luca Belz und Romain Gili vergeben. Ein dritter ging an Julia Wyser. Der erste Preis wurde allerdings nicht vergeben.

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Romain Gili, Luca Belz. Julia Wyser (v.l.n.r.). Im Hintergrund das Symphonische Blasorchester Schweizer Armeespiel. Bild: Rudolf Hug

Der dreiteilige Wettbewerb stellte die neun Teilnehmenden vor unterschiedliche Herausforderungen. In der Vorrunde probten sie während zwanzig Minuten mit dem WindOrchestra Baden Wettingen eine dem Orchester unbekannte Komposition. Die Jury bewertete dabei vor allem die Probenmethodik. Sechs Dirigiertalente qualifizierten sich für den Halbfinal. Dort standen ihnen fünf Minuten zur Verfügung, um mit der Elite-Formation Brass Band Emmental ein ihnen bekanntes Werk zu proben, das anschliessend direkt aufgeführt wurde. Der Fokus lag auf der Dirigiertechnik. Julia Wyser, Luca Belz und Romain Gili qualifizierten sich für den Final. Die Wettbewerbsanforderungen seien  enorm hoch, schreibt der SBV, deshalb hat die Jury, bestehend aus Annick Villanueva (F), Chiara Vidoni (I) und Stefan Roth (CH), keinen ersten Preis vergeben.

Für Romain Gili gab es einen zweiten Preis. Gili studierte Trompete, Klavier und Orchesterleitung und hat einen Master-Abschluss in Orchester- und Chorleitung (Luzern, 2024). Er dirigiert das Orchestre Bis Repetita Lausanne, die Orchestergesellschaft Affoltern a. A., das Jugend-Sinfonieorchester NAK Schweiz, die Musikgesellschaft Mühlau, die Feldmusik Alpenrösli Unteriberg, das Sooregosler-Chörli Oberkirch und den Chor der Theatergesellschaft Entlebuch.

Luca Belz, der ebenfalls einen zweiten Preis erhielt, dirigiert die Musikgesellschaft Wasen i. E. Er ist als Trompeter und Dirigent in der Schweizer Musiklandschaft aktiv und absolvierte Studien in Musikpädagogik und Blasmusikdirektion. 2023 gründete er das Projektorchester Blasorchester Region Bern, mit dem Ziel, sinfonische Musik auf höchstem Niveau aufzuführen. Im selben Jahr leitete er am aVENTura Festival das Symphonische Blasorchester Schweizer Armeespiel.

Julia Wyser, für die es einen dritten Preis gab, spielt Trompete. Sie dirigiert die Stadtmusik Dietikon (ZH) und die Musig Sulgen (TG). Sie hat einen Bachelor of Arts in Blasmusikdirektion und Trompete an der Hochschule Luzern erworben und wird im September ein Masterstudium Trompete Pädagogik mit Minor Orchesterleitung an der ZHdK beginnen.

 

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Dachverband der Musikindustrie will Streaming-Betrug bekämpfen https://www.musikzeitung.ch/allgemein/2026/09/dachverband-der-musikindustrie-will-streaming-betrug-bekaempfen Mon, 14 Sep 2026 08:43:24 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75639 IFPI, der internationale Dachverband der Musikindustrie, startet eine «Streaming Integrity Initiative» zur Bekämpfung von Betrug im Streaming-Bereich.

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Streamingdienste sind oft das Ziel betrügerischer Machenschaften. (Bild: flickr)

Streaming Fraud bedeutet die Manipulation digitaler Musikdienste, um Einnahmen aus nicht echten Wiedergaben zu generieren. Dies geschieht oft in grossem Umfang, untergräbt das Vertrauen in Streaming-Dienste und entzieht Künstlern, Songwriterinnen, Plattenlabels, Musikverlagen und anderen Akteuren, die die Musikwirtschaft tragen, Einnahmen.

Musikvertriebsdienste spielten eine entscheidende Rolle als Zugangstor zum digitalen Musik-Ökosystem, hält der Dachverband IFPI fest. Die Dienste verfügten zudem über die «einzigartige Fähigkeit», zu verhindern, dass betrügerische Inhalte auf Streaming-Plattformen gelangen. Die neu lancierte «Streaming Integrity Initiative» (SII) will darum durch fünf zentrale Verpflichtungen eine gemeinsame Grundlage für branchenweite Massnahmen schaffen.

Teilnehmende Vertriebspartner verpflichten sich zu Folgendem:

• die Überprüfung der Rechteinhaberschaft und der Kundenidentitäten durch zuverlässige Verfahren;
• die Überprüfung von Inhalten mithilfe wirksamer Tools und Verfahren, um Rechtsverletzungen, betrügerische Aktivitäten und KI-bezogene Risiken zu erkennen;
• das Erkennen, Untersuchen und Eindämmen von Betrugsverdachtsfällen, einschliesslich des Vorgehens gegen Wiederholungstäter;
• Austausch von Informationen, soweit dies rechtlich zulässig ist, um zu verhindern, dass Kriminelle zwischen verschiedenen Diensten und Plattformen wechseln;
• Bewertung und kontinuierliche Stärkung von Systemen zur Betrugsbekämpfung, um neuen Bedrohungen entgegenzuwirken.

Mehr Infos: https://endstreamingfraud.com

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Kendrick Scott und Savannah Harris unterrichten in Basel https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/kendrick-scott-und-savannah-harris-unterrichten-in-basel Fri, 11 Sep 2026 05:09:18 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75622

Am Institut Jazz der Hochschule für Musik Basel FHNW übernehmen Kendrick Scott und Savannah Harris Professuren für Schlagzeug und Ensembles.

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Kendrick Scott, Savannah Harris. Bilder: FHNW

Savannah Harris absolvierte ein Doppelstudium in Journalismus und Jazz an der Howard University und erwarb einen Master in Jazz Performance an der Manhattan School of Music. Zudem ist sie Teaching Artist im Programm Jazz for Young People von Jazz at Lincoln Center und gibt Workshops und Masterclasses. Derzeit tourt sie mit Christian McBride, Cécile McLorin Salvant und Kenny Barron und arbeitet als Musical Director mit dem Rapper MIKE.

Kendrick Scott studierte an der High School for the Performing and Visual Arts und am Berklee College of Music. Zudem ist er Mitglied der Jazzfakultät der Manhattan School of Music, unterrichtete an der New School in New York und gibt international Workshops und Masterclasses. Er tourte und arbeitete mit Herbie Hancock, Charles Lloyd, Pat Metheny, Joe Lovano, Kenny Garrett, Dianne Reeves, Kurt Elling, Gretchen Parlato und Robert Glasper sowie mit dem SFJAZZ Collective und den Blue Note All-Stars. Jenseits des Jazz stand er mit Philip Bailey und Angélique Kidjo auf der Bühne.

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EUROVOX 2026 in Luzern: Ein Fest des gemeinsamen Lernens und Singens https://www.musikzeitung.ch/basis/smr/2026/09/eurovox-2026-in-luzern-ein-fest-des-gemeinsamen-lernens-und-singens Thu, 10 Sep 2026 14:02:49 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75618 Eurovox Luzern

Rund 250 Gesangspädagoginnen und -pädagogen, Forschende, Kunstschaffende und Studierende aus zahlreichen Ländern trafen sich am EUROVOX-Kongress 2026 in Luzern. Unter dem Leitmotiv «enCHanting Lucerne» stand der fachliche Austausch über das Singen, das Lehren und die Zukunft der Gesangspädagogik im Zentrum. Ein Schwerpunkt des Kongresses lag auf dem «Shared Teachership»: dem gemeinsamen Lehren und Lernen sowie […]

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Eurovox Luzern

Rund 250 Gesangspädagoginnen und -pädagogen, Forschende, Kunstschaffende und Studierende aus zahlreichen Ländern trafen sich am EUROVOX-Kongress 2026 in Luzern. Unter dem Leitmotiv «enCHanting Lucerne» stand der fachliche Austausch über das Singen, das Lehren und die Zukunft der Gesangspädagogik im Zentrum.

Ein Schwerpunkt des Kongresses lag auf dem «Shared Teachership»: dem gemeinsamen Lehren und Lernen sowie dem Austausch von Wissen, Erfahrungen und unterschiedlichen pädagogischen Perspektiven. Fünf Keynotes, mehr als fünfzig Workshops und Masterclasses sowie Konzerte boten Gelegenheit, aktuelle Fragestellungen zu vertiefen und unterschiedliche Ansätze aus Praxis, Forschung und Ausbildung kennenzulernen.

Der Campus der Hochschule Luzern – Musik wurde während des Kongresses zum internationalen Treffpunkt der Gesangswelt. Neben dem offiziellen Programm spielten dabei auch die persönlichen Begegnungen eine wichtige Rolle. Teilnehmende verschiedener Generationen und Fachrichtungen knüpften neue Kontakte, diskutierten gemeinsame Fragestellungen und stiessen internationale Kooperationen an.

EUROVOX 2026 zeigte damit auch, wie stark die Gesangspädagogik vom Austausch über institutionelle und nationale Grenzen hinweg lebt. Viele Teilnehmende nahmen neue Anregungen für ihre eigene Unterrichts- und Berufspraxis mit – und zugleich neue Kontakte innerhalb eines europäischen Netzwerks, das Gesang, Forschung und Pädagogik miteinander verbindet.

Mit seinem vielfältigen Programm und den zahlreichen Begegnungen setzte der Kongress in Luzern Impulse, die über die Veranstaltung hinausreichen und den internationalen Austausch in der Gesangspädagogik weiterführen dürften.

Eurovox Luzern
Eurovox 2026, Luzern (Bild: zVg)

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Lange wird Musikdirektor der Opera North https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/lange-wird-musikdirektor-der-opera-north Thu, 10 Sep 2026 07:42:02 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75596

Der deutsche Dirigent Patrick Lange, der Dirigieren unter anderem an der ZHdK studierte, übernimmt bei der Opera North in Leeds das Amt des Musikdirektors. Er löst per August 2028 Garry Walker ab.

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Patrick Lange. Foto: Neda Navaee

Patrick Lange studierte nach dem Abitur Dirigieren bei Hans-Rainer Förster und Peter Falk an der Hochschule für Musik Würzburg und bei Johannes Schlaefli an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Seine Karriere als Operndirigent begann er in Zürich und Luzern. Seither ist er regelmässig als Gastdirigent an führenden Opernhäusern weltweit tätig, darunter die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper in München und die Opéra National de Paris. Weitere Engagements führten ihn an das Royal Opera House in London, die Opéra du Capitole in Toulouse, die Semperoper Dresden, die Opera Australia, das Opernhaus Zürich, die Canadian Opera Company und die Korean National Opera in Seoul.

Die Opera North ist eine englische Opernkompagnie in Leeds. Ihre Spielstätte ist das dortige Grand Theatre. Das zur Kompagnie gehörende Orchester deckt neben Leeds die Städte Nottingham, Salford, Newcastle upon Tyne und andere Kommunen in Nordengland ab.

 

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Festival Between Mountains: Zwischen Konzertsaal und Dancefloor https://www.musikzeitung.ch/anlaesse/2026/09/zwischen-konzertsaal-und-dancefloor Wed, 09 Sep 2026 14:00:39 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75567

Zum zweiten Mal fand in Hölstein BL das Festival Between Mountains statt. Klassische Solistinnen und Ensembles trafen auf elektronische Liveacts und DJs.

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Offene Improvisation mit verschiedenartigen Künstlern: Das Detect Ensemble gemeinsam mit Martin Gretschmann alias «Acid Pauli» (links). Foto: Ronja Burkard

Die zweite Ausgabe von Between Mountains erstreckte sich über drei Tage, vom 4. bis zum 6. September. Rund 800 Personen besuchten das Gelände auf der Holdenweid bei Hölstein BL; gegenüber der ersten Ausgabe wurden nach Angaben der Veranstalter doppelt so viele Tickets verkauft. Klassische Solistinnen und Ensembles trafen dabei auf elektronische Liveacts und DJs; Konzerte in Sälen gehörten ebenso zum Programm wie Auftritte im Freien und in ehemaligen Sanatoriumsräumen. Die verschiedenen Formate folgten oft dicht aufeinander – erst ein Klavierrezital, direkt im Anschluss ein Dancefloor auf dem Garagenareal.

Between Mountains versteht sich als Schweizer Variante des seit 2019 stattfindenden Detect Classic Festivals in Berlin, das Verbindungen zwischen klassischer Musik, Elektronik und anderen musikalischen Szenen sucht. Auf der Holdenweid wird zwischen den Konzerten gegessen, diskutiert und getanzt; Konzert und Festivalbetrieb sind bewusst nicht deutlich voneinander getrennt.

Andere Zugänge zur Musik

Baldur Brönnimann, der für die klassischen Programmteile mitverantwortlich ist, beschreibt den Gedanken dahinter als Suche nach anderen Zugängen zur Musik. Das Interesse an klassischer Musik sei keineswegs gering. Viele Menschen hörten sie heute über Streamingdienste und eigene Playlists, gingen aber trotzdem nicht in Konzerte.

Gerade darin sieht Brönnimann eine interessante Schnittmenge: Menschen, die sich durchaus für diese Musik interessieren könnten, für die der traditionelle Konzertrahmen aber eine Schwelle darstelle. «Das ist eigentlich ein bisschen die Grundidee: dass es eine Tür gibt», sagt er. Auf der Holdenweid soll diese möglichst weit offenstehen.

Das Publikum bewegt sich zwischen den verschiedenen Räumen und trifft dabei auf Musik, nach der es möglicherweise selbst nie gesucht hätte. Dabei geht es Brönnimann nicht einfach um die Verbindung von elektronischer und klassischer Musik. Entscheidend sei vielmehr, die Kategorien selbst weniger wichtig werden zu lassen. Idealerweise solle man gar nicht erst darüber nachdenken, ob das, was man gerade höre, neu oder alt, klassisch oder elektronisch sei. Im besten Fall sei es einfach Musik.

Franz Liszt mit Kuhglocken

Wie unterschiedlich sich dieser Gedanke in der Praxis auswirken kann, zeigte das Programm immer wieder. Die Walliser Pianistin und Komponistin Beatrice Berrut war gleich zweimal zu hören, zunächst im Freien bei Tageslicht, später in einem der Innenräume. Ihre beiden Auftritte fanden damit unter unterschiedlichen Bedingungen statt und machten deutlich, wie sehr die Wahrnehmung eines Konzerts auch vom jeweiligen Raum geprägt wird. Ein tadellos dargebotenes Werk von Franz Liszt wird auf einer kleinen Festivalbühne mit Kuhglocken im Hintergrund plötzlich zum Ohrenöffner der besonderen Art. Berrut führte in ihrem vielseitigen Programm Mahler-Bearbeitungen, Popklassiker und originelle Eigenkompositionen auf überraschende Weise zusammen.

Einen eigenen Akzent setzte auch das Junge Kammerorchester Baselland. Die sehr jungen Musikerinnen und Musiker traten mehrfach und auch mal mit einem Hauptakteur wie dem Trompeter Simon Höfele auf und wirkten dabei bemerkenswert selbstbewusst. Auch andere Beiträge schienen sich unmittelbar in die Offenheit des Formats einzufügen. Der Auftritt von Los Sara Fontan gehörte zu den gelungenen Festivalmomenten ebenso wie jener von AFAR & Kai Schumacher. Hier entstand jene Selbstverständlichkeit, die das Festival sucht: Musik musste nicht erst über ihre stilistische Zugehörigkeit definiert werden, sondern konnte sich im jeweiligen Moment und Raum behaupten.

Besonders deutlich zeigte sich beim gemeinsamen Auftritt von Acid Pauli und dem Detect Ensemble, wie unterschiedlich die Erwartungen an eine solche Begegnung sein können. Die Verbindung von elektronischem Künstler und klassisch geprägtem Ensemble liess zunächst eine pointierte musikalische Wechselwirkung vermuten. Das Konzert entwickelte sich dann vor allem als offene Improvisation, in der Acid Pauli dem Ensemble viel Raum liess und selbst eher zurückhaltend in Erscheinung trat.

Bitte mehr davon!

Für Brönnimann geht es bei diesem Experimentieren ohnehin um mehr als bloss um einige gelungene oder weniger gelungene Konzerte. Offenheit für neue Ideen prägt auch seine Arbeit mit jungen Dirigentinnen und Dirigenten im Contemporary-Conducting-Programm der Lucerne Festival Academy. Der klassische Ausbildungsbetrieb sei noch immer stark von Traditionen geprägt, sagt er. Umso wichtiger seien Orte, an denen noch nicht alles festgelegt sei und neue Ideen erprobt werden könnten. Die klassische Musik habe ihn immer fasziniert, ergänzt Brönnimann. Gleichzeitig sei sie ihm bisweilen wie eine «geschlossene Gesellschaft» vorgekommen. Heute versuche er deshalb, Räume für andere Erfahrungen zu schaffen: «Unser höchstes Ziel ist eigentlich, dass du gar nicht merkst, was du hörst.»

Between Mountains verfolgt diesen Anspruch konsequent, auch wenn die verschiedenen musikalischen Welten nicht immer gleich selbstverständlich ineinandergreifen. Auf der Holdenweid treffen unterschiedliche Publika und Hörgewohnheiten aufeinander – was daraus entsteht, bleibt offen. Und wenn zum Festivalschluss auch noch das Cello von Dobrawa Czocher in den umliegenden Wäldern des Baselbiets widerhallt, ist man geneigt zu sagen: bitte mehr davon.

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Samuel Niederhauser gewinnt Enescu-Wettbewerb https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/samuel-niederhauser-gewinnt-enescu-wettbewerb Wed, 09 Sep 2026 07:51:20 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75571

Der Schweizer Cellist Samuel Niederhauser hat in Bukarest beim Enescu-Wettbewerbs den ersten Preis, zwei Sonderpreise und Konzertengagements gewonnen.

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Samuel Niederhauser (Bild: Enescu-Wettbewerb/Cristina Tanase)

Die Finalrunde des Internationalen George-Enescu-Wettbewerbs 2026 in der Kategorie Cello fand am 7. September im Athenaeum in Bukarest statt. Der 28-jährige Schweizer Cellist Samuel Niederhauser wurde nach seiner Darbietung von Schostakowitschs Cellokonzert Nummer 1 mit dem ersten Preis in Höhe von 15’000 Euro ausgezeichnet. Ausserdem gewann er 2000 Euro für die beste Interpretation des Auftragswerks «Waves of Gravel» von Malika Kishino sowie den Publikumspreis in Höhe von 1000 Euro.

Als Teil seines Preispakets erhält Niederhauser die Gelegenheit, im Februar 2027 ein Konzert im Teatro Fraschini di Pavia in Italien zu geben; dazu kommen weitere Konzerte und Solokonzerte in Rumänien sowie berufliche Betreuung und Beratung. Niederhauser studierte bei Thomas Demenga an der Musikhochschule Basel und bei Thomas Grossenbacher an der Zürcher Hochschule der Künste. Er ist Solocellist des Luzerner Sinfonieorchesters.

Den Vorsitz der diesjährigen Jury hatte Arto Noras inne; weitere Mitglieder waren Claudio Bohórquez, Marin Cazacu, Enrico Dindo, Elena Dubinets, Frans Helmerson, Dan Prelipcean, Valentin Răduțiu und Inbal Segev. Der Wettbewerb wird in Erinnerung an den rumänischen Geiger George Enescu seit 1958 in Bukarest in den Kategorien Klavier, Violine und Cello durchgeführt. In diesem Jahr haben sich 645 junge Musiker aus 55 Ländern angemeldet.

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Musikhochschule Luzern feiert Abschlüsse https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/musikhochschule-luzern-feiert-abschluesse Tue, 08 Sep 2026 06:00:42 +0000 https://www.musikzeitung.ch/?p=75517

Am Departement Musik der Hochschule Luzern haben 66 Personen ihr Bachelor-Studium und 154 Personen ihr Master-Studium abgeschlossen.

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(v.l.n.r) Pius Strassmann (Vertreter des Kantons Luzern), Luis Greipl, Daria Bocharova, Hleb Sidaruk, Philomène Michel. Foto: PD

Elf Absolventinnen und Absolventen durften sich über eine Auszeichnung freuen: Drei erhielten den Strebi-Gedenkpreis. Der Kanton Luzern verlieh sechs ST.Art-Nachwuchsförderpreise Kultur. Die Stiftung Musikförderung an der Hochschule Luzern – Musik vergab einen Preis für klavierpädagogische Exzellenz aus dem Hella-Siegrist-Fonds. Und die Stiftung für die Schweizer Volksmusik und Volkskultur vergab erstmals den Jörg-Moser-Preis für Volksmusik.

Im Studiengang Bachelor of Arts in Music nahmen 59 Absolventinnen und Absolventen ihr Diplom entgegen – davon 43 im Profil Klassik, 14 im Profil Jazz sowie 2 im Profil Volksmusik. Der Bachelor of Arts/Musik und Bewegung verzeichnete 2 Abschlüsse, der Bachelor of Arts in Music/Kirchenmusik 2.

Insgesamt 154 Diplome wurden im Master of Arts in Music vergeben, die meisten davon im Bereich Major Performance Klassik mit 50 Abschlüssen. Im Master of Arts in Musikpädagogik erlangten 60 Absolventinnen und Absolventen die berufliche Qualifikation, um künftig an Musikschulen oder Maturitätsschulen zu unterrichten.

Darüber hinaus schlossen 97 Personen eine musikpädagogische, künstlerische oder Musikmanagement-Weiterbildung ab, in Form eines Master of Advanced Studies (MAS), Diploma of Advanced Studies (DAS) oder Certificate of Advanced Studies (CAS). 3 Personen erhielten zusätzlich das VMS-Diplom Musikschulleiter*in.

Gemeinsam mit den Departementen Design Film Kunst und Musik der Hochschule Luzern zeichnet der Kanton Luzern herausragende Abschlussarbeiten von Bachelor- und Masterstudierenden aus. Mit dem Nachwuchsförderpreis Kultur – ST.Art werden Kulturschaffende, die am Anfang ihrer Karriere stehen, in der Weiterführung und Vertiefung ihrer Arbeiten gefördert und beim Einstieg in die professionelle künstlerische Tätigkeit unterstützt.

Heuer sind dies: Luis Greipl, Master Performance Jazz mit Hauptfach Schlagzeug, Zürich; Paulina Pitenko, Master Solo Performance Klassik mit Hauptfach Saxofon, Lettland; Sophie Knöchelmann, Master Solo Performance Klassik mit Hauptfach Violine, Büren (Solothurn); Daria Bocharova, Master Performance Klassik mit Hauptfach Klavier, Israel; Philomène Michel, Master Performance Klassik mit Hauptfach Violine, Bern; Hleb Sidaruk, Master Interpretation in Contemporary Music mit Hauptfach Violoncello, Belarus.

An der Diplomfeier wurden auch drei mit je 2000 Franken dotierte Preise der Strebi-Stiftung für herausragende Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen verliehen: Johanna Christen (Bachelor Musik & Bewegung), Horw; Flavia Meyer (Bachelor of Arts in Musik, Jazz vokal, Gesang), Meggen; Leonard Spyrou (Bachelor of Arts in Music, Klassik instrumental, Klavier), Meggen.

Die Stiftung Musikförderung an der Hochschule Luzern – Musik vergab aus dem Hella-Siegrist-Fonds im Rahmen der Diplomfeier Preise für klavierpädagogische Exzellenz, und zwar an Roman Lukas Staubli, Oberurnen. Der Preis für Volksmusik wird dieses Jahr zum ersten Mal verliehen; er geht an Daria Occhini (Master of Arts in Musikpädagogik, Hauptfach Jodel) aus Ins.

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