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Les sons éthérés du thérémine

Les sons éthérés du thérémine

Laurent Mettraux, 03.09.2014

Présenté en 1920, le thérémine, ancêtre des «contrôleurs gestuels», répondait à la volonté de son inventeur de «contrôler les sons et leurs nuances par le libre déplacement des mains dans l’espace».

Deutsche Zusammenfassung des Artikels in der SMZ 9/2014: siehe unten

Exemple vidéo 1

 Léon Theremin présente lui-même son instrument.

Exemple vidéo 2

Clara Rockmore a développé l'aerial fingering, une technique de positions des doigts permettant d'atteindre rapidement toutes les notes de la gamme.

Exemple vidéo 3

La Fantasia de Martinů, une des plus belles pièces de musique de chambre incluant le thérémine.

Exemple vidéo 4

Le theremin cello a failli être complètement oublié, mais depuis quelques années, on assiste à sa résurrection: En 2001, dix répliques du modèle original de l’instrument sont construits par Floyd Engels, puis en 2012, Augusto Triani et Thierry Frenkel créent une nouvelle version de cet instrument.


Die ätherischen Klänge des Theremins

Zusammenfassung: Pia Schwab

Lew Sergejewitsch Termen oder Leon Theremin, wie er sich im Westen nannte, wurde 1896 in St. Petersburg geboren. Der studierte Physiker und passionierte Cellist führte während dem ersten Weltkrieg in Auftrag der russischen Armee Studien zum Blindwiderstand (Reaktanz) des menschlichen Körpers durch. 1919 baut er einen Apparat zur Messung der Dichte von Gasen und bemerkte dabei, dass sich die Resultate veränderten, wenn er seine Hand um den Apparat herumbewegte. Sie wurde Teil des Stromkreises. Ausgehend von dieser Beobachtung konstruierte Theremin das erste Instrument, dessen Klänge durch die freie Bewegung im Raum kontrolliert wurden. Er nannte es zuerst Aetherophon, später Thereminvox und schliesslich Theremin.

Steuerung durch Gesten

Die Funktionsweise ist recht einfach: die Töne werden von zwei Oszillatoren, Sender von Radiowellen, hervorgebracht. Der eine bleibt auf einer festgelegten Wellenlänge, der andere dagegen ist mit der vertikalen «Antenne» verbunden, die über das Instrument hinausragt. (Man nennt es zwar Antenne aufgrund der optischen Parallele, tatsächlich handelt es sich aber um eine Elektrode.) Wenn sich die Hand dieser Antenne nähert, entsteht ein neuer Stromkreis, indem ein Teil der elektrischen Ladung gespeichert wird, mehr oder weniger, je nach der Entfernung der Hand von der Antenne. Allerdings sind sowohl der fixe wie der modulierte Klang oberhalb der Hörschwelle des menschlichen Ohrs. Was man dank eines «mischenden» Stromkreises hört, ist die Differenz der beiden Frequenzen. Wenn sich die Hand nähert, sinkt die Frequenz des variablen Stromkreises, die Differenz zur fixen Frequenz wird also grösser: der Ton steigt. Eine weitere «Antenne» findet sich in der Horizontalen, bei der linken Hand. Sie beeinflusst die Lautstärke: je näher die Hand, desto leiser der Ton. Damit kann man nun Töne trennen, die unvermeidlichen Glissandi der rechten Hand unterbrechen, Töne unterschiedlich anspielen. Die linke Hand verleiht den Tönen, welche die rechte hervorbringt, den Charakter. Eine perfekte Koordination der Hände ist also für das Thereminspiel von grundlegender Bedeutung. Die ersten Instrumente hatten eine Umfang von dreieinhalb Oktaven, heute sind es bis zu sechs.

Wechselvolle Biografie, wechselnder Erfolg

Die junge Sowjetunion lechzte nach technischen Neuerungen und Theremin konnte seine Erfindung im Kreml Lenin vorführen. Dieser unterstützte ihn bei einer Propagandareise durch ganz Russland, später durch Europa und die USA. In New York liess sich Theremin nieder. 1929 begann die Vermarktung durch die Firma RCA, welche das Instrument herstellte. Die Werbung betonte, wie einfach es sei, das Instrument zu erlernen. Allerdings braucht es gute Ohren, denn es gibt weder sicht- noch fühlbare Anhaltspunkte. Eine einflussreiche Schülerin, Clara Rockmore, die zuvor Geigerin gewesen war, entwickelte die Technik des «aerial fingering», womit die Noten ohne Glissando oder Portamento angespielt werden können (Video 2). Theremin-Ensembles entstanden und auch in den Music Halls wurde das neue Instrument eingesetzt. Aber nach einem gewissen Boom ging das Interesse zurück, die Wirtschaftskrise drückte auf den Absatz. 1938 verschwand Leon Theremin plötzlich. Später stellte sich heraus, dass er – wohl nicht aus freien Stücken – in die Sowjetunion zurückgekehrt war. Dort musste er jahrelang Zwangsarbeit leisten. Erst Jahrzehnte später wurde im Westen bekannt, dass er noch lebte. Rehabilitiert unterrichtete er auch wieder Schüler auf seinem Instrument. 1993 starb er in Moskau, nicht ohne ein wiedererwachtes Interesse an seiner Erfindung miterlebt zu haben. Dies war unter anderem Robert Moog zu verdanken, der in jungen Jahren Theremin-Bausätze hergestellt und verkauft hatte und später zu einem der Väter des Synthesizers wurde.

Image
Leon Theremin 1976 mit einer seiner letzten Schülerinnen, Lydia Kavina.

Im Kino und im Konzert

Schon kurz nach seiner Erfindung wurde das Theremin für den Film genutzt, und das ist bis heute so geblieben. Es erklingt etwa, wenn in Mars Attacks! (1996) von Tim Burton fliegende Untertassen zu sehen sind. Im Konzert ist das Theremin selten zu hören. Zur Lancierung des Instruments schuf Joseph Shillinger die First Airphonic Suite (1929), die Leon Theremin zusammen mit dem Cleveland Orchestra aufführte. Percy Grainger komponierte in den Dreissigerjahren sogenannte free music für vier oder sechs Theremine. Er wollte die wohltemperierte, auf Halbtönen basierende Musik hinter sich lassen. Edgar Varèse hatte in Ecuatorial eine Partie für Theremin vorgesehen, als der Erfinder plötzlich verschwand und eine Zusammenarbeit verunmöglichte. So ersetzte er das Instrument später durch Ondes Martenot. Aaron Copland benutzt das Theremin in seiner Kinderoper The Second Hurricane (1936), Alfred Schnittke in Nagasaki Oratorio (1958). Das bekannteste Werk ist aber wohl Bohuslav Martinůs Fantasia für Theremin, Oboe, Streichquartett und Klavier (1944, Video 3).

In Lausanne gibt es seit einigen Jahren N/O/D/E, halb Interessengemeinschaft, halb Festival. N/O//D/E hat sich aussergewöhnlichen Instrumenten und Klängen verschrieben; das Theremin ist sein Maskottchen. Und auch Lydia Kavina, die als kleines Mädchen von ihrem entfernten Verwandten Leon Theremin unterrichtet worden war, spielt dort.

www.node-rdv.ch
 


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