Uraufführung von Francesco Hoch in Bellinzona

«Z contra Z» von Francesco Hoch ist der erste Teil einer sechsteiligen Komposition von Francesco Hoch. Das Stück wurde am Karfreitag uraufgeführt.

Francesco Hoch vor dem Chor des RSI, rechts Diego Fasolis. Foto: Max Nyffeler

Im traditionellen Karfreitagskonzert des Orchestra della Svizzera Italiana unter Diego Fasolis in der Chiesa Collegiata in Bellinzona erklang neben dem Requiem des englischen Komponisten John Rutter und Giuseppe Verdis grossartigem Spätwerk Stabat Mater auch eine neue Komposition des Tessiner Komponisten Francesco Hoch für vierstimmigen Chor als Uraufführung.

Die Stimmen sind stark chromatisch und teilweise in weiten Sprüngen geführt, in der Harmonik dominieren milde Dissonanzen. Der kurze, in seine Lautbestandteile zerlegte Text lautet: «Io sono qui. Noi siamo qui. Io sono ancora qui. Noi siamo ancora tutti qui.» («Ich bin hier. Wir sind hier. Ich bin noch hier. Wir sind alle noch hier.») Es sind die Worte, mit denen der ukrainische Präsident Selenski – italienisch: Zelensky – kurz nach dem russischen Überfall auf das Land auf das Asylangebot des US-Präsidenten Biden reagierte. Von daher erklärt sich auch der Titel Z contra Z.

Die verschlüsselte politische Aussage sorgte im Vorfeld des geistlichen Konzerts da und dort für Stirnrunzeln, wurde aber vom Publikum, das den Texthintergrund nicht kannte, nicht als solche wahrgenommen. Das mit warmem Beifall bedachte, von der in Lugano tätigen Lettin Liga Liedskalnina dirigierte Stück bildet den Beginn einer sechsteiligen Komposition, die am 4. September beim Musikfestival Bern erklingen wird.

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