Digitaledition eines Beethoven-Skizzenbuchs
Das Forschungsprojekt «Beethovens Werkstatt» macht ein Skizzenbuch des Komponisten in digitaler Edition zugänglich.

Wie Ludwig van Beethoven arbeitete, lässt sich heute in mehr als 7500 überlieferten Skizzenseiten nachvollziehen. Ein grosser Teil davon ist in 70 erhaltenen Skizzenbüchern überliefert, die seit dem 19. Jahrhundert wissenschaftlich erforscht werden. Aus dem Projekt «Beethovens Werkstatt» liegt nun erstmals die digitale Edition eines dieser Skizzenbücher vor: des sogenannten «Notirungsbuchs K».
Beethoven nutzte das Buch im Frühjahr 1823 zur Skizzierung von Teilen der Neunten Symphonie und der Diabelli-Variationen. Auch frühe Entwürfe zur späteren «Ode an die Freude» finden sich darin. Nach Beethovens Tod wurde das Skizzenbuch in mehrere Teile zerlegt. Die sieben erhaltenen Einzelteile befinden sich heute im Beethoven-Haus Bonn, in der Staatsbibliothek zu Berlin und in der Nationalbibliothek in Paris.
Die neue digitale Edition führt diese Bestände virtuell wieder zusammen und macht das Skizzenbuch erstmals in seiner ursprünglichen Form erfahrbar. Im Unterschied zu gedruckten Editionen eröffnet das digitale Format neue Möglichkeiten der Darstellung und Vermittlung. Herzstück der Edition ist die eigens entwickelte fluide Transkription. Sie macht den editorischen Erkenntnisprozess sichtbar, indem sie Nutzerinnen und Nutzern erlaubt, sich mithilfe eines Schiebereglers vom digitalen Faksimile einer Skizze bis hin zu einem nach heutigen Standards lesbaren und verständlichen Notentext zu bewegen.
