Musikinsel Rheinau fordert vom Kanton Zürich mehr Betten
Der Stiftungsrat der Musikinsel Rheinau entscheidet bald über die Weiterführung des Mietvertrags. Die Stiftung stellt dem Kanton Zürich als Eigentümer dafür Bedingungen.

Wie geht es mit der Musikinsel Rheinau weiter? Die Frage stellt sich, da demnächst ein wichtiger Entscheid ansteht: ob nämlich der Mietvertrag mit dem Kanton Zürich als Eigentümer des ehemaligen Klosters Rheinau verlängert werden soll. Die Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau hat sich hierzu am Dienstag vernehmen lassen – und sie spricht Klartext: Damit die Musikinsel in Zukunft verlustfrei betrieben werden könne, müsse sie zusätzliche Übernachtungen anbieten können.
Laut Medienmitteilung der Stiftung erwirtschaftet die Musikinsel derzeit einen operativen Verlust von zirka 100 000 Franken pro Jahr. Fehlende Nachfrage ist dabei nicht das Problem, im Gegenteil: «Seit Mitte 2025 mussten bereits für über 2100 Übernachtungen Absagen erteilt werden, weil zum gewünschten Zeitpunkt nicht mehr genügend Betten zur Verfügung standen.» Da die aktuelle Anzahl Betten eine merklich höhere Auslastung verunmögliche, sei eine Reduzierung des operativen Verlusts nicht absehbar.
Stiftung droht mit Suche nach neuem Standort
Für die Betreiber der Musikinsel steht daher fest: «Sollte eine Erweiterung in der Klosteranlage nicht möglich sein, wäre die Stiftung gezwungen, einen neuen Standort zu suchen.» Zwar hat der Zürcher Regierungsrat bereits beschlossen, dass die Stiftung im bislang ungenutzten Abt-Trakt der Klosteranlage zusätzliche Betten einrichten darf. Deren vorgesehene Zahl kritisiert die Stiftung allerdings als zu tief. Streitpunkt ist dabei insbesondere die vom Regierungsrat ebenfalls geplante Unterbringung eines Museums in dem Gebäude.
Die Musikinsel Rheinau wurde vor 12 Jahren in Betrieb genommen. Sie soll Orchestern, Chören, Musikgruppen und Einzelmusikern die Möglichkeit bieten, sich für konzentriertes Proben zurückzuziehen – mit Kost und Logis unter einem gemeinsamen Dach. Dem Stiftungsrat gehören unter anderem der SVP-Politiker Christoph Blocher als Präsident sowie seine Tochter Rahel Blocher an. Der Mietvertrag läuft über 15 Jahre bis 2029, mit der Option zur zweimaligen Verlängerung um je 5 Jahre. Im März 2027 entscheidet der Stiftungsrat über die Weiterführung.
