Violine statt Stimme

Die aus Stimmvokalisen hervorgegangenen Geigenmelodien von Sergei Prokofjew in neuer Ausgabe.

Sergei Prokofjew 1918 in New York. Foto: Bains News Service / Library of Congress

Für die von ihm geliebte Sängerin Nina Koshetz begann Prokofjew 1920 in New York Vokalisen für Singstimme und Klavier zu schreiben. Er beendete diese fünf Lieder ohne Worte während einer Tournee in Kalifornien. 1925 in Paris baten ihn Joseph Szigeti, Paweł Kochański und Cecilia Hansen, die Melodien für Violine zu bearbeiten. Kochański half bei der Umgestaltung der Geigenstimme; die Klavierstimme blieb unverändert. Sie erschienen 1925 bei Edition russe de Musique in Berlin. Seither gehören sie zum wichtigen Geigenrepertoire. Eine Barcarolle macht den Anfang, es folgen ein Wiegenlied, eine geheimnisvolle Grübelei, ein Scherzando (Seguidilla) und eine Nocturne.

Die Neuausgabe enthält viele kleine Berichtigungen, die in den Bemerkungen erläutert sind, und erscheint mit einem grosszügigen Notensatz.

Sergej Prokofjew: Fünf Melodien für Violine und Klavier op. 35a, hg. von Fabian Czolbe, mit einer zusätzlichen von T. A. Irnberger bezeichneten Violinstimme, HN1539, € 13.00, G. Henle, München

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