Volkslieder für junge (und ältere) Trios

Die Triosätze von Raphael Benjamin Meyer basieren auf traditionellen Schweizer Melodien des 16. bis 20. Jahrhunderts. Sie klingen gut und werden insbesondere junge Spielerinnen und Spieler erfreuen.

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Die Auswahl dieser 17 Schweizer Volkslieder ist repräsentativ: Die populärsten aus allen vier Sprachregionen sind dabei. Einzelne darunter sind «Kunstlieder», die aufgrund ihrer Beliebtheit zum Allgemeingut wurden. Der Basler Komponist und Blockflötist Raphael Benjamin Meyer legt in seinem Eigenverlag Basilisk Arrangements vor, die von beliebigen Instrumenten im Trio gespielt werden können oder auch als Duo mit einer Klavierbegleitung, die sich aus den tieferen beiden Stimmen ergibt.

Sehr hilfreich ist das Angebot, Einzelstimmen für transponierende Instrumente oder mit anderem Schlüssel kostenlos per QR-Code von der Website des Verlags basilisk-edition.ch herunterzuladen. Bei einer Aufführung mit Streichtrio erhält man zum Beispiel die zweite Stimme im Bratschenschlüssel und in der «richtigen» Oktave, sodass sie nicht über die erste zu liegen kommt.

Der Satz ist gekonnt gemacht; er geht eher in Richtung «Kunstmusik», klingt aber ausgesprochen gut und wird speziell jugendlichen Musizierenden bei ihrer ersten Kammermusikerfahrung viel Freude bereiten. Wie in den meisten Liedersammlungen üblich, gibt es keine Tempobezeichnungen, nur einmal heisst es «Swing». Der Schwierigkeitsgrad ist niedrig, Erfahrung im Notenlesen ist von Vorteil. Bei allen Liedern ist der Text mit sämtlichen Strophen angegeben, was auch eine vokale Wiedergabe ermöglicht. Für eine bequem singbare Tonhöhe müssen die Lieder allerdings transponiert werden.

Populäre Lieder mit und ohne Autor

So vertraut diese Volkslieder der älteren Generation sein mögen, den Kindern und Jugendlichen werden sie verloren gehen, wenn in den Primarschulen immer weniger gesungen wird. Die Musikschule übernimmt heute die Aufgabe des Erhalts unserer musikalischen Tradition. Lieder wie Luegid vo Bärg und Tal, Le ranz des vaches, Guggisberglied, Le vieux chalet, Aprite le porte, Dorma bain und Vo Lozärn gäge Weggis zue und viele mehr werden dank dieser Arrangements der jungen Generation von Musizierenden nahegebracht oder in Erinnerung gerufen.

Auch weniger populäre Lieder mit bekannter Autorschaft wie Weischus dü (Eugen Meyer, *1934), Du fragsch mi wär i bi (Heidi Stucki, 1915–2012) und Anneli wo bisch geschter gsi? (Gottfried Bohnenblust, 1883–1960) haben den Weg in diese Sammlung gefunden.

Schweizer Trios, für Blockflöten, Streicher oder andere Instrumente arrangiert von Raphael Benjamin Meyer, Partitur und Stimmen (online), RM 21, Fr.23.50, Basilisk Edition, Basel

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