akustika Nürnberg 2026: Europas Musikmesse wächst
Mehr Aussteller, mehr Besucher, mehr Länder: Die akustika Nürnberg hat ihre vierte Ausgabe vom 24. bis 26. April 2026 mit einer positiven Bilanz abgeschlossen. Hinter den Zahlen steckt eine grössere Ambition – die Messe will zur europäischen Leitmesse für Musik werden.

Rund 11 500 Besucherinnen und Besucher aus 49 Ländern sowie 273 Aussteller aus 25 Nationen – die Kennzahlen der akustika 2026 sprechen für sich. Die Messe, die von der 1947 gegründeten Arbeitsgemeinschaft für Messen und Ausstellungen GmbH (AFAG) organisiert wird, hat sich seit ihrer Premiere 2023 stetig weiterentwickelt und gilt inzwischen als wichtigste Plattform für das handwerkliche Instrumentenbaugewerbe im deutschsprachigen Raum. Erstmals belegte die akustika neben dem NCC Ost, dem grössten der drei Convention Center (NCC) auf dem Nürnberger Messegelände, auch die Halle 7A, wo Notenverlage sowie Streich- und Zupfinstrumente einen eigenen Bereich erhielten – und die neue Fläche fand bei den Besuchenden grossen Anklang.

Warum Europa eine solche Messe braucht
Mehrere Aussteller brachten es auf den Punkt: Europa fehlt bislang eine eigenständige internationale Musikmesse mit echter Strahlkraft. Nachdem die letzte Musikmesse Frankfurt 2019 stattfand, fiel sie ab 2020 wegen der Coronapandemie aus und wurde danach marktbedingt nicht wieder aufgenommen. «Im Moment gibt es das nur in den USA und China», sagte Simon Götz von der C.A. Götz jr. GmbH, einer traditionsreichen Firma für Geigen und Streichinstrumentenzubehör und -accessoires aus Markneukirchen. «Wir haben das in Europa verloren – und ich wünsche mir, dass wir das in fünf Jahren in Nürnberg haben.»
Dieser Befund erklärt, warum die akustika mehr ist als eine regionale Fachmesse. Sie bringt Instrumentenbauer, Musikverlage, Händler, Lehrende und Musikerinnen unter einem Dach zusammen – eine Kombination, die andernorts kaum noch existiert. Hans-Peter Strohhäcker von Yamaha Music Europe sprach von der akustika als künftigem «Branchentreff Europas», der unterschiedliche Verbände, Vereine und Musikkulturen zusammenführen soll.

Auch Anna Petrof Pruskova vom tschechischen Klavierhersteller Petrof hob hervor, dass die akustika als einzige Messe mit internationaler Präsenz in Europa derzeit noch aktiv sei – und damit eine Lücke fülle, die andernorts entstanden ist.
Handwerk, Konzerte und Vernetzung als Markenzeichen
Die akustika ist eine lebendige Veranstaltung: Auf sechs Bühnen fanden 80 Konzerte, 10 Komponistenporträts sowie 50 Workshops, Seminare und Vorträge statt. Das Akkordeon, von den deutschen Landesmusikräten 2026 zum Instrument des Jahres erklärt, stand im Mittelpunkt – das Nürnberger Akkordeonorchester, amtierender Weltmeister, trat auf. Für die Veranstalter ist dieses Konzertprogramm bewusste Strategie: Die Messe soll erlebbar und emotional sein, nicht bloss ein Schaufenster für Produkte.

«Gerade in der aktuellen Zeit ist Musik eines der wenigen Dinge, die über Grenzen hinaus Menschen verbindet – und das ist auf der akustika überall erlebbar», sind die AFAG-Geschäftsführer Henning und Thilo Könicke überzeugt.
Schweizer Beteiligung und Ausblick
Auch aus der Schweiz waren Aussteller an der akustika 2026 vertreten, zum Beispiel die daCarbo AG aus Lachen, die Jancic AG aus Villmergen, Servette Music SA aus Genf oder Swiss Wood Solutions AG Sonowood aus Altdorf. Für 2027 haben die Veranstalter zwei klare Ziele: den B2B-Bereich mit mehr Musikfachhändlern stärken und die internationale Reichweite weiter ausbauen. Bereits jetzt haben sich weitere ausländische Unternehmen für eine künftige Teilnahme angemeldet. Die nächste akustika findet vom 9. bis 11. April 2027 in der Messe Nürnberg statt.
