Fröhlich-Violinsonaten im Erstdruck

Der Brugger Romantiker Friedrich Theodor Fröhlich komponierte acht Violinsonaten. Die beiden letzten sind nun im Erstdruck erschienen.

Fröhlichs Geburtsort Brugg um 1810. Aquatinta von Johann Wilhelm Heim / Wikimedia commons

Friedrich Theodor Fröhlich, geboren 1803 in Brugg, begegnete in Berlin bedeutenden Musikern, die ihn dazu anregten, vom Jura- zum Musikstudium zu wechseln. Ab 1826 entstanden nebst Chören, Liedern und Streichquartetten acht Violinsonaten; die zwei letzten sind jetzt als Erstdruck herausgekommenen. Beide sind leicht zu spielen, instrumentengerecht gesetzt und musikalisch noch ganz im klassisch-schulmässigen Stil: 1. Satz Exposition–Durchführung–Reprise–Coda, Scherzo mit Trio, Adagio, Rondo finale. Die Themen sind eingängig, versehen mit vielen fröhlichen, virtuosen Passagen in beiden Instrumenten. Abrupte Tonartenwechsel wirken im Zusammenhang natürlich.

Die 8. Sonate, entstanden im Juni 1826, ist sehr ausgedehnt: Das Durchspielen mit meinem Kollegen dauerte fast eine Stunde, und wir hatten grosses Vergnügen dabei. Im Scherzo hat es sogar eine kleine Fuge. Die 7. Sonate, im Mai 1826 komponiert, ist viel gedrängter, die Ideen folgen sich dichter. Anstelle eines Scherzos steht ein Marsch mit singendem Mittelteil, der Übergang vom Adagio zum Finale ist eine Rückbesinnung auf das Hauptthema des 1. Satzes – ein Vergleich mit den Sonaten von Carl Maria von Weber drängt sich auf.

Der Druck der Erstausgaben ist sauber, aber sehr ausgedehnt und nimmt keine Rücksicht auf Wendemöglichkeiten: Man muss Takte auslassen, um weiterzukommen, was zwar wegen des einfachen Zusammenhangs und für gemütliche Hauskonzerte geht, für Aufführungen aber unmöglich ist.

Selbstmord mit 33 Jahren

Fröhlich kehrte 1830 in die Schweiz zurück, arbeitete an der Kantonsschule Aarau, heiratete Ida von Klitzing, mit der er zwei Töchter hatte, seine vielen Kompositionen fanden keine Anerkennung, Mut-, Hoffnungslosigkeit und finanzielle Probleme führten 1836 zu seinem Selbstmord im Alter von 33 Jahren.

Seine 700 Kompositionen, fast alles Manuskripte, liegen in der Universitätsbibliothek Basel. 2017 wurden in Brugg die Internationale Friedrich-Theodor-Fröhlich-Gesellschaft und der Kulturverein Fröhlich-Konzerte Brugg gegründet, die sich um Herausgabe der Werke und öffentliche Konzerte kümmern.

Friedrich Theodor Fröhlich: Duo per il Pianoforte e Violino obligato (7. Violinsonate), IFTFG-05, Fr. 30.00, hg. von Johannes Vigfusson, Erstdruck, Partitur und Stimme,  Int. Friedrich-Theodor-Fröhlich-Gesellschaft, Brugg, mail@froehlich-gesellschaft.comId.: 8te Sonate für Flügel und Geige, IFTFG-06, Fr. 35.00, froehlich-gesellschaft.com/

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