Wechsel im Zentralvorstand
In der nächsten Ausgabe wird ein Artikel über Cristian Vasile erscheinen, der nach 22 Jahren im Zentralvorstand Platz für Maël Graa gemacht hat, den wir hier vorstellen.
Maël Graa, ein professioneller Tenor, der am Fuss des Waadtländer Juras lebt, besitzt einen Masterabschluss der Universität Lausanne in Geisteswissenschaften (2021) und einen Master als Opernsänger der Musikhochschule Lausanne (2025). Er ist als Chorsänger und Solist in mehreren wichtigen Ensembles der Westschweiz wie zum Beispiel dem Ensemble Vocal de Lausanne oder der Académie vocale de Suisse romande aktiv, ausserdem in den Chören der Opéra de Lausanne und des Grand Théâtre de Genève. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wirkt er als Koordinator des Netzwerks der Alumni·ae der Genfer Musikhochschule und engagiert sich für die Weiterentwicklung seines Berufs. Er ist Mitbegründer und Sekretär der «Association romande des choristes et solistes» (ARCS) und unterstützt in dieser Funktion Überlegungen und Aktionen zugunsten der Arbeitsbedingungen professioneller Sänger*innen in der Westschweiz.
Maël, was motiviert Dich, im Zentralvorstand mitzuarbeiten?
Ich möchte meine Erfahrung und meine Kenntnis des künstlerischen Milieus und der Vereinigungen meinen Kolleg*innen zugute kommen lassen. Es ist sehr wichtig für mich, ihre Stimmen, und besonders diejenigen der Wenigverdienenden, in einen konstruktiven Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren des musikalischen Milieus einzubringen.
Welches sind die spezifischen Herausforderungen, denen freischaffende Sänger*innen begegnen, verglichen mit Instrumentalist*innen?
Generell kann man sagen, da Sänger*innen das gleiche Diplom besitzen und (ungefähr) den gleichen Beruf ausüben wie die Instrumentalist*innen, dass sie eher weniger respektiert und ihre Arbeitsbedingungen weniger ideal sind. Dazu kommt, dass die Festanstellungen bekanntlich sehr rar sind. Für mich erklärt sich das teilweise durch eine Tradition des Laienchorgesangs, der in der Schweiz ein hohes Niveau besitzt. Man fragt uns sehr oft, was unser eigentlicher Beruf ist (ich weiss, dass manche Instrumentalist*innen das auch zu hören bekommen) oder ob wir ein Instrument spielen. Übrigens würden es einige Tatsachen verdienen hervorgehoben zu werden, die besonders mit der Berufsausübung von Sänger*innen zusammenhängen, wie die Gesundheit, die Erholungszeit oder der Zusammenhang mit der Bühne, ebenso wie die Herausforderungen, die alle Musiker*innen betreffen.
Was kann der SMV noch mehr tun, um die Freischaffenden zu unterstützen?
Der SMV spielt bereits eine entscheidende Rolle in der Vertretung und der Information. Er kann damit fortfahren, sich mit Fragen des Status, der Entlöhnung und der sozialen Sicherheit zu beschäftigen und seine Arbeit fortsetzen, die kulturellen Partner zu sensibilisieren, um ihnen die Realitäten der freischaffenden Tätigkeit näherzubringen, die einen grossen Teil der professionellen Musiker*innen in der Schweiz betreffen.
