Basler Evgenij-Gunst-Ausstellung in Moskau

Der 2010 im Archivkeller des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Basel gefundene Nachlass wird vom 10. September bis 5. Oktober im Staatlichen Glinka-Museum in Moskau gezeigt.

Bild auf dem russischen Ausstellungsflyer. Foto: zVg,Foto: zVg

Der russische Komponist und Jurist Evgenij Gunst (1877–1950) spielte vor der russischen Revolution eine wichtige Rolle im dortigen Musikleben, zum Beispiel als Vertrauter von Alexander Skrjabin. 1920 emigrierte nach Frankreich, 1950 starb er verarmt in Paris. Den Nachlass übergab seine Witwe daraufhin nach Basel, wo er, wie die Universität mitteilt, im Frühling 2010 im Archivkeller des Musikwissenschaftlichen Seminars entdeckt wurde. Die Briefe, Dokumente, Fotos, Autografe, Drucke und Skizzen wurden vom 8. bis 26. Juni 2011 in der Sonderausstellung «Fundstücke eines Lebens» im Museum Kleines Klingental gezeigt. Das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Basel gab den Begleitband Fundstücke eines Lebens – Der Komponist Evgenij Gunst heraus, sowie, betreut von David Rossel, sämtliche Chorwerke des Komponisten. Im Mai 2014 erschien die CD Klavierwerke – Wanderer zwischen den Welten (Susanne Lang, Klavier, Oehms) und ebenfalls noch für dieses Jahr ist eine ausführliche Studie geplant.

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Evgenij Gunst (1877-1950)

Vom 10. September bis 5. Oktober wird die Ausstellung im grössten Musikmuseum Russlands gezeigt, dem Staatlichen Glinka-Museum in Moskau. Damit findet, wie die Universität Basel schreibt, «ein wichtiges Kapitel russischer Kulturgeschichte den Weg zurück in seine Heimat». Ausstellung und Begleitband wurden ins Russische übersetzt. Einerseits soll die Ausstellung die musikwissenschaftliche Diskussion zwischen Moskau und Basel fördern sowie einem Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit den vergessenen Künstler zugänglich machen.
Im Anschluss an die Vernissage werden Jean-Jacques Dünki, Susanne Lang (Klavier) sowie Jekaterina Kitschigina (Sopran) und Andrej Kaplanow (Bariton) im Konzertsaal des Glinka-Museums ausgewählte Werke aus dem Basler Nachlass aufführen – teilweise als russische Erstaufführungen.

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